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Startseite»Nachrichten»Nach Konfrontation mit Siedlern: Israelische Soldaten erschießen Jungen im Westjordanland
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Nach Konfrontation mit Siedlern: Israelische Soldaten erschießen Jungen im Westjordanland

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Nach Konfrontation mit SiedlernIsraelische Soldaten erschießen Jungen im Westjordanland

Israelische Soldaten im Westjordanland töten regelmäßig Palästinenser. (Foto: picture alliance / SIPA)

Bei einer Auseinandersetzung um den Diebstahl von Vieh dringen Siedler eines illegalen Außenpostens im Westjordanland in einen palästinensischen Ort ein. Die israelische Armee geht offenbar dazwischen, dann eskaliert die Lage. Ein 16-Jähriger wird von den Soldaten getötet.

Israelische Soldaten haben im besetzten Westjordanland nach palästinensischen Angaben einen 16-Jährigen erschossen. Wie das Gesundheitsministerium in Ramallah mitteilte, wurde der Jugendliche heute in Dschildschilja nördlich von Ramallah getötet. Der Palästinensische Rote Halbmond erklärte, der Jugendliche sei in der Brust getroffen worden, nachdem israelische Siedler und Soldaten in den Ort eingedrungen waren. Vier weitere Menschen seien bei dem Vorfall verletzt worden.

Wie die israelische Armee auf Anfrage mitteilte, waren israelische Zivilisten aus einem „illegalen Außenposten“ im Westjordanland „nach dem Diebstahl von Vieh“ in den Ort eingedrungen. Die Soldaten griffen demnach ein, um eine Konfrontation zu verhindern und die Tiere und die Siedler aus dem Ort zu bringen. Beim Rückzug der Soldaten sei es zu Ausschreitungen und Steinwürfen gekommen. Die Soldaten hätten mit scharfer Munition auf die Anstifter der Gewalt geschossen.

Im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland leben neben rund drei Millionen Palästinensern auch mehr als 500.000 Israelis in Siedlungen und Außenposten, die nach internationalem Recht illegal sind. Seit dem Großangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg hat die Gewalt auch im Westjordanland deutlich zugenommen.

Siedlergewalt nimmt massiv zu

Nach Angaben von Unicef raubt die beispiellose Siedlergewalt Kindern und Jugendlichen im besetzten Westjordanland die Sicherheit im Alltag. „Was sich derzeit abspielt, ist nicht nur eine Eskalation der Gewalt gegen palästinensische Kinder, sondern auch die schrittweise Zerstörung der Lebensbedingungen, die Kinder zum Überleben und Aufwachsen benötigen“, sagte Unicef-Sprecher James Elder.

Elder berichtete nach einem Besuch im Westjordanland über eine Frau, der beide Arme gebrochen worden seien, als sie damit ihr vier Monate altes Baby vor dem Knüppel eines angreifenden Siedlers schützen wollte. Auf ihren achtjährigen Sohn Ezzaldin sei mit einem Holzknüppel so stark eingeschlagen worden, dass er mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus gekommen sei.

Nicht nur würden Wohnungen und Häuser zerstört, sondern auch Schulen und die Wasserversorgung. Es würden immer mehr Barrieren errichtet, und Kinder kämen immer öfter nicht zur Schule oder einer Klinik. „Schulen, die eigentlich Orte der Sicherheit und Geborgenheit sein sollten, werden zunehmend zu Orten der Angst“, sagte Elder. „Angriffe auf Schulen und die Verweigerung des Zugangs zu Bildung für Kinder stellen schwerwiegende Verletzungen der Kinderrechte dar, die langfristige Folgen für ihre Sicherheit, ihr Wohlergehen und ihre Zukunft haben.“

Seit Anfang des Jahres seien 2500 Palästinenserinnen und Palästinenser vertrieben worden, darunter 1100 Minderjährige, sagte Elder. Im März waren nach Angaben des UN-Nothilfebüro OCHA so viele Menschen von Siedlern verletzt worden wie nie innerhalb eines Monats seit Beginn der Gewalt 2006: insgesamt rund 170 Menschen. Zudem würden 347 Minderjährige in israelischem Gewahrsam festgehalten, so viele wie seit acht Jahren nicht mehr.

Israel treibt den Siedlungsbau für Israelis im Westjordanland massiv voran. Der Bau verstößt nach UN-Angaben und dem Internationalen Gerichtshof gegen das Völkerrecht. Danach ist es einer Besatzungsmacht nicht erlaubt, ihre Bevölkerung in besetztem Gebiet anzusiedeln.

Wie eine AFP-Zählung auf der Grundlage von Zahlen des Gesundheitsministeriums in Ramallah ergab, wurden seit Beginn des Gaza-Krieges mindestens 1071 Palästinenser im Westjordanland von israelischen Soldaten oder Siedlern getötet. Nach offiziellen israelischen Angaben wurden im selben Zeitraum 46 Israelis – Soldaten und Zivilisten – im Westjordanland getötet.

Quelle: ntv.de, dsc/AFP/dpa

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