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Startseite»Politik»Polen bangt um Zukunft der US-Panzerbrigade in Niederschlesien
Politik

Polen bangt um Zukunft der US-Panzerbrigade in Niederschlesien

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 21, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 21.05.2026 • 10:13 Uhr

Die USA haben angekündigt, ihre Militärpräsenz in Europa zu reduzieren. Das trifft auch Polen – 4.000 Soldaten einer Panzerbrigade sollen vorerst nicht zurückkehren. Und ihre Zukunft bleibt ungewiss.

Florian Kellermann

Darüber sind sich fast alle politischen Parteien in Polen einig: Sie begrüßen es, dass die USA in den vergangenen Jahren ihre Zahl an Truppen im östlichen NATO-Land vergrößert haben. Etwa 10.000 Soldaten sind es derzeit, an verschiedenen Orten mit verschiedenen Funktionen. Sie gelten vielen Polinnen und Polen als wichtig für die Landesverteidigung. Die Sorge wegen der russischen Militärpräsenz auf der anderen Seite der Grenze ist groß.

Jüngste Signale aus Washington, die USA könnten ihr Kontingent verkleinern, wirkten deshalb wie ein Schock. General Roman Polko, ehemaliger Kommandeur einer Eliteeinheit des Militärs, sagte dem Radiosender RMF: „Für uns ist es wichtig, dass so viele US-Truppen wie möglich in Polen sind. Wir bezahlen dafür, dass US-Soldaten hier sind.“

Niemand sei darauf vorbereitet gewesen, so vom Bündnispartner überrascht zu werden. „Wenn es an Kommunikation fehlt, wenn Entscheidungen getroffen werden, von denen wir nichts wissen, dann kommt es zu Chaos. Und das gegenseitige Vertrauen wird erschüttert“, sagte Polko weiter.

Polnisches Verteidigungsministerium: Abzug nur vorübergehend

Die allermeisten US-Soldaten in Polen sind – anders als diejenigen in Deutschland – nicht fest stationiert. Sie rotieren, kommen also immer nur für einige Monate, ohne ihre Familien, und werden dann durch andere Soldaten ersetzt.

Die für Polen beunruhigenden Meldungen betreffen eine Panzerbrigade mit rund 4.000 Soldaten, die bisher in Niederschlesien untergebracht war. Die in die USA heimgekehrten Soldaten sollen nun nicht durch neue ersetzt werden. Die entsprechende Information sickerte zuerst in Polen durch und wurde dann bestätigt. Erst nach Tagen gelang es Verteidigungsminister Wladyslaw Kosniak-Kamysz mit seinem US-Kollegen Pete Hegseth darüber zu sprechen. Gestern besuchte dann ein hochrangiger US-Militär Warschau.

Kosniak-Kamysz versuchte, die Gemüter zu beruhigen. „Die Entscheidungen, die in den USA gefallen sind, können dazu führen, dass die US-Streitkräfte in Polen vorübergehend weniger werden“, sagte er. Es sei nicht entschieden worden, ihre Zahl dauerhaft zu verkleinern. Polen sei ein vorbildhafter Verbündeter. „Wir sind im engen Kontakt. Wir werden gemeinsam analysieren und am Plan der Stationierung von US-Truppen in Europa arbeiten“, so der Verteidigungsminister.

Polen hofft auf Rückkehr der Panzerbrigade

Mit anderen Worten: Polen geht davon aus, dass die USA ihre Militärpräsenz in Europa wie angekündigt reduzieren. Und dass sich dieses Vorhaben schlicht dadurch am schnellsten umsetzen ließ, dass die Panzerbrigade in Polen vorübergehend nicht ersetzt wird.

In der Zukunft aber, so die Hoffnung in Warschau, werden fest stationierte Truppen aus anderen Ländern abgezogen, etwa aus Deutschland. Und dann könne die Panzerbrigade wieder nach Polen kommen. Dann vielleicht sogar als fest stationierte, nicht mehr nur rotierende Einheit.

USA verkleinern Militärpräsenz in Europa

Doch die Expertinnen und Experten sind skeptisch, so General Roman Polko. „Wir hoffen, dass das so kommen wird, aber mit Bestimmtheit konnte der Verteidigungsminister das nicht sagen.“ Die Verkleinerung der US-Militärpräsenz in Europa habe in jedem Fall große Bedeutung für Polens Sicherheit. „Denn wo auch immer diese Kräfte in Europa stationiert werden: Im Fall einer Gefahr aus Russland können sie rasch eingesetzt werden.“

Polnische Beobachter hoffen nun auf Druck aus dem US-Kongress, von mit Polen verbundenen Abgeordneten. Einige von ihnen haben die Entscheidung des US-Verteidigungsministeriums, die Rotation von Soldaten nach Polen auszusetzen, bereits öffentlich hinterfragt.

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