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Anleger auf Schnäppchenjagd: Tech-Werte nach Ausverkauf auf Erholungskurs

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 8, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Anleger auf SchnäppchenjagdTech-Werte nach Ausverkauf auf Erholungskurs

Die Stimmung ist deutlich aufgehellt. (Foto: AP Photo/Richard Drew)

Die Wall Street lässt ihre Zinssorgen zum Start der neuen Börsenwoche hinter sich. Nach kräftigen Abschlägen am Freitag sind besonders die Chipwerte für die Anleger interessant. Für Erleichterung sorgt auch die Lage im Nahen Osten: Sowohl der Iran als auch Israel verzichten auf weitere Angriffe.

Nach dem jüngsten Ausverkauf haben Aktien von Chip-Herstellern an der Wall Street zum Wochenstart für Auftrieb gesorgt. Die US-Börsen schlossen jedoch uneinheitlich und gingen von ihren Tageshochs zurück. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor verlor 0,2 Prozent auf 50.786,01 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legte dagegen um 0,3 Prozent auf 7.405,73 Zähler zu. Am stärksten fiel das Plus mit 0,9 Prozent auf 25.929,66 Zähler beim Index der Technologiebörse Nasdaq aus, nachdem er am Freitag mehr als vier Prozent abgerutscht war. Die Verkaufswelle war durch einen überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht für Mai ausgelöst worden, der erneut Zinssorgen schürte. Zudem hatten enttäuschende Zahlen des Chipherstellers Broadcom in der vergangenen Woche die Sorge geschürt, dass der Sektor zu schnell gewachsen sein könnte.

Zur Erleichterung der Anleger trug bei, dass der Iran und Israel ihre gegenseitigen Angriffe einstellten. Diese hatten die Ölpreise zum Wochenauftakt zunächst um mehr als fünf Prozent in die Höhe getrieben. Im Tagesverlauf reduzierte sich das Plus bei Brent-Rohöl auf 1,7 Prozent und 94,63 Dollar je Barrel. Der Zuwachs bei US-Leichtöl WTI schmolz auf ein Prozent und einen Preis von 91,40 Dollar.

Intel im Rampenlicht

Die Erholung des Technologiesektors hellte insgesamt die Stimmung auf. Der S&P-Technologieindex und der Philadelphia-Halbleiterindex legten zu. Damit machten sie einen Teil der Verluste vom Freitag wett, als ein Ausverkauf den Börsenwert der in den USA notierten Chiphersteller um eine Billion Dollar verringert hatte. „Der heutige Tag sieht danach aus, als würden Investoren nach dem großen Ausverkauf bei Tech-Werten auf Schnäppchenjagd gehen“, sagte Rick Meckler, Partner beim Vermögensverwalter Cherry Lane Investments. „Der Markt war seit geraumer Zeit auf Perfektion ausgerichtet, und dies sind sicherlich unvollkommene Zeiten.“

Bei Intel trieben Spekulationen über mögliche Großaufträge von Google sowie Nvidia den Kurs deutlich nach oben. Die Technologie-Nachrichtenseite „The Information“ hatte unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, dass die Google-Mutter Alphabet bei Intel die Herstellung von mehr als drei Millionen sogenannter Tensor Processing Units (TPUs) für das Jahr 2028 in Auftrag gegeben habe. Zudem prüfe der KI-Chip-Gigant Nvidia, ob die Technologie von Intel für die Herstellung eines Prozessors genutzt werden könne, der vier Grafikchips in einer Einheit vereint.

Der potenzielle Auftrag für die hauseigenen KI-Chips von Google würde Intels Geschäft als Auftragsfertiger stärken. Der Konzern versucht, seine führende Rolle in der Chipherstellung zurückzuerobern, die er an den taiwanischen Konzern TSMC verloren hat. Die stark gestiegene Chip-Nachfrage durch den KI-Boom hat bei TSMC jedoch zu Kapazitätsengpässen geführt. „Über den üblichen Bedarf an Diversifizierung hinaus sind Google und Nvidia noch motivierter als sonst, mit Intel zusammenzuarbeiten“, sagte Gil Luria, Analyst bei D.a. Davidson. „Die Unterstützung von Intel fördert die Fertigung in den USA, was für die Beziehung zur US-Regierung wichtig ist.“

Apple schwächelt

Die Aktien von Marvell Technology legten deutlich zu. Der Chiphersteller wird vor Handelsbeginn am 22. Juni in den Leitindex S&P 500 aufgenommen. Dagegen gaben die Papiere von Apple im späten Handel nach, obwohl der Konzern auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz WWDC eine Reihe von KI-Upgrades für seinen Sprachassistenten Siri vorstellte. Anleger könnten nach dem Prinzip „Kaufen bei Gerüchten, Verkaufen bei Fakten“ reagiert haben, sagte Bruce Zaro, Geschäftsführer bei Granite Wealth Management. Apple habe im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) lange Zeit hinterhergehinkt, weshalb die Aktie im Vergleich zu anderen Tech-Riesen unterdurchschnittlich gelaufen sei.

Die Aktien von Eli Lilly legten ebenfalls zu. Aus Studienergebnissen des US-Arzneimittelherstellers ging hervor, dass sein Abnehmmedikament der nächsten Generation, Retatrutide, nicht nur die Gewichtsabnahme fördert, sondern auch bei Knieschmerzen hilft und die Schwere von Schlafapnoe eindämmt. Als ein wichtiger Test für die US-Aktienmärkte gilt zudem der geplante Börsengang von SpaceX am Freitag, bei dem Investoren vor einer möglichen Überhitzung des Marktes auf der Hut sind.

Alles Weitere zum heutigen Börsengeschehen finden Sie hier.

Quelle: ntv.de, mau/rts

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