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Startseite»Politik»Marktbericht: Höhere US-Renditen drücken Stimmung
Politik

Marktbericht: Höhere US-Renditen drücken Stimmung

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 20, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 20.05.2026 • 07:31 Uhr

Schwache Vorgaben aus Asien und steigende US-Renditen sorgen für Zurückhaltung an den Börsen. Für neuen Schwung dürften die Quartalszahlen des KI-Schwergewichts Nvidia nach Börsenschluss sorgen.

Der DAX dürfte nach dem freundlichen Handelstag am Dienstag zur Wochenmitte zunächst schwächer starten. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex knapp 0,7 Prozent tiefer auf 24.274 Punkte. Aus Asien kommen schwache Vorzeichen – dort warten Anleger gespannt auf die Quartalszahlen des KI-Schwergewichts Nvidia.

Schwache Vorzeichen aus Asien

Die japanische Börse tendierte schwächer: In Tokio gab der Nikkei-Index 1,3 Prozent auf 59.764 Punkte nach. Auch in China zogen sich die Anleger zurück. Die Börse Shanghai verlor 0,6 Prozent auf 4.146 Stellen.

Kann Nvidia Erwartungen noch übertreffen?

Im Fokus der Anleger stehen die Geschäftszahlen von Nvidia, die nach Börsenschluss in den USA veröffentlicht werden. Marktbeobachter rechnen zwar erneut mit starken Resultaten des KI-Konzerns, zugleich wachsen jedoch die Zweifel, ob das Unternehmen die zuletzt enorm hohen Erwartungen weiterhin übertreffen kann.

Unruhe am US-Anleihemarkt

Analyst Tony Sycamore vom Brokerhaus IG verwies zudem auf die deutlich gestiegenen Renditen am US-Anleihemarkt, die zunehmend Kapital aus dem Aktienmarkt abziehen. So kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,687 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 16 Monaten. Die Rendite 30-jähriger US-Anleihen erreichte mit 5,198 Prozent sogar den höchsten Wert seit dem Jahr 2007.

Entspannung im Handelskonflikt

Für etwas Entspannung sorgt dagegen der Handelskonflikt zwischen der Europäischen Union und den USA. Nach monatelangen Verhandlungen haben sich Vertreter des Europaparlaments und der EU-Mitgliedstaaten auf die Umsetzung einer bereits im vergangenen Jahr vereinbarten Zollregelung verständigt. Demnach sollen europäische Zölle auf US-Industriewaren wie Autos und Maschinen schrittweise abgeschafft werden.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor den Druck auf die EU erhöht und mit zusätzlichen Strafzöllen gedroht. Sollte die Umsetzung bis zum 4. Juli nicht beschlossen sein, werde er neue Aufschläge verhängen und die Zölle auf Autos von derzeit 15 Prozent auf 25 Prozent erhöhen.

Aufatmen bei Autoherstellern

Insbesondere die europäische Autoindustrie hätte unter höheren US-Zöllen erheblich gelitten. Mit der nun erzielten Einigung dürfte die von Washington gesetzte Frist jedoch eingehalten werden. Die geplante Regelung sieht vor, dass die europäischen Zölle mit Inkrafttreten des Gesetzes entfallen und bis Ende 2029 ausgesetzt bleiben.

Zukunft der Commerzbank im Fokus

Im Blick der Anleger steht hierzulande darüber hinaus die Hauptversammlung der Commerzbank AG. Dort dürfte die drohende Übernahme durch die italienische UniCredit das beherrschende Thema werden. Die italienische Großbank hat den Druck auf den Frankfurter DAX-Konzern mit einem Kaufangebot für sämtliche Aktien erhöht.

Für Mittwoch (10.00 Uhr) sind die Commerzbank-Aktionäre nach Wiesbaden eingeladen – auch, um über dieses Thema zu sprechen. Die Botschaft von Vorstand und Aufsichtsrat an die Anteilseigner ist eindeutig: „Das Angebot wird dem Wert, den Perspektiven und der strategischen Bedeutung der Commerzbank nicht gerecht. Wir empfehlen Ihnen deshalb, bei der Commerzbank investiert zu bleiben und das Angebot der UniCredit nicht anzunehmen.“

Weiter viel Widerstand

Die UniCredit kontrolliert bereits knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile. Nach jüngsten Angaben hat sich die italienische Großbank für weitere Anteile den Kaufpreis gesichert und kommt damit zusammen auf 38,87 Prozent der Stimmrechte.

Auch die Bundesregierung, die weiterhin einen Anteil von gut zwölf Prozent an der Commerzbank hält, spricht sich gegen eine feindliche Übernahme aus. Widerstand kommt zudem von Betriebsrat und Belegschaft der Bank.

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