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Startseite»Nachrichten»„Wind nicht auf meiner Seite“: Olympiasiegerin Mihambo überraschend geschlagen
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„Wind nicht auf meiner Seite“: Olympiasiegerin Mihambo überraschend geschlagen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 26, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Wind nicht auf meiner Seite“

Olympiasiegerin Mihambo überraschend geschlagen

Auf nationaler Ebene ist Malaika Mihambo nahezu unschlagbar, doch ausgerechnet bei der deutschen Meisterschaft unterliegt die Olympiasiegerin knapp. Andere deutsche Hoffnungsträger sammeln Selbstvertrauen.

Diesmal war auch die Meisterin der letzten Versuche im böigen Wind von Wattenscheid mit ihrer Weisheit am Ende. Tapfer applaudierte Malaika Mihambo dem Publikum, doch ihre überraschende Niederlage konnte Deutschlands beste Weitspringerin am Ende der nationalen Titelkämpfe in Bochum nicht mehr abwenden.

Mit nur 6,63 Metern aus dem ersten Versuch sprang Mihambo vier Zentimeter weniger als Siegerin Mikaelle Assani, die im Lohrheidestadion besser mit den schwierigen Verhältnissen zurechtkam. Zwei Wochen vor den Europameisterschaften in Birmingham kassierte Mihambo damit eine seltene Niederlage in Deutschland – zumal sie eine Woche zuvor in London erstmals in dieser Saison die Marke von sieben Metern übertroffen hatte.

„Der Wind war nicht auf meiner Seite, aber es ist in Ordnung“, sagte Mihambo gefasst und zuckte immer wieder mit den Schultern. Bei einigen Versuchen mit Gegenwind lief sie durch, weil das Brett zu weit weg war. Im letzten verschenkte sie beim Absprung 44 Zentimeter. „Das ist schade, aber da kann man dann nichts machen“, sagte die zweimalige Weltmeisterin, die auch noch den Wettkampf aus London in den Knochen spürte.

Assani hatte mit ihrem Sieg nach 15-monatiger Verletzungs-Auszeit nicht gerechnet. „Ich bin einfach unglaublich überrascht“, sagte die Karlsruherin. „Das ist schon so ein großes Geschenk, dass ich hier nach meiner Pause bei deutschen Meisterschaften starten darf. Mit dem Titel da rauszulaufen, das war nicht in meinem Kopf.“

Aufwind für deutsche Hoffnungen

Andere deutsche Leistungsträger holten sich in Bochum Aufwind für den Saisonhöhepunkt in Birmingham. Bei einigen ist aber auch noch Luft nach oben. So genügten Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Mabry mäßige 19,04 Meter zum dritten deutschen Titel in Folge.

Emil Agyekum unterbot über 400 Meter Hürden die nächste Bestmarke des deutschen Idols Harald Schmid. Der 27-Jährige vom SCC Berlin gewann in starken 47,65 Sekunden.

Diesmal brach er den Meisterschaftsrekord von Schmid, der seit 1985 bei 48,02 Sekunden stand. „Ich bin super drauf, hab‘ ein neues Level erreicht“, sagte Agyekum. Er hatte zuletzt in 47,45 Sekunden nach fast 44 Jahren den deutschen Rekord von Schmid geknackt.

Auch der zweitplatzierte Owe Fischer-Breiholz zeigte in 48,08 Sekunden eine starke Leistung vor 14.000 Zuschauern im ausverkauften Wattenscheider Lohrheidestadion. „Ich habe gute Konkurrenz in Deutschland, das macht mich so stark“, stellte Agyekum fest. Sein Motto auch für die EM lautet: „No limits – alles möglich.“

Ansah ist Doppel-Meister

100-Meter-Champion Owen Ansah setzte sich zum Abschluss in 20,13 Sekunden auch über 200 Meter durch und ließ sich den Wirbel um das Verfahren der Nationalen Anti Doping Agentur nicht anmerken.

1.500-Meter-Rekordler Robert Farken gewann unangefochten in 3:35,33 Minuten. Ex-Europameisterin Gesa Krause war über 3.000 Meter Hindernis nicht zu bezwingen. „Ich war lange nicht mehr so nervös. Ich wollte heute unbedingt gewinnen“, sagte die bald 34 Jahre alte Mutter einer Tochter.

„Würde lügen, wenn …“

Der WM-Zweite Merlin Hummel ist erneut deutscher Meister im Hammerwurf. Der Titelverteidiger siegte bei zeitweiligem Nieselregen mit 79,18 Metern und nahm das als Test für die EM in Großbritannien. „Die 80 wäre schön gewesen, aber wir haben ja noch Birmingham“, sagte Hummel mit Blick auf die EM. „Natürlich geht’s um die Medaillen. Ich würde lügen, wenn es nicht so wäre.“

Für eine der besten Leistungen hatte am ersten Tag Weitspringer Simon Batz mit 8,29 Metern gesorgt. Der in diesem Jahr lange Zeit angeschlagene Speerwerfer Julian Weber zog mit seinem sechsten Meistertitel in Folge mit Klaus Wolfermann gleich, dem Olympiasieger von 1972.

Ein Zeckenbiss hatte Gina Lückenkemper wochenlang ausgebremst, und so endete die Titelserie der einstigen Doppel-Europameisterin über 100 Meter am Samstag. Es siegte Jolina Ernst, die 22 Jahre alte Tochter der einstigen Sprinterin Melanie Paschke.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter/dpa

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