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Startseite»Politik»Nur noch ein Ticket: EU will internationale Zugreisen erleichtern
Politik

Nur noch ein Ticket: EU will internationale Zugreisen erleichtern

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 13.05.2026 • 13:26 Uhr

Mehrere Anbieter, aber nur noch ein Ticket: Die EU-Kommission will internationale Zugreisen vereinfachen und Fahrgastrechte stärken. So soll Bahnfahren als Alternative zum Fliegen attraktiver werden.

Ein einziges Ticket für Fahrten quer durch Europa: Die EU-Kommission will lange Zugreisen einfacher und damit attraktiver als Alternative zum Flugzeug machen.

Sie legte einen Gesetzesvorschlag vor, der Betreiber wie die Deutsche Bahn verpflichten soll, auch Fahrkarten der Bahnunternehmen in anderen Ländern zu verkaufen. Das soll zum einen praktisch sein und würde sich zum anderen auf die Fahrgastrechte auswirken. Bei verpassten Anschlüssen sollen Passagiere dann europaweit eine Entschädigung bekommen.

Bisher oft keine Rechte auf Entschädigung

Bislang sind grenzüberschreitende Zugreisen häufig kompliziert, weil Fahrkarten von mehreren Anbietern nötig sind. Hat ein Zug Verspätung und Reisende verpassen deshalb im Ausland ihren Anschluss, haben sie oft schlicht Pech gehabt. Denn bei mehreren Fahrkarten verschiedener Anbieter ist niemand dafür zuständig, einen Folgezug oder ein Hotel für die Nacht zu organisieren oder gar eine Entschädigung zu zahlen.

Damit sich das ändert, sollen die großen Bahnunternehmen nach Vorstellung der EU-Kommission ihre Fahrpläne, Verspätungen und Preise mit anderen Anbietern teilen. Sowohl die großen Bahnbetreiber als auch unabhängige Plattformen sollen so Reisen quer durch Europa mit einer einzigen Fahrkarte anbieten können. Für Entschädigungen im Verspätungsfall soll immer das Unternehmen aufkommen, das die Störung verursacht hat.

Bahnbetreiber eher kritisch

Die EU-Kommission hat große Unternehmen wie die Deutsche Bahn und die spanische RENFE bereits mehrfach ermahnt, ihre Daten freizugeben, um den Wettbewerb anzukurbeln. Die Bahnbetreiber sträuben sich jedoch.

„Es gibt keinen anderen Fall, in dem jemand verpflichtet wird, das Produkt der Konkurrenz zu verkaufen“, sagte der Chef des Verbands europäischer Bahnbetreiber, Alberto Mazzola, der Nachrichtenagentur AFP.

Parlament und Mitgliedstaaten sind gefragt

Mehrere Eisenbahngesellschaften haben sich bereits darauf verständigt, unter bestimmten Voraussetzungen Passagiere bei Verspätungen des ersten Zugs ohne weitere Kosten mitzunehmen. Dazu gehören unter anderem die Deutsche Bahn, die ÖBB, die französische Eisenbahngesellschaft SNCF und die Eurostar-Verbindungen.

Diese Vereinbarung ist aber nicht nach EU-Recht bindend. Bevor die neuen Vorschläge der Kommission in Kraft treten können, müssen die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament zustimmen.

Nachfrage nach internationalen Fahrten steigt

Es gibt in Deutschland viele Möglichkeiten, mit dem Zug ins Ausland zu fahren. Aus Köln und Frankfurt geht es etwa nach Brüssel und Paris, von Berlin aus gibt es Direktverbindungen nach Kopenhagen, Prag und Budapest. Zahlreiche deutsche Städte sind an die Schweiz, Österreich und die Niederlande angebunden. Aus Frankfurt und München fahren einzelne Züge in den Norden Italiens.

Die Deutsche Bahn hat angekündigt, ihr Angebot in den kommenden Jahren ausbauen zu wollen. Sie plant eine Direktverbindung von Berlin in die norwegische Hauptstadt Oslo sowie Verstärkung auf mehreren bestehenden Strecken.

Die Nachfrage nach internationalen Fahrten steigt nach Angaben der Deutschen Bahn stetig an. Zahlen des EU-Statistikamts Eurostat zufolge reisten 2024 rund 150 Millionen Passagiere international mit dem Zug.

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