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Politik

Wo Tanken besonders teuer ist – und wo sich sparen lässt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 21, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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FAQ

Stand: 21.07.2026 • 15:03 Uhr

Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann je nach Land und Region unterschiedlich viel fürs Tanken bezahlen. Wo Sprit in Europa besonders teuer oder günstig ist und worauf Reisende achten sollten.

Michelle Goddemeier

Die Spritpreise unterscheiden sich teils deutlich – sowohl zwischen den europäischen Ländern, als auch innerhalb Deutschlands. Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt oder regelmäßig längere Strecken zurücklegt, kann durch die Wahl des Tankstopps mitunter spürbar sparen. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wo ist Tanken in Europa besonders teuer?

Innerhalb Europas gehören bei Diesel die Schweiz (2,16 Euro), Finnland (2,15 Euro), die Niederlande (2,15 Euro) und Dänemark (2,05 Euro) zu den Ländern mit den höchsten Kraftstoffpreisen. Auf Platz fünf folgt dann schon Deutschland mit 2,02 Euro pro Liter Diesel. Die Angaben beziehen sich auf den Preis in der vergangenen Woche – dadurch könnten sie in dieser Woche schon deutlich höher sein. Sie stammen von der Europäischen Kommission und vom Automobilclub von Deutschland (AvD).

Beim Super-Kraftstoff sieht die Verteilung recht ähnlich aus. Hier führen Dänemark (2,37 Euro), die Niederlande (2,30 Euro) und Finnland (2,14 Euro) das Ranking der teuersten Preise an. Deutschland belegt Platz vier mit 2,10 Euro. Die Schweiz landet dahinter mit 1,98 Euro – genauso wie Griechenland.

Wo ist Sprit im Ausland besonders günstig?

Zu den günstigsten Ländern zählen häufig ost- und südeuropäische Länder. Bei Diesel gibt es den niedrigsten Preis in Malta (1,21 Euro). Dieser liegt über 80 Cent unter dem deutschen Preis. Auch in Bulgarien (1,50 Euro), Tschechien (1,52) Euro, Spanien (1,55 Euro) und Zypern (1,57 Euro) ist es deutlich günstiger.

Schweden, die Slowakei, Polen, Slowenien, Ungarn und Kroatien liegen ebenfalls deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 1,77 Euro.

Ähnlich – wenn auch leicht verändert – sieht das Ranking bei Super aus. Hier liegt der Preis ebenfalls in Malta am niedrigsten (1,34 Euro). Danach folgen Schweden (1,38 Euro), Bulgarien (1,46 Euro), Zypern (1,47 Euro) und Spanien (1,54 Euro). Ebenfalls deutlich günstiger als in Deutschland ist Super in Slowenien, Polen, Kroatien, Ungarn und Tschechien. Der Preis liegt etwa 40 bis 50 Cent unter dem deutschen.

Warum unterscheiden sich die Preise?

Die Kraftstoffpreise werden von mehreren Faktoren beeinflusst. Dazu gehören der Rohölpreis, der Wechselkurs, Steuern und Abgaben sowie Transport- und Vertriebskosten.

„Gewinnt die dortige Währung gegenüber dem Euro an Wert, schlägt sich das auch in den Spritpreisen nieder und sie erscheinen – wie beim Beispiel Polen – auf den ersten Blick noch mal ein wenig günstiger als bei uns“, erklärt ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer. Hinzu kommt der Wettbewerb vor Ort: Wo viele Tankstellen um Kundschaft konkurrieren, fallen die Preise häufig etwas niedriger aus.

Luxemburg zum Beispiel erhebt vergleichsweise niedrige Verbrauchsteuern auf Kraftstoffe. Das macht Benzin und Diesel seit Jahren günstiger als in vielen Nachbarländern und lockt auch Autofahrer aus Deutschland, Belgien und Frankreich zum Tanken an. In Polen etwa wurde die Mehrwertsteuer bis Juli von 23 auf acht Prozent gesenkt, zusätzlich gab es eine tägliche Preisobergrenze. In Dänemark hingegen gibt es hohe Steuern und Abgaben auf Kraftstoffe.

Lohnt sich ein Tankstopp hinter der Grenze?

