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Startseite»Nachrichten»Ein „Schlag“ für Baumann: So erklärt Nagelsmann die Rückkehr von Manuel Neuer
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Ein „Schlag“ für Baumann: So erklärt Nagelsmann die Rückkehr von Manuel Neuer

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 21, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Ein „Schlag“ für BaumannSo erklärt Nagelsmann die Rückkehr von Manuel Neuer

21.05.2026, 16:36 Uhr

Von Sebastian Schneider, Frankfurt am Main
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Der fünfte Stern ist die Mission von Julian Nagelsmann. (Foto: picture alliance / GES/Markus Gilliar)

Nun ist es fix: Manuel Neuer ist zurück in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Erstmals erklärt Bundestrainer Julian Nagelsmann seine Gedankengänge für die WM. Und gibt sich durchaus realistisch.

Die beruhigendste Nachricht hob sich Julian Nagelsmann für das Ende auf. Der Bundestrainer versicherte den Anwesenden, die es auf den DFB-Campus geschafft haben, dass er den Kader für die Fußball-Weltmeisterschaft weder gewürfelt noch gelost habe. 62 Telefonate hat er geführt, sein Kopf sei am Mittwochabend dann doch „Matsche“ gewesen: Aber: „Wir haben uns wirklich Gedanken gemacht“, sagte Nagelsmann zum Abschluss seiner Ausführungen zum 26-köpfigen Aufgebot.

Und am Ende dieser Gedanken steht das wohl am schlechtesten gehütete Geheimnis der Welt. Manuel Neuer kehrt tatsächlich ins DFB-Team zurück. Der ewige Manu, der vor 17 Jahren debütierte, wird dabei sein, wenn der Flieger am 2. Juni erst nach Chicago zum Testspiel gegen die USA und dann später nach North Carolina ins Team-Camp abhebt. Wer auch noch das letzte Indiz suchte, wurde noch am Parkhaus des DFB-Campus fündig. Dort hängt ein großes Werbebanner: „Es ist WM: Wenn sich auch die 20. WM wie die erste anfühlt.“ Zwar bestreitet Manuel Neuer erst seine fünfte Weltmeisterschaft, aber es ist ja noch nichts ausgeschlossen.

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Bei seiner 20. WM wäre Manuel Neuer dann 100 Jahre alt. (Foto: ses)

Die Rückholaktion, die Oliver Kahn zuletzt als „abenteuerlich“ bezeichnete, sei die richtige Entscheidung, erklärte Nagelsmann vorweg. Den Gedanken wiederholte er öfter, schließlich wurde mindestens fünfmal nach der Personalie gefragt. Klar gab es auch Interesse an Said El Mala oder Tom Bischof, die ihre erste Weltmeisterschaft verpassen – oder auch an einem anderen der 26 Namen, die hinter Nagelsmann auf der großen Leinwand eingeblendet waren. Weil die Auswahl aller anderen WM-Helden wenig überraschend war, blieb in der Futsal-Halle des DFB nur ein Thema: Manuel Neuer.

Eine „Weltklasse-1-B“

Öffentlich wurden Vor- und Nachteile der Rückholaktion zu einem ermüdenden Grad durchexerziert. Auf der Contra-Liste steht ganz oben der Vertrauensverlust, den Nagelsmann als Bundestrainer erlitten hat. Denn das Neuer-Comeback bedeutet, dass der Torwart, der monatelang eigentlich die Nummer eins war, nämlich Oliver Baumann, plötzlich das nicht mehr ist. Sondern er ist nur noch eine „Weltklasse-1-B“, sagte Nagelsmann.

Und für den Bundestrainer geht es nun darum, ganz viele Scherben mühsam wieder aufzulesen, die seine Kommunikation in der Frage in den vergangenen Wochen hinterlassen hat. Er selbst sei „fein damit“, auch wenn er selbst einräumte, dass man immer Dinge besser machen könnte. Und das nicht nur extern.

