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Startseite»Politik»Marktbericht: Anleger zwischen KI-Hoffnung und Nahost-Sorge
Politik

Marktbericht: Anleger zwischen KI-Hoffnung und Nahost-Sorge

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 2, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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marktbericht

Stand: 02.06.2026 • 07:16 Uhr

Neue Rekorde an der Wall Street setzen positive Vorzeichen für den deutschen Aktienmarkt. Trotzdem bleibt weiterhin die Unsicherheit, ob die Gespräche zwischen USA und Iran zu einem Ende des Krieges führen.

Nach Rekorden an der Wall Street zeichnet sich im DAX am Morgen wieder ein kleiner Anstieg ab. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex zur Stunde 0,4 Prozent höher auf 25.098 Punkte. Der Wochenstart war durchwachsen, mit einer Tagesspanne von 400 Punkten um die runde Marke von 25.000 Punkten bei einem Tagestief von 24.901 Punkten und einem Tageshoch von 25.301 Punkten.

Weiterhin beherrschendes Thema sind die Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA. Der Iran hatte erklärt, die Verhandlungen mit den USA seien ausgesetzt, woraufhin US-Präsident Donald Trump versicherte, die Gespräche würden „in hohem Tempo“ fortgesetzt. Dann sagte Trump in einem Fernsehinterview am Montagabend, er erwarte eine Einigung mit dem Iran „binnen der nächsten Woche“.

„Wir wissen nicht wirklich, woran wir sind“, sagte Thomas Martin, Portfoliomanager bei GLOBALT. Der Markt gehe zwar von einer künftigen Einigung aus, es fehle jedoch an verlässlichen Informationen. Für Erleichterung sorgte Trump zudem mit der Aussage nach einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, dass keine israelischen Truppen in die libanesische Hauptstadt Beirut einrücken würden.

Die Ölpreise geben nach den kräftigen Gewinnen vom Vortag heute morgen etwas nach. Grund dafür ist die Unsicherheit über den Stand der Waffenstillstandsgespräche zwischen den USA und dem Iran und die mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Am Rohstoffmarkt verbilligte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,3 Prozent auf 94,70 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,4 Prozent schwächer bei 91,77 Dollar.

Die Hoffnung auf Fortschritte bei den Friedensverhandlungen im Nahen Osten und die anhaltende Begeisterung für Künstliche Intelligenz (KI) haben der Wall Street gestern Auftrieb gegeben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent höher auf 51.079 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte um fast 0,3 Prozent auf knapp 7.600 Zähler vor, der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 27.087 Punkte. S&P 500 und Nasdaq erreichten damit neue Rekordhochs.

Bei den Einzelwerten standen an der Wall Street und in Asien Technologieaktien im Rampenlicht. Der Google-Mutterkonzern Alphabet will mit der Aufnahme von 80 Milliarden Dollar den kostspieligen Ausbau seiner Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) finanzieren. Die Alphabet-Aktie gab im nachbörslichen Handel um zwei Prozent nach

Zudem wird es einen weiteren spektakulären Börsengang in den USA geben: Die KI-Firma Anthropic, die der schärfste Rivale des ChatGPT-Entwicklers OpenAI ist, nimmt Kurs auf die Börse. Ein Antrag für eine Aktienplatzierung wurde zunächst vertraulich eingereicht, wie Anthropic mitteilte. Damit bleiben Geschäftsinformationen zunächst unter Verschluss, während die Unterlagen von der US-Börsenaufsicht SEC geprüft werden. Der Börsengang könnte einer der drei größten in diesem Jahr werden. Die KI-Firma schloss zuletzt eine 65 Milliarden Dollar schwere Finanzierungsrunde zu einer Gesamtbewertung von 900 Milliarden Dollar ab.

Auch Nvidia sorgte erneut für Kursbewegungen: Der Chipkonzern stellte einen neuen Prozessor vor, der KI-Funktionen direkt in PCs integriert. Der Chip sei das Ergebnis einer dreijährigen Partnerschaft mit Microsoft, sagte Nvidia-Chef Jensen Huang. Papiere von Nvidia kletterten um 6,3 Prozent, Microsoft-Aktien legten daraufhin um 2,3 Prozent zu.

Aussagen des Nvidia-Chefs zur Robotik sorgten heute zudem in Südkorea für starke Kursbewegungen bei den Tech-Werten. Jensen Huang hatte die Bedeutung der Robotik für Südkorea am Montagabend am Rande der Computex-Messe in Taipeh hervorgehoben. Das Land sei zudem ein entscheidender Teil des Nvidia-Ökosystems. Die Aktien von Doosan Robotics, Robostar und Robotis stiegen daraufhin um bis zu 22,8 Prozent, 29,95 Prozent beziehungsweise 15,3 Prozent und erreichten neue Rekordhochs.

Ansonsten zeigten sich asiatische Anleger heute verhalten, vor allem angesichts der unsicheren Friedensgespräche im Nahen Osten und allgemeiner geopolitischer Risiken. Der japanische Aktienindex Nikkei gab nach, nachdem er am Vortag ein Rekordhoch erreicht hatte. Der Nikkei-Index verlor 1,5 Prozent auf 65.991 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab um 1,2 Prozent auf 3.894 Zähler nach. „Widersprüchliche Nachrichten aus dem Nahen Osten sorgten für Kursschwankungen“, berichten die Analysten von Westpac in einer Studie.

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