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Startseite»Nachrichten»Ansonsten Gesundheitsschäden?: Gewerkschaften klammern sich an Acht-Stunden-Tag
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Ansonsten Gesundheitsschäden?: Gewerkschaften klammern sich an Acht-Stunden-Tag

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 29, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Ansonsten Gesundheitsschäden?Gewerkschaften klammern sich an Acht-Stunden-Tag

Wer länger als acht Stunden pro Tag arbeitet, riskiert nach Ansicht des DGB seine Gesundheit. (Foto: picture alliance / Wolfgang Maria Weber)

Die neuerliche Debatte um eine Anpassung der Arbeitszeiten erzürnt die Gewerkschaften. In der möglichen Abkehr vom Acht-Stunden-Tag wittern sie eine Gefahr für Arbeitnehmer. Das IW kann der Idee dagegen etwas abgewinnen – und unterbreitet einen Vorschlag.

In der Diskussion um eine Reform des Arbeitszeitgesetzes warnen die Gewerkschaften vor Gesundheitsschäden durch eine Abkehr vom Acht-Stunden-Tag. „Zu lange Arbeitstage führen nachweislich zu Krankheiten, die am Ende des Tages nicht nur Beschäftigten schaden, sondern auch der Wirtschaft und dem Gesundheitssystem“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Jede Lockerung der Regeln würde einseitig die Arbeitnehmer belasten“, erklärte Piel weiter. „Änderungen am Arbeitszeitgesetz lehnen wir ab: Das aktuelle Gesetz sichert die Gesundheit der Beschäftigten und verhindert, dass Menschen wie Maschinen behandelt werden.“

Auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warnte vor einer Aufweichung des Acht-Stunden-Tages. Nach Ansicht ihres Chefs Guido Zeitler droht dadurch ein „Rückschritt in Zeiten, die wir nicht zurückhaben möchten“. Er verwies auf arbeitsmedizinische Studien, die gezeigt hätten, dass zu lange Arbeitszeiten krank machten. „Seit jeher ist das Arbeitszeitgesetz daher ein Schutz für Beschäftigte vor den Ansprüchen, ja auch der Willkür, ihrer Chefs“, sagte Zeitler den Funke-Zeitungen. „Heute scheinen die Belastbarkeitsgrenzen von Beschäftigten jedoch vergessen zu sein.“ Ziel der Arbeitgeber in der aktuellen Debatte sei es, „ihre Beschäftigten nach Belieben einzusetzen“.

Der Acht-Stunden-Arbeitstag gilt seit 1918 in Deutschland. Die Bundesregierung plant eine Reform des Arbeitszeitgesetzes. Statt des Acht-Stunden-Tages soll eine wöchentliche Höchstarbeitszeit kommen, um so für mehr Flexibilität zu sorgen. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas will dazu in Kürze einen Gesetzentwurf vorlegen.

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schlägt unterdessen vor, die Arbeitszeit zunächst nur für bestimmte Berufe auszuweiten. „Wenn man zu große Sorgen um den Arbeitsschutz hat, könnte man in einem ersten Schritt die gesetzliche Anpassung auf Beschäftigte konzentrieren, wo keine Gesundheitsrisiken drohen: die Bürobeschäftigten“, sagte der IW-Arbeitsmarktexperte Oliver Stettes den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Stettes warb dafür, die Regelung zur täglichen Arbeitszeit zu reformieren. „Eine Flexibilisierung der täglichen Höchstarbeitszeit kann Beschäftigten und Unternehmen helfen, private Wünsche und Anforderungen mit betrieblichen Notwendigkeiten besser auszubalancieren.“

Quelle: ntv.de, fzö/AFP/dpa

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