Versuchter Angriff von LeipzigBericht: Regierung macht Moskau für gescheiterten Drohnen-Anschlag verantwortlich
Die Bundesregierung will den versuchten Anschlag auf eine ukrainische Frachtmaschine offenbar Russland zuschreiben. Auf die gescheiterte Sprengstoff-Attacke könnten nun Konsequenzen auf mehreren Ebenen folgen.
Der Anschlagsversuch mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig-Halle soll auf das Konto eines russischen Geheimdienstes gehen. Der Auftrag für die Attacke sei aus Moskau gekommen, berichtet die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise.
Im Laufe des Tages wollen sich demnach Innenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johannes Wadephul zu den Erkenntnissen der Bundesregierung äußern. Bundeskanzler Friedrich Merz ist dem Bericht zufolge bei dem Termin nicht anwesend.
Welche Konsequenzen die Bundesregierung aus der Zuschreibung des Anschlagsversuchs zieht, ist noch unklar. Diese sollen in Absprache mit den europäischen Partnern erfolgen. Dem Bericht zufolge wird über die Ausweisung von Mitarbeitern der russischen Botschaft spekuliert. Darüber hinaus könnte auch der russische Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellt werden. Zudem könnte es weitere Sanktionen gegen Russland geben.
Wadephul: „Keine Überreaktion“
Außenminister Wadephul erklärte im ZDF am Morgen, dass es von deutscher Seite „keine Überreaktionen“ geben werden. „Deutschland lässt sich in keiner Weise einschüchtern, und das wird auch weiterhin die Grundeinstellung unserer Politik sein“, sagte der Außenminister. Es werde aber eine konsequente Antwort der Bundesregierung geben. „Deutschland muss sich so aufstellen, dass jeder, der uns angreift, weiß, wir finden Antworten. Und das bereiten wir jetzt sorgfältig vor.“
Der Bundeskanzler hatte nach dem Anschlag bereits in der vergangenen Woche Konsequenzen angekündigt, wollte sich aber noch nicht zum mutmaßlichen Urheber der Tat äußern. „Die Bundesregierung erlegt Urhebern hybrider Angriffe einen Preis auf – sie werden dafür bezahlen“, so Merz.
US-Medien hatten in der vergangenen Woche bereits berichtet, dass Geheimdienste die Urheberschaft für den versuchten Anschlag dem Kreml zuschreiben. Der Angriff weise Merkmale auf, die auf den russischen Militärgeheimdienst GRU hindeuten, berichtete ABC News unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise.
Anfang August war die mit Sprengstoff präparierte Drohne zwischen mehreren ukrainischen Frachtmaschinen am Flughafen Leipzig-Halle entdeckt worden. Im Rahmen der Ermittlungen der Sicherheitsbehörden konnte übereinstimmenden Medienberichten zufolge vor rund zwei Wochen eine weitere Drohne gefunden worden. An deren Fundstelle fanden die Ermittler zudem eine Substanz, bei der es sich offenbar um den hochexplosiven militärischen Sprengstoff Hexogen handelt. Dieser ist auch unter dem Namen T4 bekannt.
