„Wer wird Millionär?“Schwangerer Schwarzenegger, heißer Vater & Männerballast

„Wahnsinn. Das ist Ihr Vater?!“ Jauch fällt beim Blick ins Publikum vom Glauben ab. Heike Claßen hat Männern generell abgeschworen („Ballast!“) und kommt mit null Prozent Wissen auf den heißen Stuhl. Baff ist Jauch auch bei der Lehrerin, die noch nie von den Montagsdemonstrationen gehört hat.
„Zack, zack, bumm!“ Günther Jauch mochte es kaum fassen. Doch so einfach kann es manchmal bei „Wer wird Millionär?“ gehen. Heike Claßen haute wahllos in die Tasten und entschied mit blitzschnellen 2,38 Sekunden die erste Auswahlfrage am Montagabend für sich. „Ich habe nur gedacht: Ich weiß es nicht, dann spiel auf Schnelligkeit“, sagte die Arbeitsvermittlerin vom Jobcenter bei RTL (auch auf RTL+ abrufbar). Jauch war baff: Dafür stehe die Chance gerade einmal 1:24.
Kurzen Prozess macht die Kandidatin auch in Beziehungsfragen. „Sie schwören jeder Partnerschaft ab, Sie möchten immer und ewig ledig bleiben“, berichtete Jauch. „Ich mag mein Leben so“, bestätigte Claßen. „Ich binde mir doch nicht freiwillig Ballast ans Bein. Es kommt gar nicht anders infrage.“ Jauch war amüsiert: „Man wird ja auch Zeuge von so viel Elend.“
„Du verarschst mich jetzt, oder?“
Manchmal unterschätzt Claßen Männer aber einfach, etwa Arnold Schwarzenegger. Jauch wollte für 4000 Euro wissen: „Wen spielen Frances McDormand in ‚Fargo‘, Ellen Page in ‚Juno‘, Sigourney Weaver in ‚Alien 3‘ und Arnold Schwarzenegger in ‚Junior‘: Außerirdische, Gefängnisinsassen, Schwangere oder Superhelden?“ Claßen schloss die Schwangeren sofort aus. Ihr Telefonjoker nannte aber exakt diese Antwort. „Im Ernst? Du verarschst mich jetzt, oder?“, fragte die Kandidatin entgeistert.
„Nein“, entgegnete der Telefonjoker ruhig. „Echt? Cool! Sonst alles okay bei dir?“, freute sich die Arbeitsvermittlerin, ehe die Tröte ertönte. „Arnold Schwarzenegger schwanger?“, machte es Jauch noch etwas spannend, ehe er Claßen beruhigen konnte. „Ein Mann ist in Ihr Leben getreten, der sich nicht als Ballast sofort entpuppt hat. Auch das eine neue Erfahrung“, schmunzelte der „Wer wird Millionär?“-Moderator.
Claßen brauchte ab der 1000-Euro-Frage in jeder Runde einen Joker, war am Ende mit ihren 8000 Euro zufrieden. Das war in dieser Ausgabe der RTL-Quizshow auch das Ergebnis der zwei folgenden Kandidaten.
Grundschullehrerin Nicole Hillemeier aus München trägt in ihrer Klasse gern einen plüschigen Ganzkörperanzug mit Salamipizzaaufdruck und hat offenbar noch nie etwas von den Montagsdemonstrationen gehört.
Leipziger Allerlei bei Jauch
„Was für ein Wochentag war der 16.10.1989, an dem in Leipzig über 100.000 Menschen auf den Straßen demonstrierten: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag?“, wollte Jauch für 4000 Euro wissen. Das besondere Aha-Erlebnis blieb bei der Lehrerin selbst dann aus, als ihr Zusatzjoker die korrekte Antwort gab. Das Studiopublikum versäumte an dieser Stelle leider die historische Chance, sich gesammelt und vereint als Zusatzjoker anzubieten.
Etwas ausgleichende Gerechtigkeit gab es im Anschluss, als sich gleich beide Leipziger unter Jauchs Auswahlkandidaten für den Kampf um die Million qualifizierten. Aus Ostdeutschland gebe es generell relativ wenig Bewerbungen, appellierte der RTL-Moderator an Interessenten. Fachinformatiker Tom Krause (28) machte den Anfang und wurde sofort von seinem Vater überschattet. Denn nicht nur Jauch hatte Fragen.
Jauch brauchte einen Moment länger als die Zuschauer vor den Fernsehern. Doch dann war er aufrichtig entgeistert. „Das ist doch nicht Ihr Vater. Das ist Ihr Bruder!“, widersprach er Krause angesichts des vitalen Herren im Publikum. Der Kandidat sackte zusammen, schüttelte schicksalsergeben den Kopf. Das bekomme er ständig zu hören.
Jauch: „Das ist Ihr Vater?!“
„Das ist ja Wahnsinn. Das ist Ihr Vater?!“ Jauch kam nicht darüber hinweg und zeigte gar mit dem Finger ins Publikum. „In welchem Alter haben Sie Ihren Ballast abgeworfen?“, fragte er den Begleiter. Der verriet: Er war mit 22 Jahren Vater geworden. „Wenn Sie da aussahen wie 15, dann kommt es ja hin“, erwiderte Jauch.
Kruse scheiterte an der 16.000-Euro-Frage, bei der er hätte wissen müssen, dass Deutschland es 1996 zum ersten und letzten Mal nichts ins ESC-Finale geschafft hat. Lustigerweise hatte der IT-Spezialist kürzlich den anderen Leipziger Kandidaten, Carsten Muschalle, am Telefon, um ihm mit hartnäckigen Problemen beim Drucken zu helfen. Leider war bei dem Pressesprecher des 1. FC Lokomotive Leipzig auch in anderer Hinsicht der Wurm drin.
„Ich habe mir vorgenommen, ein bisschen was zu riskieren“, verkündete Muschalle und läutete damit sein frühes Aus bei 500 Euro ein. Dabei hatte ihn Jauch noch unverhohlen gewarnt. Bei der Frage nach einem Tier, das seinen Schwanz zum Greifen benutzt, legte sich Muschalle umgehend auf den Gehässigen Gelbmaulgibbon fest. „Sehr schöne Alliteration“, freute er sich. „Könnte natürlich auch nach Gag einer Rateredaktion aussehen“, gab Jauch zu bedenken. „Dann fahre ich mit 500 Euro mehr nach Hause als ich gekommen bin“, entgegnete Muschalle. So kam es dann auch.
WWM: Gewinner des Abends
Den höchsten Gewinn in dieser Folge von „Wer wird Millionär?“ fuhr Überhangkandidat Noah Schwarz (18) ein. Wobei: Mit seinem WG-Zimmer hat der angehende Medizinstudent womöglich einen noch größeren Treffer gelandet. 200 Euro in Heidelberg? Jauch konnte es kaum glauben: „Dann brauchen Sie die 16.000 ja gar nicht mehr.“
Ruben Jochem aus Freiburg qualifizierte sich wenige Minuten vor Ende der Sendung dann noch schnell als fünfter der sechs Auswahlkandidaten. Dabei war Regina Wieser aus Piding in den ersten beiden Runden stets eine der beiden Kandidaten gewesen, die die Auswahlfrage korrekt beantworten konnten. Sie war nur leider immer etwas zu langsam.
„Es kann sehr schnell bei uns gehen – im Guten wie im Schlechten“, warnte Jauch Jochem. Der Mitarbeiter einer Softwarefirma steigt nächsten Montag wieder mit der 500-Euro-Frage ein. „Wer wird Millionär?“ geht anschließend in eine längere „Bauer sucht Frau“-Pause.