Iran, Ukraine und Nato-GipfelNach wochenlangen Spannungen: Merz telefoniert mit Trump
Zuletzt waren die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland belastet. Nun berichtet Bundeskanzler Merz von einem „guten Telefonat“ mit US-Präsident Trump und betont die gemeinsamen Ansichten der beiden.
Bundeskanzler Friedrich Merz sieht sich mit US-Präsident Donald Trump einig mit Blick auf das weitere Vorgehen im Iran-Krieg. Beide hätten während Trumps Rückreise aus China ein „gutes Telefonat“ geführt, schrieb Merz auf X. „Wir sind uns einig: Iran muss jetzt an den Verhandlungstisch. Die Straße von Hormus muss geöffnet werden. Teheran darf keine Nuklearwaffen haben.“
Trump hatte am Freitag seinen Besuch in China beendet. Chinas Staatschef Xi Jinping äußerte nach Trumps Darstellung dabei die Bereitschaft, bei der Öffnung der vom Iran weitgehend blockierten Straße von Hormus zu helfen. Zudem habe Peking zugesagt, Teheran nicht militärisch zu unterstützen.
Weitere Themen des Telefonats mit dem US-Präsidenten waren dem Kanzler zufolge „eine Friedenslösung für die Ukraine“ sowie der Nato-Gipfel im türkischen Ankara Anfang Juni. Details nannte Merz nicht. „Die USA und Deutschland sind starke Partner in einer starken Nato“, schrieb er lediglich.
In den vergangenen Wochen hatten Äußerungen von Merz zum Iran-Krieg für Verstimmung in Washington gesorgt. Der Kanzler hatte den USA vorgeworfen, „offensichtlich keine Strategie“ im Iran-Krieg zu haben und sagte mit Blick auf die US-Verhandlungen mit Teheran, da werde „eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung“.
Trump hatte erbost auf die Äußerungen des Kanzlers reagiert und Merz Ende April vorgehalten, er wisse nicht, wovon er rede. Der Präsident machte wiederholt klar, dass er sich von Deutschland und anderen Nato-Verbündeten nicht ausreichend unterstützt fühlte. Anfang Mai kündigte er dann den Rückzug Tausender US-Soldaten aus Deutschland an.
