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Neue Taktik für Luftangriffe: Belarus wird zur Startrampe für Putins Drohnen – und mehr?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 21, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Neue Taktik für LuftangriffeBelarus wird zur Startrampe für Putins Drohnen – und mehr?

21.05.2026, 18:36 Uhr

Von Kevin Schulte
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Verbündete seit Jahrzehnten: Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin (Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire)

Russland feuert unaufhaltsam Drohnen in Richtung der Ukraine. Mit Angriffen über Belarus versuchen sie inzwischen, die ukrainische Luftverteidigung zu umgehen. Der ukrainische Präsident Selenskyj droht dem belarussischen Machthaber Lukaschenko indirekt mit venezolanischen Verhältnissen.

Nach wenigen Tagen Feuerpause im Ukraine-Krieg haben die Russen in der vergangenen Woche wieder brachial losgefeuert – und dabei eine neue Taktik angewandt. Zeitweise waren bei den heftigen Angriffen laut Aussage des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bis zu 800 russische Drohnen gleichzeitig in der Luft. Ein Großteil flog in etwa fünf bis zehn Kilometern entlang der Grenze zu Belarus. Auf diesem Weg versucht Russland, die ukrainische Luftverteidigung zu umgehen und in westliche Regionen des Landes vorzudringen.

Das autoritär geführte Belarus ist eine Art russischer Satellitenstaat. Präsident Alexander Lukaschenko könnte sich ohne die Unterstützung von Kremlchef Wladimir Putin nicht seit 32 Jahren als Diktator an der Macht halten – im Gegenzug tut er alles, was Putin gefällt.

Ukraine erwartet Angriff aus Belarus

Das schließt massive Unterstützung für Russlands Krieg gegen die Ukraine ein. Belarus baut laut ukrainischen Angaben derzeit seine militärische Infrastruktur aus. Das stelle für die Ukraine „keine unmittelbare Bedrohung“ dar, schrieb Andrij Demtschenko bei Telegram. Aber die „im Aufbau befindliche Infrastruktur“ – Logistikwege, Truppenübungsplätze und weitere Militäranlagen – könnten „jederzeit von Russland aktiviert werden“, warnt der Sprecher der ukrainischen Grenzschutzbehörde. Sie würden in enger Zusammenarbeit mit Moskau errichtet.

Die Warnung kommt in einer Zeit, in der auch Selenskyj wegen Belarus zunehmend alarmiert ist. Zuletzt sprach der ukrainische Präsident von ungewöhnlichen Bewegungen entlang der Grenze. „Wir gehen davon aus, dass Russland ein weiteres Mal versuchen wird, Belarus in seinen Krieg hineinzuziehen“, so Selenskyj auf Telegram. Moskau erwäge, vom belarussischen Staatsgebiet aus den Norden der Ukraine oder gar ein Nato-Land anzugreifen. „Russland prüft Pläne für Operationen südlich und nördlich des belarussischen Territoriums“, schrieb Selenskyj, nannte jedoch keine Belege.

Inzwischen hat der ukrainische Staatschef laut eigenen Angaben mit Geheimdiensten über mögliche russische Angriffspläne aus Belarus beraten – es sei konkret um Offensiven in Richtung Tschernihiw und Kiew gegangen. „Wir bereiten Reaktionen auf jeden möglichen Verlauf feindlicher Aktionen vor – falls die Russen es tatsächlich wagen sollten, ihre Aggressionen auszuweiten. Unsere Streitkräfte in diesem Sektor werden verstärkt“, schrieb Selenskyj bei X.

Indirekt drohte Selenskyj gegenüber Minsk-Machthaber Lukaschenko sogar mit einem Venezuela-Szenario. Die Ereignisse in dem südamerikanischen Land sollten die Führung von Belarus „davon abhalten, Fehler zu begehen“. Anfang Januar hatten die USA den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro entführt und in den Vereinigten Staaten vor Gericht gestellt.

Belarus setzt russische Reiseverbote um

Wie eng das Band zwischen Moskau und Minski ist und wie hörig Lukaschenko auf Putin reagiert, zeigt eine weitere Entwicklung dieser Tage. Belarus setzt russische Reiseverbote an der Grenze um. Damit sollen wehrpflichtige Russen an der Weiterreise in den Westen gehindert werde. 

„Wenn keine Reisebeschränkungen bestehen, kann man Belarus verlassen. Wenn die Ausreise verboten ist, sollten alle Fragen an die Russische Föderation gerichtet werden“, hat der belarussische Grenzschutz mitgeteilt..

Russland und Belarus würde eine „gemeinsame Datenbank“ nutzen, die es dem belarussischen Grenzpersonal ermögliche, zu überprüfen, ob russischen Staatsbürgern die Ausreise aus Russland untersagt sei. So zitiert das russische Exilmedium „Moscow Times“ einen Sprecher vom belarussischen Grenzschutz.

Anfang Mai hat Belarus bereits einem wehrpflichtigen Russen die Ausreise vom Flughafen in Minsk verwehrt. Es dürfte angesichts der engen Beziehungen zwischen Russland und Belarus kein Einzelfall bleiben.

Quelle: ntv.de

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