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Startseite»Nachrichten»„Feindliche Übernahme“: Unicredit erhöht Commerzbank-Anteil auf über ein Drittel
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„Feindliche Übernahme“: Unicredit erhöht Commerzbank-Anteil auf über ein Drittel

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 3, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Feindliche Übernahme“Unicredit erhöht Commerzbank-Anteil auf über ein Drittel

Die Commerzbank warnt Aktionäre vor dem Verkauf ihrer Anteile. (Foto: REUTERS)

Die italienische Großbank Unicredit drängt auf eine Übernahme der Commerzbank. Ein Kaufangebot hat das Geldhaus aus Frankfurt bislang abgelehnt. Ihre Anteile bauen die Mailänder derweil trotzdem aus – und könnten so zunehmend an Macht gewinnen.

Die italienische Großbank Unicredit hat mit ihrer Übernahmeofferte für die Commerzbank die wichtige Marke von 30 Prozent der Anteile klar überschritten. Commerzbank-Aktionäre hätten ihr Anteile im Umfang von 7,58 Prozent des Grundkapitals angedient, teilte die Unicredit in Mailand mit. Nachdem das Geldhaus aus Mailand bisher schon 26,77 Prozent der Commerzbank-Aktien gehalten hatte, würde ihre Beteiligung damit rechnerisch auf 34,35 Prozent steigen.

Mit ihrem freiwilligen Übernahmeangebot vom Mai vermeidet die Unicredit ein Pflichtangebot, das sonst beim Überschreiten der 30-Prozent-Marke vorgeschrieben ist und das angesichts des zuletzt gestiegenen Commerzbank-Aktienkurses wesentlich teurer geworden wäre. Statt Geld bietet die Großbank für jedes Commerzbank-Papier 0,485 Unicredit-Anteile.

Das ist auf Basis der jüngsten Schlusskurse weniger, als man für eine Commerzbank-Aktie derzeit an der Börse bekommt. Zusätzlich verfügt die Unicredit über Finanzinstrumente, mit denen sie auf eine Menge weiterer Commerzbank-Aktien zugreifen kann. Die Großbank aus Mailand behält sich vor, die bis 16. Juni geltende Offerte bis 3. Juli zu verlängern.

Commerzbank nennt Vorgehen „feindlich“

Die Unicredit hatte im September 2024 einen Aktienverkauf des Bundes genutzt, um in großem Stil bei der Commerzbank einzusteigen. Schnell etablierten sich die Italiener als mit Abstand größter Einzelaktionär der zweitgrößten deutschen Privatbank vor dem deutschen Staat. Die Unicredit, die bereits mit der Hypovereinsbank (HVB) in Deutschland aktiv ist, sieht bei einem Zusammenschluss Potenzial für milliardenschwere Einsparungen.

Unicredit-Chef Andrea Orcel wirbt für die Vorzüge größerer Banken und erhöhte am 5. Mai mit einem freiwilligen Kaufangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien den Druck. Management, Betriebsrat und Belegschaft der Commerzbank lehnen das aus ihrer Sicht „feindliche“ Vorgehen von Orcel ab.

Aufsichtsrat und Vorstand der Commerzbank haben den Aktionären des Dax-Konzerns abgeraten, ihre Anteile an die Unicredit zu verkaufen – nicht zuletzt, weil das Angebot statt einer Übernahmeprämie einen Abschlag auf den aktuellen Kurs vorsieht. Wer seine Aktien der Unicredit andiene, handle sich erhebliche Risiken ein, argumentiert die Commerzbank: Die Unicredit ist unter anderem eine der größten noch aktiven Auslandsbanken in Russland, auch wenn sie jüngst den Verkauf russischer Geschäftsteile eingeleitet hat.

Zudem ist nach Einschätzung der Commerzbank im Fall einer Übernahme mit einem deutlich größeren Stellenabbau zu rechnen als im Szenario einer Eigenständigkeit. Statt dem jüngst beschlossenen Abbau von weiteren 3000 Vollzeitstellen bis 2030 sei im Unicredit-Szenario mit dem Verlust von bis zu 11.000 Jobs zu rechnen, sagte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. Insgesamt sei der von der Unicredit vorgelegte Plan unrealistisch.

Die Commerzbank, die 2025 das beste operative Ergebnis ihrer Geschichte erzielt hat, will ihre Aktionäre mit der Aussicht auf steigende Gewinne und höhere Dividenden bei der Stange halten. Der Bund, der noch gut 12 Prozent der Anteile des Instituts hält, lehnt eine feindliche Übernahme der Commerzbank ebenfalls ab.

Quelle: ntv.de, zgl/dpa

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