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Startseite»Politik»EU-Handelskommissar Sefcovic erwartet baldige US-Zoll-Einigung
Politik

EU-Handelskommissar Sefcovic erwartet baldige US-Zoll-Einigung

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 8, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 08.05.2026 • 19:08 Uhr

Nach dem neuen Zoll-Ultimatum aus den USA reagiert die EU gelassen. EU-Handelskommissar Sefcovic sieht keinen zusätzlichen Druck, er erwarte eine rasche Einigung innerhalb der EU, sagte er in einem ARD-Interview.

Im Zoll-Streit zwischen der EU und den USA erteilt der EU-Handelskommissar Maros Sefcovic einem konfrontativen Kurs gegenüber den USA eine klare Absage. „Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass wir uns in diesem besonderen Fall in allen Verhandlungen an unsere bereits getroffenen Vereinbarungen halten, da das allen Beteiligten Sicherheit verschafft,“ sagte er in einem exklusiven Interview mit dem ARD-Studio Brüssel für das Europaforum.

Einige Fraktionen im Europaparlament und auch einzelne Mitgliedstaaten hatten für ein schärferes Vorgehen gegen die USA plädiert.

Die Verhandlungen zwischen Kommission, Rat und Parlament sollen Sefcovic zufolge im Juni abgeschlossen werden. Das Ultimatum von US-Präsident Donald Trump bis zum 4. Juli sieht er daher nicht als zusätzlichen Druck auf die EU: „Es entspricht komplett unseren Zeitplänen“, sagte er.

„Pragmatisch und rational handeln“

„Wir sollten uns an die Zahlen halten, nicht an die Emotionen und pragmatisch und rational handeln“, so Sefcovic. Die EU wolle trotz aller Turbulenzen das Abkommen von Turnberry aus dem letzten Jahr auf den Weg bringen, sagte der Handelskommissar zur ARD.

Die Turnberry-Vereinbarungen von 2025 sieht vor, dass Importeure aus der EU in die USA einen maximalen Zollsatz von 15 Prozent bezahlen, während Importe aus den USA in die EU weitgehend zollfrei gestellt werden.

Die Vereinbarung wurde von EU-Seite bisher nicht in Kraft gesetzt. Ein Grund: Nach der Grönland-Krise und Entscheidungen des US-Handelsgerichtshofs in Brüssel waren Zweifel an der Verlässlichkeit des US-Partners aufgekommen.

Sefcovic sieht Jobs in Deutschland gefährdet

Den von der US-Seite jetzt geforderten Zusatzzöllen von 25 Prozent auf Autos und Lastwagen erteilte Sefcovic eine klare Absage, man werde nicht mehr als die vereinbarten 15 Prozent akzeptieren, sagte er.

Damit stellt sich der Handelskommissar auf die Seite von Bundeskanzler Friedrich Merz, der zuletzt mehrfach die neue US-Forderung als „unannehmbar“ bezeichnet hatte.

Man solle sich sehr klar darüber sein, wie wichtig wirtschaftliche Stabilität sei, so Sefcovic: „Sollten wir diesen großen Deal für alle nicht hinbekommen, wären in Deutschland 54.000 Jobs in der Autoindustrie gefährdet.“

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