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Videoaufnahmen belasten Soldaten: Siedlerrandale im Westjordanland – Vorwürfe gegen Israels Militär

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 6, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Videoaufnahmen belasten SoldatenSiedlerrandale im Westjordanland – Vorwürfe gegen Israels Militär

Eine israelische Flagge ist durch den Rauch eines Feuers auf einem Feld zu sehen. Nach Angaben örtlicher Palästinenser wurde das Feuer von israelischen Siedlern gelegt. (Foto: REUTERS)

Israelische Siedler stürmen im Westjordanland mehrere palästinensische Dörfer. Tiere werden gestohlen, Eigentum in Brand gesetzt und es kommt zu Angriffen auf Einwohner. Bei einem besonders schweren Vorfall ist auch ein israelischer Soldat beteiligt.

Bei erneuten Angriffen israelischer Siedler sind im Westjordanland in der Nähe der Stadt Nablus neun Palästinenser teilweise schwer verletzt worden. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, dass auch ein israelischer Soldat gemeinsam mit vermummten Siedlern auf zwei palästinensische Männer einschlägt, wie die Zeitung „Times of Israel“ berichtete. Das israelische Militär distanzierte sich demnach von dem Handeln des Soldaten.

Einer der geschlagenen Palästinenser erlitt schwere Kopfverletzungen. Von palästinensischen Medien veröffentlichte Aufnahmen zeigten einen jungen Mann, der auf der Straße lag und am Kopf blutete, während ihn ein Sanitäter des Roten Halbmonds versorgte. Eine Videoaufnahme zeigt, wie ein Angreifer ihn mit einem Gegenstand niederschlägt. Augenzeugen zufolge wurde ihm mit einer Eisenstange gegen den Kopf geschlagen, wie die Zeitung „Haaretz“ berichtete. Auf dem Video ist zu sehen, wie sich die Siedler und der israelische Soldat anschließend vom Tatort entfernen.

„Haaretz“ berichtete, dass Dutzende maskierte Männer vier palästinensische Dörfer in der Nähe einer illegalen israelischen Siedlung angegriffen und dabei Steine geworfen, Eigentum angezündet, Einwohner attackiert und mehr als 100 Schafe gestohlen hätten. Die Angriffe hätten begonnen, nachdem die Siedler eine eigene Schafherde als gestohlen gemeldet hatten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf eine Quelle der israelischen Sicherheitskräfte.

Sie zitierte einen Offiziellen des Orts Huwara, der berichtete, dass zwischen 100 und 150 Siedler an den Angriffen auf die Kleinstadt beteiligt gewesen seien. „Wo immer es Schafpferche oder -gehege gab, stürmten sie diese und gingen auf die Tiere los.“ Israelische Soldaten hätten die Einwohner daran gehindert, sich den Siedlern zu nähern, als diese die Häuser im Dorf überfielen.

„Derzeit werden fünf Verletzte im Krankenhaus behandelt. Drei von ihnen wurden durch Schüsse getroffen. Einer wurde von einem Gewehrkolben am Auge getroffen, was zu einer schweren inneren Augenverletzung führte. Ein weiterer erlitt einen Treffer am Rücken. Einem Mann im Alter von mehr als 60 Jahren wurde schwer auf den Rücken geschlagen.“ Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, dass einzelne Siedler Gewehre trugen.

Laut „Haaretz“ sagten die Einwohner, dass die Überfälle zwei Stunden lang angedauert hätten, ohne dass Sicherheitskräfte eingeschritten seien. Das israelische Militär erklärte demnach, dass später Truppen in das Gebiet entsandt worden seien – „nach einer Meldung über den mutmaßlichen Diebstahl von Vieh im Besitz israelischer Zivilisten -, um „die israelischen Zivilisten und das Vieh aus dem Gebiet zu entfernen und eine Konfrontation zu verhindern“.

Quelle: ntv.de, dsc

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