11.000 Seeleute müssen wartenStraße von Hormus nach Schiffsangriff zeitweise geschlossen
Ein Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran hebt die Blockade in der Straße von Hormus vorläufig auf. Doch nach einem neuen Angriff auf ein Handelsschiff stoppt die UN-Sonderorganisation die Durchfahrt weiterer Tanker vorerst.
Nach einem Angriff auf ein Schiff im Golf von Oman hat die Weltschifffahrtsorganisation IMO die jüngst gestartete Evakuierung von Schiffen rund um die Straße von Hormus vorläufig gestoppt. „Mir wurde heute ein Angriff im Golf von Oman auf ein Schiff gemeldet, das die Straße von Hormus durchquert hat“, teilte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez mit. „Dieses Schiff befand sich nicht im Rahmen des Evakuierungsplans der IMO auf der Durchfahrt.“ Nähere Angaben zu dem Schiff und zum Angriff machte die UN-Sonderorganisation nicht.
Nach Angaben des internationalen Schifffahrtsverbandes Bimco handelt es sich um ein Handelsschiff, das die Straße von Hormus unter Nutzung der Küstenverkehrszone vor Oman durchfuhr. Der IMO-Generalsekretär habe beschlossen, die Umsetzung des Evakuierungsplans „vorübergehend auszusetzen, um erneut zu überprüfen, ob die erforderlichen Sicherheitsgarantien für die Schiffe auf unserer Evakuierungsliste und alle Schiffe in der Region weiterhin gegeben sind“, sagte Dominguez.
„Ich habe stets betont, dass die Sicherheit der Seeleute oberste Priorität hat. Um daher ein koordiniertes Vorgehen und die Sicherheit der Schifffahrt zu gewährleisten, wird der Evakuierungsplan bis zur Klärung der Lage ausgesetzt“, erklärte Dominguez das Vorgehen.
Die UN-Sonderorganisation hatte am Dienstag angekündigt, mehr als 11.000 Seeleute aus der Region zu evakuieren. Noch am selben Tag passierten erste Schiffe die Meerenge. Die für den Welthandel bedeutende Straße von Hormus war wochenlang blockiert gewesen, da zunächst der Iran mit Drohungen und Angriffen auf zivile Schiffe begann und später die USA iranische Häfen blockierten. Vorausgegangen waren amerikanisch-israelische Angriffe auf den Iran.
In der vergangenen Woche vereinbarten Washington und Teheran ein Rahmenabkommen zur Beendigung der Kampfhandlungen und einer Wiedereröffnung der Meerenge. Derzeit laufen Verhandlungen, die binnen 60 Tagen zum Abschluss einer endgültigen Vereinbarung führen sollen.
