Viel Show, kaum MMA-ActionComeback der Käfig-Rentnerinnen dauert nur 17 Sekunden

Streamingriese Netflix holt sich für seine MMA-Premiere viele Altstars des Sports ins Boot. Trotz einer modernen Inszenierung zünden die Käfigduelle nur mäßig.
Große Namen, eine einzigartige Show und eine gigantische Reichweite: Die erste MMA-Veranstaltung auf Netflix steht unter guten Vorzeichen, kann aber sportlich nur vereinzelt überzeugen. Der Hauptkampf zwischen Ronda Rousey und Gina Carano endet bereits nach nur 17 Sekunden.
Mit vielen Presseterminen wurde das Duell der beiden MMA-Ikonen groß aufgebaut, Zweifel an den sportlichen Fähigkeiten der 44-jährigen Carano gab es bereits im Vorfeld. Im Kampf ließ es Rousey einfach aussehen. Die 39-Jährige rang ihre Kontrahentin umgehend zu Boden und setzte einen Armhebel an – Carano klopfte ab. Das Spektakel fand so sehr frühzeitig ein Ende. Nach einem echten Kampf sah das nicht aus, eher nach einem Klassenunterschied.
„Du hast meine Welt verändert, und wir haben die Welt verändert“, sagte Rousey im Anschluss in Richtung Carano. „Ich werde dir das niemals genug zurückzahlen können.“ Rousey erklärte, dass die Veranstaltung im Intuit Dome in Los Angeles, die von Most Valuable Promotions (MVP) organisiert wurde, ihr letzter Kampf war – und schloss damit eine Fortsetzung ihrer Karriere aus.
Der Streamingriese hatte sich für das Event in der modernen Arena viele Altstars an Bord geholt, zelebrierte jeden Einmarsch ausgiebig und wollte Hochglanz vermitteln. Für MVP-Mitgründer Jake Paul und dessen Freundin, Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Jutta Leerdam, hatte man direkt am Ring eine eigene Sofaecke eingerichtet.
Die sportlichen Duelle waren dagegen wenig hochklassig. Im Co-Main-Event stand mit Nate Diaz ebenfalls eine Ikone des Sports, das Publikum musste allerdings zusehen, wie sich der 41-Jährige zwei Runden von Mike Perry verprügeln ließ, ehe seine Ecke das Handtuch warf und der Kampf abgebrochen wurde. Der ehemalige UFC-Schwergewichtschampion Francis Ngannou brauchte gegen den Brasilianer Felipe Lins nur einen linken Haken, um das Duell zu beenden.