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Startseite»Nachrichten»Lauf-Influencer Arda Saatci: Wer ist der Mann, der 600 km durch die Höllenhitze läuft?
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Lauf-Influencer Arda Saatci: Wer ist der Mann, der 600 km durch die Höllenhitze läuft?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 12, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Lauf-Influencer Arda SaatciWer ist der Mann, der 600 km durch die Höllenhitze läuft?

Arda Saatci ist ein Mann der Extreme. Sein 600 Kilometer langer Lauf durch die Wüste der USA begeistert Hunderttausende Fans. Was treibt ihn an?

Was will man nach 600 Kilometern durch Gluthitze und totaler Verausgabung? Na klar, erstmal ein Eis.

„Mama, es ist Zeit für Eis“, sagte Ultraläufer Arda Saatci kurz nach seinem Zieleinlauf am Santa Monica Pier. Es menschelte sehr bei Saatci. Und das obwohl sein Spitzname „Cyborg“ ist, also eine Art übermenschliche Maschine. Aus Gründen.

Der 28-Jährige hat ein brachiales Experiment hingelegt. Er lief vom tiefsten Punkt der USA, dem Badwater Basin, über das Death Valley bis nach Santa Monica in Los Angeles. 604,6 Kilometer. Am Sonntag erreichte er das Ziel. Dafür benötigte er 123 Stunden. Kaum Schlaf. Temperaturen von fast 40 Grad. Es gibt einfachere Orte, um mehr als 14 Marathons am Stück zu laufen, hinzu kamen satte 6000 Höhenmeter. Der Berliner verbrannte 20.000 Kalorien am Tag, ungefähr achtmal so viel wie ein normaler Mann am Tag.

Seine Geschwindigkeit ist mehr als bemerkenswert: Die gesamte Strecke legte er in rund zwölf Minuten pro Kilometer oder rund fünf km/h zurück. Am Ende wurde er sogar nochmal schneller. Immer dabei: eine Kamera. Der Höllenritt wurde rund um die Uhr gestreamt, der Lauf zum Hype.

Rekord verfehlt: Aufgeben gibt es nicht

Zwar schaffte Saatci den anvisierten Rekord nicht (dafür hätte er 96 Stunden benötigt). Das schmälert allerdings nicht seine Leistung. Der Weg bleibt nun mal das Ziel. Aufgeben? Keine Option. „Der Einzige, der nicht mitgespielt hat, war ich“, sagte Saatci beim Stand von 458 Kilometern: „Das, was ihr aber niemals von mir sehen werdet, ist, dass ich aufgebe.“

Seine sportliche Begeisterung hat auf dem Fußballplatz angefangen. Saatci spielte einst beim Brandenburger Oberligisten SV Altlüdersdorf als rechter Verteidiger. Vorbild: Cristiano Ronaldo. Doch für ganz nach oben reichte es nicht. Zu wenig Talente, wie er selbst sagte. Für ihn war das eine Schmach. Die alles Weitere lostrat. Die ihn weiter antrieb. Immer weiter. Statt Fußball also Laufschuhe. Er lief los und blieb nicht mehr stehen.

„Fußball hat mir mein Herz gebrochen“, sagte er zu diesem Kapitel seines Lebens, dem Urknall seiner Motivation. Darin liegt wohl auch der unbändige Wille, das Extreme zu erforschen und Grenzen zu verschieben. Er sei oft gescheitert, erzählte er dem „Spiegel“. Als Fußballprofi wollte er es den Menschen beweisen. Geklappt hat es dann mit dem Laufen.

Es musste fortan also immer weiter gehen, auch extremer. Beispiele: Saatci lief die gesamte Länge Japans entlang (3028 Kilometer in 43 Tagen, 3000 Kilometer von Berlin nach New York). Laufen ist seine Passion und auch Obsession. Im Netz findet er als Lauf-Influencer den Raum, den der Fußball ihm nicht geben konnte. Hinter sich hat er inzwischen prominente Sponsoren versammelt. Er selbst hat eine Bekleidungsmarke gegründet.

Fußballprofis feuern Saatci an

Und ausgerechnet aus dem Fußballbereich, dem er entlief, bekommt er nun viel Zuspruch. Unter seinen Fans und Followern sind auch einige Fußballprofis. Viele auch mit türkischen Wurzeln wie er. „Was Arda da leistet, ist unglaublich. Das ist unmenschlich“, sagte der türkische Nationalspieler Kenan Yildiz. 

Der frühere Bundesliga-Profi Hamit Altintop reiste eigens nach Santa Monica, um dort ein besonderes Geschenk zu überreichen. „Du bist ein super Beispiel für alle“, sagte Altintop und überreichte dem Extremsportler ein Trikot der türkischen Nationalmannschaft mit dem Namen Yildiz als Flock und den Unterschriften aller Spieler.

Auf seiner Odyssee durch den Westen der USA kamen viele neue Fans auf seinen Sozialen Plattformen hinzu. Saatci versucht den jungen Fans, die ihm zuschauen und nacheifern, eine Botschaft mitzugeben. „Strebt nach den Sternen, auch wenn nicht immer alles perfekt läuft, und vergleicht euch nicht mit anderen. Letztendlich zählt nur, dass ihr euren eigenen Weg geht.“

So wie Saatci ihn ging und weitergeht. Einfach war er nicht – genau das macht ihn spannend. Und das nächste XXL-Laufprojekt kommt bestimmt.

Quelle: ntv.de, msc

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