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Startseite»Nachrichten»Tech-Werte unter Druck: Wall Street reagiert ernüchtert auf Trumps Xi-Treffen
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Tech-Werte unter Druck: Wall Street reagiert ernüchtert auf Trumps Xi-Treffen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 15, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Tech-Werte unter DruckWall Street reagiert ernüchtert auf Trumps Xi-Treffen

Bei den Anlegern kommt keine Kauflaune auf. (Foto: REUTERS)

Trumps China-Reise bringt nicht das Ergebnis, das man sich an der Wall Street erhofft hatte. Die Folge: Die Ölpreise steigen wieder und damit auch die Inflationssorgen. Am stärksten trifft das den Technologiesektor.

Der erneute Anstieg der Ölpreise angesichts neu entflammter Nahost-Sorgen belastet die Wall Street. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 notierten am Freitag jeweils rund ein Prozent tiefer bei 49.526 und 7408 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,5 Prozent auf 26.225 Zähler. „Die Anleger stellen sich auf einen längerfristig hohen Ölpreis und eine hartnäckigere Inflation ein“, sagte Tom Ross, Portfoliomanager bei Janus Henderson Investors.

Die Nordsee-Rohölsorte Brent verteuerte sich auf Wochensicht um rund acht Prozent, beim US-Leichtöl WTI lag das Plus bei mehr als zehn Prozent. Sollte der US-Iran-Konflikt in einen langanhaltenden Zermürbungskrieg übergehen, dürfte dies laut Experten die Ölpreise noch weiter nach oben treiben.

Auch das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking brachte keinen Fortschritt im US-Iran-Konflikt. Die Anleger fürchten nun eine erneute militärische Eskalation. Trump drohte dem Iran am Donnerstag, er werde „nicht mehr lange geduldig sein“. Dabei hatten die Investoren gehofft, dass der US-Präsident China stärker einbinden könnte, um in dem seit Ende Februar andauernden Nahost-Krieg zu vermitteln. „Am Markt setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass der Trump-Xi-Gipfel letztlich vor allem symbolischen Charakter hatte“, resümierte Timo Emden von Emden Research.

Anleihenrenditen steigen kräftig

An den Anleihemärkten trieben Inflationsängste wegen der anhaltend hohen Energiepreise die Bond-Renditen in die Höhe. Investoren dies- und jenseits des Atlantiks stellten sich zunehmend auf Zinserhöhungen der großen Notenbanken ein, um die hohe Teuerung in den USA und im Euroraum in den Griff zu bekommen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsbonds lag mit 4,587 Prozent auf dem höchsten Stand seit rund einem Jahr. Auch der Dollar-Index legte wegen der Zins-Spekulationen um rund ein halbes Prozent auf 99,276 Punkte zu und notierte damit auf dem höchsten Stand seit mehr als fünf Wochen.

Bei Gold und Kupfer sorgte der starke Greenback für einen heftigen Abverkauf. Das Edelmetall verlor in der Spitze drei Prozent auf 4512 Dollar je Feinunze, das Industriemetall notierte mit 13.555 Dollar je Tonne in der Spitze 3,4 Prozent niedriger. Eine stärkere US-Währung verteuert in Dollar gehandelte Metalle für Inhaber anderer Währungen.

Halbleiterwerte unter Druck

Bei den Einzelwerten belastete der Anstieg beim Ölpreis den globalen Chipsektor. Der US-Index für den Halbleitersektor rutschte um vier Prozent ab. Daniel von Ahlen, Stratege beim Analysehaus TS Lombard, führte den Ausverkauf auf die Teuerung bei Öl und die Erwartung inflationsbedingt steigender Zinsen zurück. Höhere Zinsen schmälern laut Experten zukünftige Gewinne wachstumsstarker Technologiefirmen. Es handle sich dabei nicht um eine Änderung der fundamentalen Aussichten für den Sektor, sagt von Ahlen.

Gefragt waren Getty Images und Shutterstock mit Gewinnen von 20 und drei Prozent. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA gab die 3,7 Milliarden Dollar schwere Fusion der beiden Bildagenturen unter der Bedingung frei, dass Shutterstock sein globales redaktionelles Geschäft veräußert.

Anleger griffen auch bei Microsoft zu, was die Titel des Softwarekonzerns um drei Prozent nach oben trieb. Der Milliardär Bill Ackman ist nach eigenen Angaben eine neue Position bei Microsoft eingegangen. Die Aktie ist in diesem Jahr um rund 15 Prozent abgerutscht. Anleger sorgen sich über ein langsameres Wachstum im Cloud-Geschäft, hohe Ausgaben und Änderungen an der Partnerschaft mit dem KI-Start-up OpenAI. Ackman bezeichnete diese Bedenken als übertrieben. Microsoft spiele mit seiner Cloud-Sparte Azure und dem Office-Paket M365 eine zentrale Rolle bei der zunehmenden KI-Nutzung durch Unternehmen, erklärte der Investor.

Mehr zum heutigen Börsengeschehen lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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