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Startseite»Nachrichten»Drohnenangriff auf Taganrog: Die Ukraine trifft Russlands seltene „Seebären“
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Drohnenangriff auf Taganrog: Die Ukraine trifft Russlands seltene „Seebären“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 2, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Drohnenangriff auf TaganrogDie Ukraine trifft Russlands seltene „Seebären“

01.06.2026, 19:39 Uhr

Von Janis Peitsch
Tu-142MR-reconnaissance-aircraft-of-the-Russian-Navy-landing-Kubinka-Russia
Eine Tu-142MR beim Landeanflug. (Foto: picture alliance / Stocktrek Images)

Am Asowschen Meer attackieren ukrainische Drohnen zwei seltene russische Seeaufklärer. Für Moskaus Marineflieger womöglich ein herber Verlust. Die „Seebären“ vom Typ Tu-142 werden seit Mitte der 90er-Jahre nicht mehr gebaut. Dabei sind die Maschinen für den Kreml gerade in der Arktis wertvoll.

Ukrainische Langstreckendrohnen haben in der Nacht zum Samstag zwei Seefernaufklärer auf dem russischen Militärflugplatz Taganrog am Asowschen Meer attackiert. Von der Ukraine veröffentlichte Videoaufnahmen zeigen, wie zumindest eines der Spezialflugzeuge vom Typ Tu-142 (Nato-Codename: „Bear F/J“) in Brand gerät. Kiew erklärte im Nachgang, beide Maschinen seien zerstört worden. Für Moskaus Marineflieger könnte es ein empfindlicher Schlag sein, denn Russland kann die betagten Spezialflugzeuge nicht einfach ersetzen.

Die Tu-142 wurde Ende der 1960er-Jahre vom Konstruktionsbüro Tupolew entwickelt und 1972 in Dienst gestellt. Sie basiert auf dem strategischen Bomber Tu-95 (Nato-Codename „Bear“), der für die neuen Aufgaben entsprechend angepasst wurde. Neben der Basisversion existieren mehrere Varianten, etwa für die Ozeanüberwachung oder die U-Boot-Jagd.

Zur Ortung getauchter U-Boote ist die Maschine mit akustischen und magnetischen Sensoren ausgerüstet; als Bewaffnung dienen Torpedos und Raketen, zur Verteidigung sind am Heck zwei Maschinenkanonen verbaut. Der Einsatzradius liegt bei rund 5200 Kilometern. 1975 wurde die Produktion in das Flugzeugwerk Taganrog verlegt, das heute dem Hersteller Berijew gehört. Bis 1994 entstanden etwa 100 Exemplare.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verblieben einige Tu-142 in der Ukraine, wurden später aber im Zuge von Abrüstungsverträgen verschrottet. Die russische Marine betreibt Berichten zufolge noch rund zwei Dutzend dieser Flugzeuge. Eine laufende Produktionslinie für die Tu-142 gibt es nicht mehr, entsprechend wiegt jeder Verlust schwer.

Unklar ist aber, ob die beiden attackierten Tu-142 überhaupt einsatzfähig waren. Das ukrainische Portal Militarnyi kommt unter Berufung auf Satellitenbilder zu dem Schluss, dass beide Maschinen nicht im aktiven Dienst standen. Demnach lagerten seit mindestens 2011 insgesamt vier Tu-142 auf dem Gelände des Flugplatzes. Erst zwischen dem 27. April und dem 19. Mai sollen drei davon ihre Abstellpositionen verlassen haben und näher an die Werkstatt der Basis verlegt worden sein.

Köder für ukrainische Drohnen?

Möglicherweise wurden die Maschinen für eine Instandsetzung oder für einen Verlegungsflug zu einer anderen Basis vorbereitet. Ausgeschlossen sei zudem nicht, dass sie als Köder dienen sollten, um ukrainische Drohnen anzulocken. Nach Auswertung der veröffentlichten Aufnahmen durch Militarnyi handelt es sich bei den getroffenen Flugzeugen um eine Tu-142MR, die als fliegende Kommunikationsplattform genutzt wird, sowie eine Tu-142MK zur U-Boot-Jagd.

Besonders schwer wiegt der mögliche Verlust der Tu-142MR. Sie hält per Langwellenfunk den Kontakt zu Russlands atomgetriebenen U-Booten und ist vor allem für die Nordflotte in der Arktis von Bedeutung. Gerade in der Polarregion spielen U-Boote eine wichtige Rolle, da sie auch unter dem Eis operieren können.

Der Angriff vom Wochenende reiht sich in eine ganze Serie ukrainischer Schläge auf Moskaus Luftflotte ein. Vor rund einem Jahr zerstörte Kiew bei der Operation „Spinnennetz“ einen Teil der russischen strategischen Bomberflotte, zuvor hatte die ukrainische Flugabwehr bereits mindestens zwei Frühwarnflugzeuge vom Typ A-50 vom Himmel geholt. Ob die beiden Tu-142 nun einsatzbereit oder museumsreif waren, die Botschaft bleibt dieselbe: Russlands Spezialflugzeuge sind auch fernab der Front nicht sicher.

Quelle: ntv.de

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Dr. Heinrich Krämer
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