Er wolle nicht lügen, sagte Nagelsmann. Die Gespräche, in denen er Baumann seine endgültige Entscheidung verkündet habe, seien für den 34-Jährigen „ein Schlag“ gewesen. Wenig überraschend habe der Torwart die Nachricht nicht „superhappy“ aufgenommen, berichtete der Bundestrainer. Auch das Verhältnis der beiden hätte gelitten. Aber: Baumann habe sich so nach mehreren Telefonaten erklärt, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Dass Nagelsmann zumindest mit Weihnachts-Socken auftrat, die Baumann ihm geschenkt hatte, war ein kleines Friedensangebot.

Baumann hatte Nagelsmann zufolge eine „medial schwere Zeit“ hinter sich. Auch das war tatsächlich noch freundlich formuliert – und Nagelsmann nicht ganz unbeteiligt. Die „schwere Zeit“ gipfelte in der Demütigung am vergangenen Samstagabend. Als Baumann sichtlich verunsichert berichtete, dass er als Nummer eins zur WM fahren würde. Dabei wusste Fußballdeutschland schon, dass das ziemlich sicher nicht so ist. Der Clip wurde dann auch noch Nagelsmann vorgespielt, während er im ZDF-„Sportstudio“ saß und versuchte, mit möglichst vielen Worten in der Causa auch möglichst wenig zu sagen.

Zweimal die Nummer 1?

Intern war da schon klar, dass Neuer ins DFB-Tor zurückkehren würden. Nagelsmann erklärte, dass er sich mit dem Bayern-Torwart schon im vergangenen März getroffen habe, als klar wurde, dass Marc-André ter Stegen es wegen zahlreicher Rücken- und Knieproblemen nicht mehr rechtzeitig zum Turnier schaffen würde. Über das Treffen sei Baumann informiert gewesen, sagte Nagelsmann. Er habe den 40-Jährigen weiter beobachtet, der endgültige Ausschlag war die Vertragsverlängerung beim FC Bayern.

Und trotzdem bleibt die eigentliche Leitfrage: Warum überhaupt der ganzen Stress? Nagelsmanns Erklärung: Er holt Neuer nicht deshalb zurück, weil der gerade ist was er ist, sondern vor allem wegen dem, was er mal war. „Was den Manu umgibt“, sagte Nagelsmann, „das hab ich nicht, davon hat auch der Oli (Baumann) weniger“. Die Rede ist von einer Aura, die mit dem Namen „Neuer“ mitschwingt. In seinen besten Zeiten hat er das Torwart revolutioniert – etwa im WM-Achtelfinale 2014 gegen Algerien. Neuer „ist ein Spieler, der Weltklasseniveau hat, der bei Stürmern etwas auslöst. Und auch bei Kollegen und Gegnern.“

Und doch ist Nagelsmann realistisch genug, um zu sehen, dass der 40-jährige Neuer das nicht mehr ist. Stattdessen beschreibt der Bundestrainer es als die Bayern-„Situation“: Denn der Neuer, der früher alle Partien spielen wollte, kann das mittlerweile nicht mehr. „Die Momente, dass er nicht spielt, kann es auch geben“, sagte Nagelsmann. Während Neuer beim FC Bayern in der Champions League glänzte, übernahm Jonas Urbig den Alltag in der Bundesliga – und kam so auf überraschend viele Einsätze. Der 22-Jährige soll in Nordamerika er „nur“ Trainingstorwart sein. Die Nummer drei wird stattdessen Alexander Nübel.

Was wiederum neue Fragen zum Torwartteam aufwirft. Denn nicht nur ist da der gedemütigte Baumann, der sich für das Team bereiterklärt, seinen Stolz herunterzuschlucken. Nübel und Neuer wird auch kein besonders gutes Verhältnis nachgesagt. Denn der mittlerweile 29-Jährige war ursprünglich der Kronprinz im deutschen Tor. Doch weil Neuer beim FC Bayern immer spielen wollte, kam Nübel nie dort zum Zug. Er musste verliehen werden – erst nach Monaco, dann zum VfB Stuttgart. Seine Zukunft ist nach dem Turnier noch offen. Es bleibt also Konfliktpotenzial.

Quelle: ntv.de

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