70 UN-Leute in RebellenhandVon Huthi entführter UN-Mitarbeiter zu Tode gefoltert
Im Bürgerkriegsland Jemen sitzen Dutzende UN-Mitarbeiter in Gefängnissen der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen. Einer von ihnen hat die Haft nicht überlebt. UN-Hochkommissar Türk ist erschüttert und fürchtet um das Leben weiterer Kollegen.
Ein seit zwei Jahren in der Gewalt der Huthi-Rebellen im Jemen befindlicher UN-Mitarbeiter ist nach offiziellen Angaben tot. Ein Minister der jemenitischen Regierung sagte laut einem Bericht des saudischen Senders Al-Arabiya, der jemenitische Staatsangehörige und Mitarbeiter im Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte sei in einem Huthi-Gefängnis zu Tode gefoltert worden.
Der im Juni 2024 festgenommene Mann habe seitdem keinen Besuch empfangen oder mit Angehörigen kommunizieren dürfen, sagte ein Familienangehöriger der dpa. Die Familie sei über den Tod informiert worden und solle die Leiche in Empfang nehmen. Die genauen Todesumstände sind nach diesen Angaben noch unklar.
Der österreichische UN-Hochkommissar Volker Türk nannte den Tod seines Mitarbeiters in einer Mitteilung „absolut verheerend“ und sprach der Familie sein Mitgefühl aus. Er verlangte eine unabhängige Untersuchung zu den Todesumständen. Er mache sich große Sorgen um die weiteren UN-Mitarbeiter in den Händen der Rebellen, davon allein sieben aus seiner Organisation.
Dem Regierungsmitglied zufolge sind noch mehr als 70 UN-Mitarbeiter in der Gewalt der Huthi. Die Rebellen begründen dies in der Regel damit, dass die UN-Mitarbeiter als Spione für die USA oder Israel tätig gewesen seien.
Konflikt im Jemen im Sommer neu entbrannt
Der Krieg im Jemen begann 2014, als die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa und weite Teile des Nordens überrannten. 2015 begann Saudi-Arabien mit Verbündeten, Ziele der Huthi zu bombardieren.
Der Konflikt war im Zuge des Iran-Kriegs seit dem Sommer schrittweise neu eskaliert. Im September nahmen die Huthi bei einer Blitzoffensive weitere Teile der Westküste ein und greifen auch Saudi-Arabien seitdem fast täglich mit Drohnen und Raketen an. Im Zuge der neuen Gewalt sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation seit August mindestens 1500 Menschen getötet worden.
