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Startseite»Nachrichten»Verdi fordert Lohnerhöhungen: Tausende streiken im Handel – Verzögerungen im Supermarkt?
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Verdi fordert Lohnerhöhungen: Tausende streiken im Handel – Verzögerungen im Supermarkt?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 15, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Verdi fordert LohnerhöhungenTausende streiken im Handel – Verzögerungen im Supermarkt?

Die Arbeitgeber bieten von November an eine Erhöhung um 2 Prozent und ab August 2027 um weitere 1,5 Prozent – bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Verdi fordert 7 Prozent mehr Lohn und brutto mindestens 225 Euro sowie eine Laufzeit von zwölf Monaten. (Foto: dpa)

Die Gewerkschaft Verdi bestreikt bundesweit Handelsunternehmen, darunter Filialen von Edeka, Rewe, Douglas, H&M und Ikea. In mehreren Städten finden Kundgebungen statt. Über die Auswirkungen auf den Handel gibt es verschiedene Berichte.

Die Gewerkschaft Verdi hat in der laufenden Tarifrunde im Handel mit einem Warnstreik den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Mehr als 5000 Beschäftigte des Einzel-, Groß- und Außenhandels nahmen bundesweit an den befristeten Arbeitsniederlegungen teil, wie eine Verdi-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Bestreikt wurden mehr als 200 Standorte, darunter Filialen von Edeka, Rewe, Kaufland, Penny, Douglas, Zara, H&M, Metro und Ikea.

Nach Angaben der Gewerkschaft mussten Kundinnen und Kunden teilweise mit Verzögerungen an Kassen oder bei der Leergutannahme rechnen. Auch im Groß- und Außenhandel seien Folgen zu spüren, allerdings womöglich erst mit Verzögerung. Gestreikt wurde laut Verdi in Berlin-Brandenburg, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Hamburg.

Aus Sicht des Handelsverbands Deutschland (HDE) gab es keine spürbaren Auswirkungen für Verbraucher. „Einkäufe können wie gewohnt überall getätigt werden“, sagte Tarifgeschäftsführer Steven Haarke. Zu möglichen Ladenschließungen lägen bislang keine Informationen vor.

Verdi: „Nicht die Billigheimer der Nation“

In mehreren großen Städten fanden Streikkundgebungen statt. In Dortmund kamen mehrere Hundert Menschen zusammen. Die Polizei sprach von 400, Verdi hingegen von rund 1000 Teilnehmern.

„Ihr seid nicht die Billigheimer der Nation“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer in Dortmund laut Redemanuskript zu den Beschäftigten. „Eure Arbeit hat einen Wert – und dieser Wert muss sich auch in Eurem Portemonnaie widerspiegeln. „In Frankfurt waren nach Angaben von Gewerkschaft und Polizei 400 bis 500 Menschen vor Ort. In Hamburg beteiligten sich laut Verdi rund 600, in Stuttgart rund 150.

Im April starteten in den ersten Landesbezirken die Verhandlungen für den Einzelhandel sowie den Groß- und Außenhandel. In Hamburg und Nordrhein-Westfalen legte die Arbeitgeberseite in dieser Woche erste Tarifangebote für den Einzelhandel vor. Die Gewerkschaft wies sie zurück. Zimmer sprach von „vergifteten Angeboten“, die nicht einmal die Inflation ausgleichen würden.

Die Arbeitgeber bieten von November an eine Erhöhung um 2 Prozent und ab August 2027 um weitere 1,5 Prozent – bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Verdi fordert 7 Prozent mehr Lohn und brutto mindestens 225 Euro sowie eine Laufzeit von zwölf Monaten.

Im Handel arbeiten laut Verdi hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorigen Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin. Am Ende stand für die Beschäftigten im Einzelhandel für den Zeitraum 2023 bis 2025 ein Einkommensplus von insgesamt rund 14 Prozent. Die Tarifbindung in der Branche ist seit Jahren rückläufig und vergleichsweise gering.

Quelle: ntv.de, toh/dpa

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