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EU-Einigung: Fluggastrechte werden erweitert | tagesschau.de

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 12, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 12.06.2026 • 22:01 Uhr

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten und des Europäischen Parlaments auf eine Reform der Fluggastrechte geeinigt – mit guten Nachrichten für die Passagiere.

Thomas Spickhofen

Die Höhe der Entschädigungen für Fluggäste bleibt, wie sie ist. Das heißt: 250 Euro bei drei Stunden Verspätung. Bei noch mehr und auf längeren Flugstrecken können es sogar bis zu 600 Euro sein.

Das wollten die Mitgliedsstaaten eigentlich im Sinne der Fluggesellschaften ändern. Wäre es nach ihnen gegangen, würde die Entschädigung erst bei noch größeren Verspätungen fällig. Außerdem müssen die Fluglinien es ihren Passagieren zukünftig einfacher machen, an diese Entschädigung zu kommen.

Einige Zusatzgebühren fallen

Neu ist, dass es keine Zusatzgebühr mehr kosten darf, den Namen auf dem Ticket zu ändern. Eltern dürfen auch nicht extra zur Kasse gebeten werden, wenn sie neben ihrem Kind sitzen wollen. Nicht durchsetzen konnte sich das Parlament dagegen mit der Forderung, dass ein kleiner Koffer gratis mit in die Kabine genommen werden darf. Immer mehr Fluggesellschaften verlangen dafür inzwischen zusätzlich Geld.

Nach Angaben der zyprischen Ratspräsidentschaft sollen Passagiere auch nicht mehr dazu gezwungen sein, für ihr Ticket eine App zu nutzen oder einen Online-Account anzulegen.

EU-Parlamentarier freuen sich

Vertreter des Parlaments zeigten sich nach der Vereinbarung zufrieden. Eine „deutliche Verbesserung des Status quo“ und „vor allem eine klare Absage an den Versuch einiger Mitgliedstaaten, Passagierrechte abzubauen“ sieht der CDU-Europaabgeordnete Jens Gieseke. Die Reform sorge für mehr Transparenz, stärkere Verbraucherrechte und eine bessere Durchsetzung bestehender Ansprüche.

Jan-Christoph Oetjen, der für die FDP im Europaparlament sitzt, freut sich, dass in Zukunft Entschädigungen „für alle einfacher und effizienter“ gemacht werden. Das EU-Parlament habe „erfolgreich Flugpassagierrechte verteidigt“, erklärt Oetjen.

Neue Regeln könnten schon 2027 kommen

Vor mehr als zwölf Jahren hatte die Kommission ihre Vorschläge zu einer Reform der Fluggastrechte vorgelegt. Seitdem wurde verhandelt, zuletzt monatelang im Vermittlungsausschuss, der nur sehr selten angerufen wird. Die Sitzungen dort dauerten bis zu 17 Stunden.

Über das Ergebnis müssen nun noch die Vertreter des Rates und des Parlaments abstimmen. Beim Parlament soll das nach Angaben von Abgeordneten schon am kommenden Montag geschehen. Nach der Zustimmung beider Seiten haben die Fluggesellschaften ein Jahr Zeit, die neuen Regeln umzusetzen.

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