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„Als würden wir nicht existieren“: US-Stromerzeuger dreht wegen Rechenzentren 50.000 Menschen den Saft ab

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Als würden wir nicht existieren“US-Stromerzeuger dreht wegen Rechenzentren 50.000 Menschen den Saft ab

Ein Rechenzentrum in Kalifornien. (Foto: Getty Images via AFP)

Unternehmen in den USA investieren Hunderte Milliarden Dollar in Künstliche Intelligenz. Das sorgt für einen enormen Bedarf an Rechenzentren, die große Mengen an Energie brauchen. Normale Verbraucher ziehen deswegen immer öfter den Kürzeren – der Protest in der Bevölkerung wächst.

Im US-Bundesstaat Kalifornien müssen sich fast 50.000 Menschen auf die Suche nach einer neuen Energiequelle machen, weil der bisherige Anbieter NV Energy den örtlichen Versorger ab Mai 2027 nicht mehr mit Strom beliefern will. Wie das US-Magazin „Fortune“ berichtet, gibt es dafür einen einfachen Grund: Das Unternehmen aus dem benachbarten Bundesstaat Nevada braucht die Kapazität für Rechenzentren.

Betroffen ist die Region um den Lake Tahoe, ein bei Touristen beliebter See an der Grenze zu Nevada. Dem Bericht zufolge hat sich der Norden von Nevada zu einem der am schnellsten wachsenden Standorte für Rechenzentren in den Vereinigten Staaten entwickelt. Google, Apple und Microsoft haben demnach entweder bereits Anlagen errichtet oder planen solche.

Laut Daten von NV Energy könnten die zwölf Rechenzentrumsprojekte, die überwiegend in Nord-Nevada angesiedelt sind, bis 2033 einen neuen Bedarf von fast sechs Gigawatt verursachen. Bei einer regionalen Wirtschaftsveranstaltung im vergangenen Herbst erklärte der Leiter der Geschäftsentwicklung bei NV Energy, das Unternehmen sei bestrebt, den neuen industriellen Bedarf zu decken, dies werde jedoch „keine Auswirkungen auf unseren bestehenden Kundenstamm haben“.

Doch die 49.000 kalifornischen Kunden des kleineren Versorgers tragen möglicherweise bereits die Kosten, heißt es im Bericht. „Liberty Utilities“ erzeugt demnach etwa 25 Prozent seines Stroms aus eigenen Solaranlagen in Nevada. Die übrigen 75 Prozent stammen von NV Energy, und diese Quelle werde der Region in nur einem Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen.

„Es ist, als würden wir nicht existieren“, sagte eine Einwohnerin dem Magazin. Aktuell ist noch unklar, wer ab Mai 2027 den Strom in die Region liefert und wie viel er kosten wird. Der Fall am Lake Tahoe ist ein besonderer, weil der private Versorger vor Ort zwar ein kalifornisches Unternehmen ist, dessen Netz aber im Regelungsgebiet von Nevada liegt.

Doch der Fall steht exemplarisch für die Auswirkungen des Booms der Künstlichen Intelligenz in den USA, der zu einem riesigen Bedarf an Rechenzentren führt. Diese haben einen enormen Energieverbrauch, was die Strompreise für die Bürger in die Höhe treibt. Außerdem nehmen sie auch viel Platz ein, der dann nicht mehr für den Bau von Wohnungen oder Freizeit- und Grünanlagen zur Verfügung steht.

In elf US-Bundesstaaten wird derzeit ein Moratorium für KI-Rechenzentren geprüft, in Maine scheiterte Ende April das erste bislang geplante Bauverbot am Veto der Gouverneurin des Bundesstaates. Der wachsende Widerstand in der Bevölkerung war zuletzt bei einer Bürgerversammlung im Bundesstaat Utah zu sehen, wo Bewohner gegen ein Rechenzentrum protestierten, das laut „Guardian“ zweimal so groß wie Manhatten ist und mehr Energie als der gesamte Bundesstaat benötigt. Hinzu kommt der riesige Bedarf an Wasser in der von Trockenheit geplagten Region.

Die Proteste gegen KI-Rechenzentren dürften sich in den USA angesichts des KI-Booms noch ausweiten: Laut einer Umfrage der Quinnipiac University lehnen 65 Prozent der US-Bürger ein KI-Rechenzentrum in ihrer direkten Nachbarschaft ab.

Quelle: ntv.de, dsc/AFP

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