marktbericht
Die Waffenruhe im Nahen Osten steht auf der Kippe, der Ölpreis steigt. Für die Anleger ist das ein Signal, das Risiko zu reduzieren. Der DAX dürfte heute zum Handelsstart zurückfallen.
Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex knapp ein Prozent tiefer auf 24.140 Punkte. Gestern hatte der DAX 0,1 Prozent fester bei 24.350 Punkten geschlossen.
Die sinkenden Hoffnungen auf eine Deeskalation im Iran-Konflikt treiben die Ölpreise hoch und zwingen die Investoren zur Vorsicht. Ob die Waffenruhe hält, hängt nach den jüngsten Worten von US-Präsident Donald Trump nur noch am seidenen Faden. „Der Iran-Krieg ist für die Börsen längst vom akuten Schock zum zermürbenden Dauerbrenner geworden. Investoren haben sich an die Schlagzeilen gewöhnt, bleiben aber bei jeder neuen Eskalation hochsensibel“, kommentiert Timo Emden von Emden Research.
„Zwischen den USA und dem Iran gibt es weiterhin keine Fortschritte. Die Situation scheint festgefahren“, schreibt Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die Hängepartie könne sich noch einige Zeit fortsetzen. „Für jegliche Form der Entwarnung ist es weiterhin zu früh. Dieses Thema wird die Börsen und die Weltwirtschaft noch lange begleiten“.
Der Ölpreis reagiert: Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich im asiatischen Handel um 1,0 Prozent auf 105 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 1,1 Prozent fester bei 99,17 Dollar.
„Solange die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ergebnislos bleiben und die physischen Ströme durch die Straße von Hormus eingeschränkt sind, dürften sich die Ölpreise über 100 Dollar halten“, so Tim Waterer, Chef-Marktanalyst bei KCM Trade. „Ein echter Durchbruch zu einem Friedensabkommen könnte eine scharfe Korrektur von acht bis zwölf Dollar auslösen, während jede Eskalation oder erneute Blockadedrohungen Brent schnell wieder in Richtung 115 Dollar und mehr treiben würden“.
Angetrieben von der anhaltenden Begeisterung für Künstliche Intelligenz (KI) haben die US-Börsen am Montag leicht im Plus geschlossen. Sorgen über steigende Ölpreise und eine hartnäckige Inflation dämpften die Kauflaune der Anleger allerdings auch an der Wall Street. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann 0,2 Prozent auf 49.704 Punkte. Der technologielastige Nasdaq schloss 0,1 Prozent fester mit 26.274 Zählern und der breit gefasste S&P 500 0,2 Prozent höher auf 7.413 Stellen.
Die Anleger blicken nun auf die US-Inflationsdaten, die heute publiziert werden. Anleger erhoffen sich davon Hinweise, ob die auch in den USA gestiegenen Energiekosten die Wirtschaft belasten und das Konsumverhalten beeinträchtigen.
Die fragile Waffenruhe im Nahen Osten belastet die Stimmung an der japanischen Börse noch nicht: In Tokio legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,6 Prozent auf 62.805 Punkte zu und der breiter gefasste Topix notierte 0,6 Prozent höher bei 3.865 Zählern.
Die Börse Shanghai blieb fast unverändert bei 4.227 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 0,3 Prozent auf 4.968 Punkte.
Angesichts der glänzend laufenden Geschäfte kauft der Energietechnik-Konzern Siemens Energy bis zum Herbst mehr eigene Aktien zurück als bisher geplant. Wegen des unerwartet hohen operativen Mittelzuflusses werde der Konzern im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 (bis Ende September) bis zu eine Milliarde Euro mehr für Aktienrückkäufe ausgeben, teilte Siemens Energy mit.
Den für 2025/26 in Aussicht gestellten Aktienrückkauf über zwei Milliarden Euro hat das Unternehmen bis auf 200 Millionen bereits ausgeschöpft. Am Gesamtvolumen des bis 2028 geplanten Rückkaufprogramms von sechs Milliarden Euro ändere sich nichts.
