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Überall USA, überall Sponsoren: Trumps Käfigkampfspektakel mutiert zur überdrehten Werbeshow

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 15, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Überall USA, überall SponsorenTrumps Käfigkampfspektakel mutiert zur überdrehten Werbeshow

15.06.2026, 09:58 Uhr Von Michael Bauer, Washington
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Trump salutiert, UFC-Chef White (l.) legt die Hand aufs Herz. (Foto: via REUTERS)

Zum 250-jährigen Bestehen der USA gibt es ein skurriles Sportevent direkt vor dem Weißen Haus. Auf Wunsch des Präsidenten finden dort Käfigkämpfe statt – für alle Amerikaner. Die Inszenierung ist gigantisch, die Werbemaßnahmen aber auch.

Aus einer fixen Idee des US-Präsidenten ist eines der merkwürdigsten Sportevents aller Zeiten geworden: Die Feier zum 250-jährigen Bestehen der USA mutierte zu einer Werbeveranstaltung für Sponsoren und Freunde der MMA-Organisation Ultimate Fighting Championship (UFC) unmittelbar vor dem Weißen Haus. Die Vorgabe war eigentlich eine andere: ein Livesport-Event als Geschenk an Amerika.

US-Präsident Donald Trump hatte sich vor Monaten ein UFC-Event gewünscht, sein 80. Geburtstag schien der passende Tag dafür. Dafür stampfte der Mixed-Martial-Arts-Riese nicht nur eine Arena auf den Rasen vor dem Weißen Haus, sondern auch ein kleines Festival aus dem Boden.

Im Vorfeld proklamierte UFC-Boss Dana White noch, das Event werde ein fettes Minus produzieren. 60 Millionen wurden als Kosten kolportiert. Während die Muttergesellschaft TKO Group Holdings die gesamten Kosten für Aufbau, Produktion und die Gagen der Kämpfer übernahm, rechnete sie aufgrund der kostenlosen Eintrittskarten mit einem Verlust von 30 Millionen Dollar. Im Verlauf der Veranstaltung, die auf dem Streamingdienst Paramount+ übertragen wurde, konnte man allerdings den Eindruck gewinnen, man habe krampfhaft versucht, jeden Dollar wieder einzuspielen.

Es gab deutlich mehr Werbung als ohnehin schon bei UFC-Veranstaltungen. Der Ringboden ist immer mit Firmenlogos zugekleistert, nun hatten sogar die Mikrofone der Kommentatoren, jeder Kampf, ja selbst die Kameraeinstellung im Aufwärmbereich der Kämpfer einen eigenen Werbepartner. „Dieser Kampf wird gesponsert von Truth Social – the real voice of President Trump“, gab einer der Kommentatoren zum Besten. Einzig das Weiße Haus blieb verschont und wurde nicht zur Werbefläche.

Das Weiße Haus diente zum einen als eindrucksvolle Hintergrundrequisite und zum anderen als Rampe für die Kämpfer. Jeder der MMA-Profis an diesem Abend hatten einen eigenen Einmarsch und kam aus einem anderen Winkel des Weißen Hauses marschiert. Dazu spielte ein großes Orchester deren Lieblingsmusik, was tatsächlich eine erfrischende Abwechslung an diesem Abend war.

Bei Gewitterwarnung mit „Thunderstruck“ einmarschiert

Einen einzigartigen Einmarsch bekam auch Donald Trump. An der Seite von White gab es einen langen Gang bis zum Käfig im Zentrum der „Klaue“, wie die Eventkonstruktion vor dem Weißen Haus genannt wird. Dazu spielte das Orchester ACDCs „Thunderstruck“. Welch Ironie, hatte das Event doch vorwiegend damit zu kämpfen, dass Unwetter rund um Washington für eine Verschiebung oder Pause hätten sorgen können. Es folgte die Nationalhymne, vorgetragen von der Zac Brown Band, anschließend überflog eine Staffel Kampfjets die Szenerie – alles sehr amerikanisch.

Die UFC bemühte sich zwischen den Kämpfen, ihrem eigentlich Ansinnen, Amerika und seine Alltagshelden in den Fokus zu rücken, gerecht zu werden. Sowohl die rund 80.000 Zuschauer im Ellipse Park als auch das Publikum zu Hause bekamen Einspieler zum Flaggentag, Militär und Einsatzkräften präsentiert. Zwischendurch düste noch ein Überschallbomber B-1B Lancer über das Areal.

White nutzte das Event noch, um ein bisschen Eigenwerbung für sein neues Spielzeug – eine Boxorganisation – zu machen. Denn plötzlich spazierte Boxikone Tyson Fury zum Ring. Gegen ihn bestand eigentlich aus juristischen Gründen ein Einreiseverbot. Während der Übertragung sagte Fury, er wolle White die Ankündigung überlassen. Durch die Blume bestätigte er damit aber sein Engagement bei Zuffa Boxing. Doch auch Whites Freunde bekamen etwas vom Rampenlicht ab. Mark Zuckerbergs Firma Meta kündigte an, 130.000 blinden Veteranen im ganzen Land KI-Brillen zu spenden.

Geschmackloser Obama-Witz

An diesem Abend ging es dafür überraschend unpolitisch zu. Zumindest ließ sich in Person von Josh Hokit nur ein Kämpfer zur peinlichen Behauptung hinreißen, Michelle Obama sei in Wirklichkeit ein Mann, und damit in Richtung der Demokraten und des Trump-Vorgängers zu schießen. Überraschenderweise hielt sich Trump an seinem 80. Geburtstag eher im Hintergrund. Erst nach sechs von sieben Kämpfen wurde er eingeblendet. Neben Melania sitzend winkte er Richtung der Kamera.

Nach dem Titelgewinn durch Justin Gaethje im letzten Kampf wurde Trump dann doch noch aktiv. Er begab er sich in den Käfig, um ein bisschen Smalltalk mit dem Sieger und seiner Familie zu betreiben. Ein US-Amerikaner triumphiert in der finalen Schlacht. Es war der perfekte Abschluss für ein Geburtstagsgeschenk, das sich Trump selbst gemacht hat – mit einem Wermutstropfen: Öffentlich gratuliert hat ihm an diesem Abend niemand.

Quelle: ntv.de

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