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Startseite»Nachrichten»Wachsende Marktmacht: Ist Rheinmetall das „Google der Rüstungswirtschaft“?
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Wachsende Marktmacht: Ist Rheinmetall das „Google der Rüstungswirtschaft“?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 20, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Wachsende Marktmacht Ist Rheinmetall das „Google der Rüstungswirtschaft“?

Rheinmetall versteht als sogenannter Komplettanbieter, der alle Militärstreitkräfte beliefern kann (Foto: picture alliance/dpa)

Panzer, Munition, neuerdings auch Drohnen und Satelliten: In vielen Bereichen kommt die Bundeswehr kaum mehr an Rheinmetall vorbei. Ein Mitglied der Monopolkommission warnt vor starken Abhängigkeiten.

Kartellexperten sehen die wachsende Marktmacht von Rheinmetall in vielen Rüstungsbereichen mit zunehmender Sorge. „Die ,Zeitenwende‘ bringt gerade einzelne Akteure in eine entscheidende Funktion, die sich noch über Jahre auszahlen kann. Das kann künftig zu starken Abhängigkeiten führen“, sagte Rupprecht Podszun, Professor an der Universität in Düsseldorf und Mitglied der Monopolkommission, dem Wirtschaftsmagazin „Capital“. Rheinmetall habe das Potenzial, sich zu einer Art Google der Rüstungswirtschaft zu entwickeln. Schon jetzt könne der Konzern seine Marktposition ausspielen, warnt Podszun: „Man kann Unternehmen, von denen man derart abhängig ist, nicht mehr ganz so einfach regulieren.“

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022 wächst das größte deutsche Rüstungsunternehmen rasant. Unter Konzernchef Armin Papperger verdoppelte Rheinmetall seinen Umsatz auf 9,9 Milliarden Euro im Jahr 2025, kaufte in Deutschland, Spanien und Osteuropa zahlreiche Firmen und gründete Joint-Ventures. Dabei expandierte das Unternehmen, das lange vor allem für Panzer und andere Landsysteme bekannt war, in andere Rüstungsbereiche. Anfang 2026 übernahm es die Bremer Marinewerft NVL, zudem stieg es in den Bau von Drohnen und Satelliten ein. Bis 2030 will Papperger einen Umsatz von bis zu 50 Milliarden Euro erreichen.

Schon heute gibt es für die Bundeswehr in einigen Bereichen keine wirklichen Alternativen zu Rheinmetall. Insbesondere bei Artilleriemunition verfügt der Dax-Konzern in Deutschland über eine marktdominierende Stellung. In den vergangenen Jahren erhielt Rheinmetall von der Bundeswehr zahlreiche große Rahmenverträge für Munition in einem Gesamtvolumen von mehr als 10 Milliarden Euro. Vor allem bei der sogenannten „tempierbaren“ Munition, die in der Luft explodiert und nicht erst beim Aufprall, sei Rheinmetall so teuer wie marktdominant, heißt es in der Branche.

Auch unter Verteidigungsexperten im Bundestag stößt die massive Expansion und die damit verbundene Marktmacht des Branchenprimus auf Bedenken. „Rheinmetall mischt überall mit, wo Umsätze locken“, sagt der Grünen-Abgeordnete Sebastian Schäfer, der im Haushaltsausschuss für den Verteidigungsetat zuständig ist, „Capital“. Nach dem Einstieg in den Marinebereich durch die Übernahme der Lürssen-Marinesparte NVL Anfang dieses Jahres hat Rheinmetall etwa auch vergangene Woche ein Angebot für das Fregattenprojekt F-126 abgegeben. Für die Übernahme des pannengeplagten Projekts verlangt der Düsseldorfer Konzern mehr als 12 Milliarden Euro. Ursprünglich sollte die niederländische Damen-Werft die Fregatten bauen. Zuletzt waren für das bisher größte Beschaffungsvorhaben der Marine 10 Milliarden Euro vorgesehen. Verteidigungsminister Boris Pistorius muss nun prüfen, ob es eine Alternative zu Rheinmetall gibt, um das Fregattenprojekt zu retten.

Quelle: ntv.de, jga

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