Oft ja, sagt der ADAC gegenüber tagesschau.de. Besonders an den Grenzen zu Polen oder Luxemburg können die Preisunterschiede spürbar sein. Ob sich der Umweg lohnt, hängt allerdings von der Entfernung und der Tankgröße ab. Für einen kleinen Preisvorteil extra viele Kilometer zu fahren, rechnet sich meist nicht. Wenn man allerdings ohnehin in einem günstigen Land unterwegs ist, lohnt es sich natürlich.

Der ADAC rät: „Reisende sollten beachten, dass die Kraftstoffpreisentwicklung auch im Ausland weiterhin sehr dynamisch ist.“ Die Kosten fürs Tanken seien noch immer höher sind als vor Beginn des Nahost-Konflikts. Einige Länder hatten darauf mit Steuersenkungen reagiert, wovon viele aber inzwischen – ähnlich wie in Deutschland – ausgelaufen sind. Wer eine längere Reise plant, sollte sich deshalb vorab über die aktuellen Preise informieren.

Worauf sollten Autofahrer im Ausland achten?

Nicht überall heißen die Kraftstoffsorten wie in Deutschland. Superbenzin wird in vielen Ländern als „Euro-Super 95“ oder ähnlich bezeichnet. Außerdem können sich an Tankstellen Öffnungszeiten, Bezahlmöglichkeiten oder Preisangaben unterscheiden.

Welche generellen Tipps gibt es?

Die Kraftstoffpreise sind nach Auswertungen des ADAC in Deutschland kurz vor 12.00 Uhr häufig besonders niedrig. Um 12.00 Uhr dürfen die Mineralölgesellschaften ihre Preise anheben, anschließend im Tagesverlauf aber nur noch senken. Vor dem Tanken lohnt sich innerhalb Deutschlands ein Blick in eine Spritpreis-App. Sie zeigt die aktuellen Preise.

Wer ein geeignetes Benzinauto fährt, kann mit Super E10 Geld sparen. Der Kraftstoff kostet meist mehrere Cent pro Liter weniger als Super 95 und ist für die meisten neueren Benzinfahrzeuge freigegeben. Im Zweifel hilft ein Blick in die Betriebsanleitung oder eine Nachfrage beim Hersteller.

Wer die Autobahn zum Tanken verlässt, kann oft deutlich sparen. Nach einer ADAC-Untersuchung kostet Kraftstoff an deutschen Autobahntankstellen im Durchschnitt rund 33 Cent pro Liter mehr als an Tankstellen in der Nähe einer Ausfahrt.

In welchen Bundesländern ist es am teuersten?

Auch innerhalb Deutschlands gibt es Preisunterschiede. Nach Auswertungen des ADAC gehörten in der vergangenen Woche Sachsen (2,1 Euro) und Thüringen (2,09 Euro) zu den teuersten Bundesländern für Super E10. Danach folgten Hessen und Nordrhein-Westfalen mit ebenfalls 2,09 Euro pro Liter. Die Unterschiede betragen meist nur wenige Cent je Liter, summieren sich bei einer Tankfüllung aber dennoch.

Diesel war in der vergangenen Woche in Hessen am teuersten (2,13 Euro). Auch in Nordrhein-Westfalen (2,12 Euro), Thüringen (2,11 Euro) und Rheinland-Pfalz (2,11 Euro) lagen die Preise hoch.

Wo ist Tanken in Deutschland am günstigsten?

Besonders günstig ist Kraftstoff nach ADAC-Auswertungen in den Stadtstaaten oder in dicht besiedelte Regionen, weil dort mehr Tankstellen miteinander konkurrieren.

In Flächenländern wie Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern liegen die Spritpreise deshalb oft höher, da es hier aufgrund der geringeren Bevölkerungsdichte weniger Tankstellen gibt und daher zum Teil lokale Monopole bestehen.

Allerdings wechseln die Platzierungen regelmäßig. In der vergangenen Woche war E10 in Saarland (2,05 Euro), Berlin (2,05 Euro), Bremen (2,06 Euro) und Hamburg (2,07 Euro) am günstigsten. Bei Diesel gab es die niedrigsten Preise in Berlin (2,08 Euro), Bremen (2,09 Euro), Bayern (2,09 Euro) und Niedersachsen (2,09 Euro).

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