Sie war eine der führenden Stimmen der Frauenbewegung in den USA. Nun ist die Journalistin und Buchautorin Gloria Steinem im Alter von 92 Jahren in New York gestorben.
Gloria Steinem hatte in den USA eine vergleichbare Bedeutung wie Alice Schwarzer in Deutschland. Steinem war Journalistin und Herausgeberin des feministischen Magazins „Ms.“. Für eine ihrer ersten investigativen Artikel arbeitete sie 1963 undercover als Playboy-Bunny. So konnte sie die entwürdigenden Zustände in Hugh Hefners Playboy-Imperium aus eigener Erfahrung schildern.
Berühmt wurde Steinem Ende der 1960er-Jahre durch ihren Einsatz für das Recht auf Abtreibung. Sie selbst hatte als 22-Jährige eine illegale Abtreibung vornehmen lassen. Das Thema ließ Gloria Steinem nie wieder los und machte sie zur Aktivistin. Ihre Überzeugung lautete: „Entweder ist unsere Kontrolle über den eigenen Körper gleichberechtigt, unabhängig von Geschlecht oder Hautfarbe, oder wir leben nicht in einer Demokratie.“
Trägerin der Freiheitsmedaille des Präsidenten
Ihr Leben lang bis ins hohe Alter reiste Steinem zu Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Demonstrationen durch die USA. 2013 verlieh ihr der damalige Präsident Barack Obama die Freiheitsmedaille des Präsidenten, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten.
Erst im Alter von 66 heiratete Gloria Steinem. Ihr langes Single-Leben begründete sie mit dem für sie typischen Humor: Sie könne sich in Gefangenschaft nicht paaren.
Steinem starb am Mittwoch umgeben von ihren Liebsten. Ihre Stiftung erklärte: „Glorias größte Gabe war ihre Fähigkeit, anderen zuzuhören und ihnen das Gefühl zu geben, gesehen und gehört zu werden.“ Im Herbst sollen ihre Memoiren erscheinen.

