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Politik

24 und 25. Mai: Was wird an Pfingsten gefeiert?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 24, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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faq

Stand: 24.05.2026 • 08:43 Uhr

In Deutschland freuen sich viele über ein langes Pfingstwochenende. Doch was feiern Christinnen und Christen eigentlich? Was hat es mit dem Pfingstwunder auf sich? Und welche regionalen Bräuche gibt es?

Wann wird Pfingsten gefeiert?

In diesem Jahr fällt Pfingsten auf den 24. (Pfingstsonntag) und den 25. Mai (Pfingstmontag). Das jeweilige Datum richtet sich nach dem Osterfest, deshalb findet das Fest jedes Jahr an einem anderen Datum statt. Der Pfingstsonntag ist der 50. Tag der Osterzeit, Pfingsten wird also 49 Tage nach dem Ostersonntag gefeiert.

Was wird an Pfingsten gefeiert?

Für Christinnen und Christen ist Pfingsten eines der wichtigsten Feste im Kirchenkalender. Es gilt quasi als Geburtstag der Kirche. In der Bibel wird beschrieben, wie der Heilige Geist auf die Apostel herabkommt, als diese mit Maria, der Mutter von Jesus, im Abendmahlsaal warten. Die Jünger seien erfüllt worden vom Heiligen Geist und hätten begonnen, in vielen verschiedenen Sprachen zu sprechen, heißt es in der Bibel. Das sogenannte Sprachwunder soll zeigen, dass die Botschaft vom Heiligen Geist für die ganze Welt von Bedeutung ist.

Was bedeutet das Fest für die Kirche?

Pfingsten schafft die theologische Grundlage für die sogenannte Dreifaltigkeit. Der Heilige Geist ist neben Gott als Vater und Jesus als seinem Sohn der Dritte im Bunde. Wie Weihnachten und Ostern hat das Hochfest in Deutschland zwei Feiertage. In vielen katholischen Bistümern finden dann die jährlichen Priesterweihen statt.

Warum heißt Pfingsten so?

Das Wort Pfingsten leitet sich ab vom griechischen Begriff „pentekoste hemera“, der so viel bedeutet wie „50. Tag“. Der Begriff wird deshalb verwendet, weil Pfingsten 50 Tage nach Ostern gefeiert wird. Zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten liegen stets zehn Tage.

Was wird am Pfingstmontag gefeiert?

Für den zweiten Feiertag am Montag gibt es keinen theologischen Grund. Viele katholische Pfarreien und evangelische Gemeinden feiern an Pfingstmontag ökumenische Gottesdienste. Jugendgruppen nutzen das lange Wochenende und das oft warme Wetter traditionell für Zeltlager.

Ist der Pfingstmontag überall Feiertag?

In Deutschland ist er bundesweiter Feiertag, auch wenn es immer wieder neue Initiativen gibt, dies zu ändern – etwa von Wirtschaftsverbänden.

In den meisten Ländern außerhalb Europas ist der Pfingstmontag kein Feiertag. Selbst in Italien und damit auch im Vatikan ist es ein normaler Arbeitstag. Frankreich schaffte den Feiertag 2005 ab, aber 2008 wieder ein. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat ausgerechnet, wie hoch der finanzielle Nutzen von einem zusätzlichen Arbeitstag wäre. Danach steigt das Bruttoinlandsprodukt – je nach Berechnungsmethode – um fünf bis 8,6 Milliarden Euro.

Welche unbekannteren Bräuche gibt es?

Pfingsten wird oft als Frühlingsfest bezeichnet. In einigen Regionen gibt es Pfingstbräuche, die dem Maibrauchtum ähneln. Dazu gehört etwa das Aufstellen eines geschmückten Baums an der Hauswand. Oder das stecken von Pfingstbäumen. Die Kirchen werden oft mit Birkengrün geschmückt oder es werden kleine Holztauben von der Kirchendecke herabgelassen. Die weiße Taube repräsentiert dabei traditionell den Heiligen Geist.

Manche Gemeinden veranstalten Flurumritte und Prozessionen, die der neuen Saat auf den Feldern Segen bringen sollen. Zu den überregional bekannten Bräuchen gehört der Pfingstritt in Bad Kötzting im Bayerischen Wald.

Ein Pfingstritt mit Tradition: Seit 1412 findet die Bittprozession in Bad Kötzting statt.

Etwas unbekannter ist der „Pfingstquack“. In der Pfalz und im Elsass ziehen Kinder mit bunten geschmückten Handwagen – dem „Pfingstquack“ – durch den Ort und singen. Dafür gibt es Lebensmittel – etwa Eier oder Speck – und manchmal auch Geld.

Pfingsten ist im unteren Bayrischen Wald, in Teilen des nordwestlichen Böhmerwalds und in manchen Regionen in Österreich die Zeit für die „Wasservögel“. Mit wasserfester Kleidung ausgestattet singen die meist jungen Leute ein traditionelles Lied – das Wasservogellied – vor den Häusern und Wohnungen im Dorf. Die Bewohner schütten dann aus ihren Fenstern und von Balkonen Wasser auf die Gruppe. Danach gibt es traditionell Eier. Inzwischen sind aber auch kleinere Geldgeschenke üblich.

Im Mansfelder Land im südwestlichen Sachsen-Anhalt wird das Dreckschweinfest gefeiert. Dabei schwingen Jungen und Männer als Sommer oder auch Läufer genannt die Peitsche und treiben den Winter aus. Diejenigen, die den Winter spielen, versuchen immer wieder in ein Schlammloch zu springen – sie sind die „Dreckschweine“. Die Läufer vertreiben sinnbildlich dann mit Peitschen den Winter aus der Suhle.

Im Mansfelder Land wird zu Pfingsten der Winter symbolisch vertrieben – aus einem Schlammloch.

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