„Typisch deutscher Schmarrn“
Torwart-Ikone Maier redet sich wegen Kritik an Neuer in Rage
Nach seinem dicken Bock in Augsburg nimmt die Kritik an Manuel Neuer zu, sein einst unantastbarer Nummer-1-Status beim FC Bayern scheint zu bröckeln. Torwart-Ikone Sepp Maier hält das für völlig überzogen und warnt vor einem Urbig-Hype.
Sepp Maier hat sich mit Wucht in die Debatte um Bayern-Torwart Manuel Neuer eingeschaltet und unterstützt den Weltmeister von 2014 eindeutig. „So ein Theater, nur weil er ein gewisses Alter erreicht hat? Das ist doch ein Schmarrn! Es gibt gute oder schlechte Torhüter, aber keine alten. Manuel ist immer noch ein sehr guter“, sagte Maier laut „Münchner Merkur/tz“.
Geht es nach dem Weltmeister von 1974 sollte Neuer in München trotz seiner jüngsten Aussetzer noch jede Menge Kredit haben. „Man muss nicht nur an die Zukunft denken, sondern auch an die Vergangenheit. Was der alles geleistet hat, wie viele Spiele und Titel er den Bayern gewonnen hat. Dieses Geschimpfte, die Diskussion – das ist typisch deutsch!“, grantelte Maier und forderte ein Ende der Debatte um Neuers Leistungsfähigkeit: „Lasst Manu in Ruhe!“
Neuer hatte sich beim 2:2 der Bayern am Samstag in Augsburg einen Schnitzer mit historischen Folgen erlaubt. Unmittelbar nach dem Anpfiff versuchte er den Ball über den heranstürmenden Robin Fellhauer zu chippen – was total misslang. Neuers Ball traf den Rücken des Augsburgers, der das Geschenk dankend annahm und den Ball ins Tor schob. Gerade einmal 8,4 Sekunden waren gespielt – es ist das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte.
Matthäus: Neuer muss liefern
Nach dem Spiel kam vereinzelt die Idee auf, Neuers Erben Jonas Urbig vorzeitig zu befördern und schon in der laufenden Saison zur Nummer 1 zu machen. Maier hält davon überhaupt nichts. „Jonas Urbig ist Anfang 20, dem tut man nichts Gutes, wenn man ihn jetzt in den Himmel lobt. Da lese ich, er habe bei der Nationalmannschaft gut gehalten. Ja, was hat der denn gehalten? Ein paar Bälle, die ganz normal aufs Tor kamen“, sagte der 82-Jährige. Urbig solle „erst mal eine ganze Saison spielen, bevor Sie Lorbeeren austeilen“.
Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus sieht die Sache weniger eindeutig – und den Ball bei Neuer. „Urbig hat alle Voraussetzungen, sowohl beim FC Bayern als auch in der Nationalmannschaft die Nummer eins zu werden. Er ist wirklich fantastisch, lernt von Neuer und wird ihn irgendwann ablösen. Ob es in dieser Saison ist oder in der nächsten, werden die Leistungen von Neuer entscheiden“, sagte der Sky-Experte.
Verwendete Quellen: ntv.de, mar
