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Startseite»Nachrichten»Rentenlücke ausgleichen: Mit 50 plus noch fürs Alter vorsorgen: So geht’s
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Rentenlücke ausgleichen: Mit 50 plus noch fürs Alter vorsorgen: So geht’s

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 13, 2026Keine Kommentare6 Minuten Lesezeit
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Rentenlücke ausgleichenMit 50 plus noch fürs Alter vorsorgen: So geht’s

Mit über 50 noch mit der Altersvorsorge anfangen? Das ist längst kein unmögliches Unterfangen, erfordert aber Ausdauer. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn)

Besser spät als nie: Auch im Alter von über 50 gibt es noch Möglichkeiten, privat für den Ruhestand vorzusorgen. Welche Optionen sinnvoll sind – und welche sich eher nicht eignen.

Eigentlich sollten Verbraucherinnen und Verbraucher, die es sich leisten können, so früh wie möglich fürs Alter vorsorgen. So kann man mit vergleichsweise kleinen Sparbeträgen und der Wirkung des Zinseszinseffekts ein beachtliches Vermögen anhäufen. Je später man beginnt, desto größer müssen die Sparbeträge sein, um zum selben Ergebnis zu gelangen. Doch nicht selten kommt es vor, dass das Vorhaben lange Zeit auf der Strecke bleibt – zum Beispiel wegen anderer finanzieller Verpflichtungen.

Wer dann irgendwann über 50 ist und einen Blick in seine Unterlagen wirft, stellt nicht selten fest, dass eine Rentenlücke droht – also eine Differenz zwischen dem gewohnten Nettoeinkommen vor dem Ruhestand und den tatsächlichen Alterseinkünften, etwa durch die gesetzliche Rente. Was Betroffene in dem vergleichsweise begrenzten Zeitraum bis zum Renteneintritt tun können, um noch Geld für den Lebensabend anzusparen, erklären zwei Experten.

Strukturiert vorgehen und die eigene Rentenlücke realistisch berechnen

Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf rät Betroffenen dazu, strukturiert vorzugehen und sich Zeit zu nehmen, um die passende Lösung für sich selbst zu finden. Vor allem ist zu klären, ob die Rentenlücke lediglich dazu führt, dass man den bisherigen Lebensstandard herabsetzen muss oder ob dadurch bereits gewöhnliche Lebenshaltungskosten gar nicht dauerhaft bedient werden können. Wer seinen bisherigen Lebensstandard problemlos heruntersetzen kann und möchte, hat vielleicht weniger ein Problem als wenn im Alter das Geld für Miete und Lebensmittel fehlt.

Zunächst gilt es also zu prüfen, wie es um die Finanzen nach dem Wechsel in den Ruhestand aussieht. Konkret: Welche Einnahmen gibt es – und welche Ausgaben stehen an? Anschließend checken Betroffene die in der Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung angegebene Rentenhöhe. Um eine mögliche Rentenlücke genau auszumachen, prüfen sie

  • zusätzliche Einkünfte: Kann man etwa mit einer betrieblichen Altersvorsorge oder mit Mieteinnahmen rechnen?

  • wegfallende Ausgaben: Welche Ausgaben fallen im Rentenalter weg, etwa Fahrkosten zur Arbeit oder Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

  • Bedürfnisse: Welchen Betrag benötigt man im Alter für die grundlegenden Bedürfnisse, welchen für Konsumzwecke?

Steht nun fest, wie hoch die Rentenlücke ist, ist zu entscheiden, wie sie geschlossen werden soll. Soll etwa ein bestimmter Kapitalstock angespart werden, aus dem in Eigenregie regelmäßig Entnahmen erfolgen? Oder präferiert man eine lebenslang gezahlte Rente? Oder wählt man einen dritten Weg?

Generell gilt in Hinblick auf die Rentenlücke: Wer Anfang 50 ist, hat aufgrund der noch zur Verfügung stehenden Zeit von rund 15 Jahren mehr Optionen als jemand, für den oder die das 60. Lebensjahr naht oder eventuell schon überschritten ist.

Welche Optionen mit Blick auf eine Rentenlücke sinnvoll sind

  • Bank- oder Fondsauszahlplan: Wer einen größeren Geldbetrag zur freien Verfügung hat – etwa nach Auszahlung einer Lebensversicherung -, für den kann ein Bank- oder Fondsauszahlplan eine Option sein. Wer sein Geld auf diese Weise anlegt, erhält anschließend Monat für Monat einen gewissen Geldbetrag ausgezahlt – bis das Vermögen am Ende möglicherweise aufgebraucht ist. Der Nachteil laut Scherfling: Die zusätzliche Rente kann eben nach einer gewissen Zeit verebben.

