Sturm zieht Richtung HimalayaZyklon „Arnab“ trifft Indien – mehrere Tote
Zehntausende Menschen werden vorsorglich in Notunterkünfte gebracht, Schulen und Universitäten geschlossen. Dann trifft der Zyklon „Arnab“ auf die indische Ostküste. Nun ist das erste Ausmaß der Schäden bekannt. Mindestens fünf Tote sind zu beklagen. Der Sturm zieht aber noch weiter.
Ein tropischer Wirbelsturm hat nach Medienberichten im östlichen indischen Bundesstaat Andhra Pradesh mindestens fünf Menschen das Leben gekostet. Drei Menschen seien durch umgekippte Bäume bzw. einen Strommast tödlich verletzt worden, eine Person durch einen Stromschlag gestorben. Eine Frau kam ums Leben, als eine Mauer auf ihr fahrendes Auto fiel. Das berichtete „The Hindu“ unter Berufung auf lokale Behörden.
Der Zyklon „Arnab“ hatte am Morgen (Ortszeit) die Küste Andhra Pradeshs mit Windgeschwindigkeiten von 115 bis 125 Kilometern pro Stunde erreicht, nachdem er sich zuvor über dem Golf von Bengalen vertieft hatte. Teilweise fielen bis zu 300 Liter Regen pro Quadratmeter. Vorsorglich wurden zuvor zehntausende Menschen in Notunterkünften untergebracht. Zahlreiche Schulen und Universitäten sollen bis Ende der Woche geschlossen bleiben.
Die Schäden seien weniger schwer ausgefallen als befürchtet, hieß es zunächst in einer vorläufigen Schadensbewertung der Regierung des Unionsstaats. Etwa 180 Häuser seien in verschiedenen Distrikten beschädigt, und mehr als 220 Bäume seien auf Straßen gestürzt. In Küstengegenden sei die Stromversorgung für tausende Haushalte unterbrochen worden. Auch Zugverbindungen und Flüge wurden gestrichen.
Sturm schwächt sich ab
Laut der Meteorologischen Abteilung im Ministerium für Erdwissenschaften schwächte sich „Arnab“ (Bengalisch für Meer oder Ozean) beim Auftreffen auf Land von einem „sehr starken“ zu einem „starken“ Zyklon ab. Es sei wahrscheinlich, dass der Sturm weiter an Intensität verliere, während er sich nach Norden in Richtung Himalaya bewege, hieß es. Es sei aber mit schweren Regenfällen zu rechnen. Der Wetterdienst warnte vor weiteren Überflutungen und an Schäden von Häusern und Ernten.
Auch die Nachbarländer Sri Lanka und Nepal gaben Unwetterwarnungen aus. Touristen wurden aufgerufen, nicht ins nepalesische Hochgebirge zu reisen. Wer sich bereits dort aufhalte, solle sicheres Gebiet aufsuchen.
Zwischen April und November bilden sich über dem Golf von Bengalen häufig Zyklone, die in den indischen Küstengebieten große Zerstörungen und Überschwemmungen verursachen. Bei einem Zyklon 2020 kamen mindestens 128 Menschen ums Leben, ein Jahr später starben bei einem ähnlichen Sturm etwa 150 Menschen.
