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Notlage im Kongo spitzt sich zu: WHO warnt nach Ebola-Ausbruch vor hoher Ausbreitungsgefahr

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 17, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Notlage im Kongo spitzt sich zuWHO warnt nach Ebola-Ausbruch vor hoher Ausbreitungsgefahr

Ein Gesundheitsbeamter untersucht Menschen mit einem Thermometer vor dem Kibuli Muslim Hospital in Kampala. (Foto: dpa)

In der Demokratischen Republik Kongo ist eine seltene Ebola-Variante ausgebrochen. Es gibt hunderte Verdachtsfälle, aber keinen Impfstoff. Die WHO warnt zehn Länder vor einer Ausbreitung. Auch Ärzte ohne Grenzen ist besorgt und plant einen Großeinsatz.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen eines tödlichen Ebola-Ausbruchs in Demokratischen Republik Kongo einen internationalen Gesundheitsalarm ausgerufen. Die seltene Bundibugyo-Variante des Virus, für die es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt, macht die Lage besonders schwer einzudämmen. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC sprach zuletzt von 336 Verdachtsfällen und 88 Todesfällen – einen davon im angrenzenden Uganda.

Die WHO hat eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen. Alle zehn Nachbarländer des Kongo seien einem hohen Risiko ausgesetzt. Mit diesem Schritt will die UN-Behörde in Genf unter anderem Nachbarländer in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft mobilisieren. Es handle sich jedoch um keinen Pandemie-Alarm, stellte die WHO klar.

Bislang ist von dem Ausbruch vor allem die Provinz Ituri im Nordosten des Kongo betroffen. Ein Mann aus dem Kongo war mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins benachbarte Uganda gereist und dort in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Kampala an Ebola gestorben. Die Leiche des Mannes war laut Africa CDC anschließend – wiederum mit öffentlichen Verkehrsmitteln – zurück in den Kongo transportiert und dort beerdigt worden. Zusätzlich sei eine weitere infizierte Person aus dem Kongo nach Uganda gereist, so die WHO. Auch in der weit entfernten Hauptstadt Kinshasa sei bereits ein Fall nachgewiesen worden.

Gefahr einer schnellen Ausbreitung

Der ansteigende Trend von Verdachts- und Todesfällen weise darauf hin, „dass der Ausbruch möglicherweise viel größer ist als bislang entdeckt und berichtet“, hieß es von der WHO. Man habe es in dem am stärksten betroffenen Gebiet mit einer fragilen Sicherheitslage, einer humanitären Krise und starken Bevölkerungsbewegungen zu tun. Es handle sich um ein „außergewöhnliches Ereignis“. Deshalb bestehe ein beträchtliches Risiko für eine lokale und regionale Ausbreitung des Virus. Die Provinz Ituri grenzt an Uganda und den Südsudan. Ein weiteres Nachbarland, Ruanda, schloss am Sonntagmorgen seine Grenze zum Kongo.

Nach Angaben der Africa CDC werde aktuell noch untersucht, wo und wann genau der Ausbruch begonnen habe, um die Infektionskette zurückverfolgen zu können. Man vermute, dass es erste Fälle schon in der dritten Aprilwoche gegeben habe, sagte Africa CDC Direktor Jean Kaseya. Erst mithilfe dieser Informationen könnten Experten das komplette Ausmaß des aktuellen Ausbruchs einschätzen.

Die medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen verkündete, sie bereite einen Großeinsatz vor. „Die Zahl der Fälle und Todesfälle, die wir in so kurzer Zeit beobachten, ist äußerst besorgniserregend“, sagte die Leiterin des Nothilfeprogramms von Ärzte ohne Grenzen, Trish Newport. Dazu komme die Ausbreitung über mehrere Gesundheitszonen innerhalb des Kongo hinweg sowie über die Grenze nach Uganda.

Die Lage sei zusätzlich dadurch erschwert, dass der Zugang zu medizinischer Versorgung in der Region schwierig sei, so Newport. Die Organisation stelle derzeit Teams zusammen, die Erfahrung im Umgang mit Ausbrüchen von viralem hämorrhagischem Fieber hätten und mobilisiere lebenswichtige Hilfsgüter.

Seltene Ebola-Variante ohne Impfstoff

Bei früheren Ausbrüchen der lebensbedrohlichen Krankheit hatte es sich laut Africa CDC hauptsächlich um den am häufigsten vorkommenden Zaire-Ebolavirus gehandelt, für den ein Impfstoff entwickelt wurde. Allerdings habe die nun in mehr als einem Dutzend Fällen bestätigten Bundibugyo-Variante nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstitutes NIH eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent. Beim Zaire-Stamm liege diese bei bis zu 90 Prozent.

Es handelt sich um den insgesamt 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. Nur zweimal zuvor hat es laut Africa CDC Ausbrüche der Bundibugyo-Variante gegeben, 2007 in Uganda sowie 2012 im Kongo.

Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch der Zaire-Variante in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben.

Quelle: ntv.de, toh/dpa

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