     

  • Freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung: „Es kann sich rechnen, freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen“, sagt Andreas Irion, Präsident des Bundesverbands der Rentenberater.

    Wer ein Jahr lang jeden Monat den freiwilligen Mindestbeitrag von 112,16 Euro zahlt, sorgt später für eine monatliche Rentensteigerung von 5,68 Euro, wie die Deutsche Rentenversicherung auf ihrer Webseite erklärt. Beim freiwilligen Höchstbeitrag von 1.571,70 Euro ergibt sich nach einjähriger, regelmäßiger Zahlung ein monatliches Rentenplus von 79,63 Euro. Die gesetzliche Altersrente erhalten Anspruchsberechtigte ein Leben lang, egal, welches Alter sie erreichen.

     

  • Über Indexfonds (ETFs) sparen: Sparen über Indexfonds (ETFs) ist Scherfling zufolge immer eine Alternative, über die man nachdenken kann. Wer Anfang 50 ist, könnte sich dafür entscheiden, Anteile eines breit streuenden Aktien-ETF zu kaufen und die Aktienquote dann bis zum Rentenbeginn nach und nach zu reduzieren. Die Anteile werden dann Stück für Stück verkauft und in weniger schwankungsanfällige Anlageformen umgeschichtet. So lässt sich das Risiko von Kurseinbrüchen minimieren – denn kurz vor dem Ausstieg aus dem Berufsleben bleibt weniger Zeit, Börsencrashs auszusitzen.

     

  • Private Sofortrente: Bei dieser Variante der Altersvorsorge zahlt der Kunde oder die Kundin einen größeren Betrag bei einer privaten Rentenversicherung ein und bekommt dafür für den Rest seines Lebens eine Rente aufs Konto überwiesen. „Eine Sofortrente bietet sich nur an, wenn man noch Geld gespart hat oder durch eine Erbschaft oder Auszahlung einer Lebensversicherung zu Geld kommt und weder in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen noch mit ETF ansparen möchte“, erklärt Irion.

    Aber Achtung: „Bei Versicherungslösungen muss man oft älter als 90 Jahre alt werden, um das eingezahlte Geld über die monatlichen Rentenzahlungen zurückzuerhalten“, so Scherfling. Nicht sinnvoll ist eine Sofortrente für Frauen und Männer, bei denen sich etwa aufgrund einer Erkrankung abzeichnet, dass sie kein hohes Alter erreichen.

     

  • Im Ruhestand weiter arbeiten: Eine weitere Möglichkeit ist, über das reguläre Rentenalter hinaus zu arbeiten. „Den Rentenbeginn zu verschieben und weiterhin eine versicherungspflichtige Beschäftigung auszuüben, kann sich rechnen“, sagt Irion. Denn für jeden Monat des späteren Rentenbeginns gibt es einen Zuschlag von 0,5 Prozent auf die Rente. Wurde der Rentenbeginn um ein Jahr verschoben, erhöht sich die Altersrente um sechs Prozent. Und: Die Rente erhöht sich zusätzlich um die weiter gezahlten Beiträge.

Welche Optionen mit Blick auf eine Rentenlücke nicht sinnvoll sind

  • In kapitalbildende Lebensversicherungen einzahlen: Von kapitalbildenden Lebensversicherungen sollte man aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW eher Abstand nehmen, wenn es um das Ziel geht, Vermögen aufzubauen. Denn kapitalbildende Lebensversicherungen sind laut Scherfling in der Regel teuer und unflexibel. Auch private Rentenversicherungen seien alleine schon aufgrund des geringen Höchstrechnungszinses von derzeit einem Prozent auf den Sparanteil nicht erste Wahl – vor allem, wenn der Renteneintritt nahe ist.

     

  • Altersvorsorge über einen Banksparplan aufbauen: Eine Altersvorsorge teilweise auch über einen Banksparplan aufzubauen, ist aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW unter Renditegesichtspunkten ebenfalls keine gute Entscheidung. Denn der Zins reiche in den meisten Fällen nicht aus, um auch nur die Inflation auszugleichen. „Boni und Prämien, die Banksparpläne ein Stück weit interessanter machen, gibt es aber oft erst nach vielen Jahren“, so Scherfling. Bei einer solch langfristigen Betrachtung bietet ein Aktien-ETF die Chance auf deutlich höhere Renditen.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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