Notfall in EckernfördeJunger Soldat stirbt nach Übung in Minentaucherausbildung
Die Minentaucherausbildung zählt zu den härtesten der Deutschen Marine. Bei einer Übung in einer Schwimmhalle erleidet ein Soldat einen medizinischen Notfall und liegt tagelang auf der Intensivstation. Nun ist der junge Mann tot, die Marine kündigt Ermittlungen an.
Ein bei einer Minentaucherausbildung der Marine kollabierter Soldat ist tot. Die Deutsche Marine teilte mit, der am Mittwoch verunglückte Marinesoldat sei trotz intensivster medizinischer Betreuung verstorben.
Der Mann war behandelt worden, nachdem er aus der Schwimmhalle der Marine in Eckernförde als medizinischer Notfall auf eine Intensivstation gebracht worden war. Der Soldat des Seebataillons war nach Angaben der Marine bei der Ausbildung schwer zu Schaden gekommen.
Die Ausbildung in der Minentaucherei gehöre zu den anspruchsvollsten in der Deutschen Marine, sagte der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack. Sie diene dem Schutz von Menschenleben und der Sicherheit Deutschlands auf See – „umso mehr verpflichtet uns dieses tragische Ereignis, die Umstände lückenlos aufzuklären“.
Notfall während Übung
Zu dem medizinischen Notfall kam es angeblich bei einem Übungsabschnitt, bei dem Soldaten in einer Gruppe im Wasser waren. Mit dem Kopf seien sie über Wasser gewesen. Sie trainierten ein Standardverfahren der Ausbildung. Dabei wird ein 5-Kilo-Ring weitergereicht, um so Tätigkeiten im Wasser abzubilden.
Zur Aufklärung der genauen Umstände des Notfalls wurden laut Marine Ermittlungen eingeleitet. Der Marine-Inspekteur erklärte: „Der Tod dieses jungen Soldaten erfüllt uns alle in der Marine mit tiefer Trauer.“ Dieser habe sich bewusst für einen besonders fordernden und verantwortungsvollen Dienst entschieden, der Mut, Hingabe und höchste Professionalität verlange. Dafür gebühre ihm größter Respekt. „In diesen schweren Stunden sind unsere Gedanken bei seiner Familie, seinen Freunden und seinen Kameradinnen und Kameraden“, sagte Kaack. „Wir stehen als Marine eng zusammen und teilen ihren Schmerz.“
Die Ausbildung zum Minentaucher ist – wie die militärische Aufgabe selbst – körperlich und technisch anspruchsvoll. Nötig sind überdurchschnittliche Fitness sowie der sichere Umgang mit Unterwasserdrohnen und Sprengmitteln. Zu den Aufgaben der Taucher gehören auch Kampfmittelbeseitigung, Rettungseinsätze sowie der Schutz von Schiffen und Hafenanlagen gegen Sabotage und Angriffe.
Hitzeschlag bei Marsch
In früheren Jahren hatte die Überlastung von Soldaten bei Märschen und teils höheren Temperaturen mehrfach Schlagzeilen gemacht und der Bundeswehr den Vorwurf übertriebener Härte in der Ausbildung eingebracht. So war 2017 im niedersächsischen Munster ein Offizieranwärter auf einem Fußmarsch bewusstlos zusammengebrochen und zehn Tage später im Krankenhaus gestorben. Er sei nach einer Marschleistung von drei Kilometern „unvermutet“ kollabiert, hieß es damals.
Für den Tod des 21-Jährigen war laut Staatsanwaltschaft Lüneburg ein Hitzschlag verantwortlich. An dem Tag waren bei der praktischen Ausbildung nahe dem Standort noch drei weitere Soldaten zusammengebrochen, und zwar über den Tag verteilt. Gefahren können auch drohen, wenn Erkrankungen nicht erkannt werden oder nicht vollständig genesene Soldaten sich Herausforderungen stellen.
