Etwa ein Fünftel der Deutschen raucht mindestens gelegentlich. Besonders hoch ist der Anteil in der Gruppe der 40- bis 44-Jährigen. Aber auch die Jüngeren greifen wieder etwas häufiger zur Zigarette.
Fast ein Fünftel der Deutschen hat 2025 zumindest gelegentlich geraucht. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden vor dem Weltnichtrauchertag am 31. Mai mit. Der Anteil der Raucherinnen und Raucher lag demnach bei 19,1 Prozent. Die Angaben beruhen auf Ergebnissen des Mikrozensus, der größten repräsentativen Befragung von Haushalten in Deutschland.
Im Vergleich zu 2021 veränderte sich der Anteil kaum: Damals gaben noch 18,9 Prozent aller Menschen in Deutschland an, zumindest gelegentlich zu rauchen. Männer rauchen der Umfrage zufolge deutlich öfter als Frauen. 22,4 Prozent der Männer rauchten 2025 laut Auswertung zumindest gelegentlich. Bei Frauen seien es nur 15,8 Prozent gewesen.
Unter Menschen zwischen 40 und 44 Jahren ist das Rauchen der Umfrage zufolge am stärksten verbreitet. Hier lag der Anteil der Raucherinnen und Raucher im vergangenen Jahr bei 26 Prozent, wie das Statistikamt mitteilte. Auf sie folgten die 45- bis 49-Jährigen mit 25,5 Prozent.
Anteil bei Jüngeren leicht gestiegen
In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen stieg der Anteil derjenigen, die zumindest gelegentlich rauchen, im vergangenen Jahr auf 15,6 Prozent. Vier Jahre zuvor lag der Anteil den Statistikern zufolge bei 14,5 Prozent. Im Jahr 2017 hatten noch 18,3 Prozent in dieser Altersgruppe angegeben, dass sie zumindest gelegentlich rauchen. Die wenigsten Rauchenden gab es den Angaben zufolge unter den 15- bis 17-Jährigen mit 5,0 Prozent und unter den mindestens 75-Jährigen mit 5,5 Prozent.
78,5 Prozent der Raucherinnen und Raucher rauchten überwiegend herkömmliche Zigaretten, 9,2 Prozent bevorzugten E-Zigaretten. Der Rest verteilte sich unter anderem auf Zigarren, Zigarillos, Pfeifen und Shisha.
Bundesdrogenbeauftragter fordert strengere Regeln
Der Drogenbeauftragte des Bundesregierung, Hendrik Streeck, sprach von einem klaren Warnsignal. Einer repräsentativen Befragung zufolge, die seine Behörde durchführte, rauchte 2025 sogar fast jeder Zehnte der Zwölf- bis 17-Jährigen.
Neun von zehn Konsumenten nutzten den Angaben zufolge in den Mehrweg-E-Zigaretten nikotinhaltige Liquids, die oft mit süßen Aromen und jugendaffinem Design vermarktet werden. „Wenn Nikotin nach Cola, Kiwi, Kaugummi oder Menthol schmeckt und in bunten Verpackungen daherkommt, dann ist das keine zufällige Produktgestaltung“, sagte Streeck.
Er forderte im Gespräch mit tagesschau24 klare Regeln für Inhaltsstoffe, Aromen, Werbung und Verpackung. Es brauche Verbote für bestimmte Aromastoffe. Auch von einer Erhöhung der Tabaksteuer erhofft er sich, dass weniger Menschen zur Zigarette greifen.
Rauchen für ein Fünftel aller Krebserkrankungen verantwortlich
Wer das Rauchen sein lässt, verringert generell das Risiko für verschiedenste Erkrankungen. So ist Rauchen für etwa ein Fünftel aller Krebserkrankungen direkt verantwortlich, aber auch Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Schlaganfälle oder chronische Bronchitis lassen sich häufig auf das Rauchen zurückführen.
Raucher haben beispielsweise ein um 65 Prozent höheres Risiko für einen Herzinfarkt als Nichtraucher. Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 127.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums, wovon rund ein Drittel auf das Konto von Herz-Kreislauf-Erkrankungen geht.
Zudem erkranken jährlich 85.000 Menschen als Folge des Rauchens an Krebs. Wer raucht oder rauchte, zeigt zudem ein viel höheres Risiko, eine chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) oder eine rheumatoide Arthritis – eine Gelenkentzündung – zu entwickeln. Rauchen schädigt auch Augen, Zähne sowie den Verdauungstrakt und wirkt sich auf die Fruchtbarkeit aus.
