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Platz da!: „In diesem Schlafzimmer kann man noch Liebe machen?“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 14, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Platz da!„In diesem Schlafzimmer kann man noch Liebe machen?“

14.06.2026, 12:47 Uhr Von Sabine Oelmann
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Was Sie schon immer mal loslassen wollten – mit diesem Buch wird Ihnen geholfen. Es entsteht mehr Platz, mehr Luft, mehr Freiheit, mehr Übersicht, mehr Zufriedenheit. (Foto: imago images/BRIGANI-ART)

„Du brauchst nicht mehr Platz. Du brauchst weniger Zeug“, sagt Conni Köpp, die seit 20 Jahren beruflich in den Sachen anderer Leute wühlt. Die Ordnungscoachin gibt in ihrem Buch „Platz da!“ nicht nur Tipps und Tricks mit auf den Weg, sondern packt das Übel bei der Wurzel. Fühlen Sie sich eventuell angesprochen? Dann lesen Sie weiter.

Manchmal wirkt es einfach hoffnungslos – das Chaos auf dem Schreibtisch, der Plunder im Keller, die vollen Schränke, in die nichts mehr reinpasst. Wo soll man anfangen, wenn man die Dinge nicht nur einfach von links nach rechts schieben will? Wovon soll ich mich trennen? Brauche ich das noch? Ist das vielleicht doch Kunst oder kann das weg? Der Wandteller aus Oma Gertruds erstem Mallorca-Urlaub MUSS WEG! Genau wie die zum Teil angeschlagenen Dessertschüsseln in nicht definierbarer Farbe. „Aber die sind doch noch gut“, hören Sie Ihre Mutter sagen, die Ihnen darin 55 Jahre Obstsalat mit viel zu saurem Zitronensaft gereicht hat. Sie haben das schon immer gehasst, kamen aber nicht gegen das Vitamin-C-Argument an. Jetzt ist die Gelegenheit, sich von den ollen Schüsseln und den Dämonen zu verabschieden.

Auch die geerbten Meissener-Porzellan-Figurinchen sollten Sie rausschmeißen, selbst wenn Ihr Vater Ihrer Mutter damit immer eine große Freude gemacht hat – echt jetzt? Und die Hemden, die Sie online bestellt haben, Ihnen aber schon vor 15 Jahren nicht gepasst haben können, müssen auch weiterziehen. Genauso wie die Kiste mit angesammeltem Schmuck, den Sie nie tragen. Verschenken Sie das! Oder verkaufen Sie es, wenn Sie glauben, da gibt’s noch was für, und dann fahren Sie in den Urlaub davon oder leisten Sie sich etwas, was Sie schon immer haben wollten. Den Besuch einer Wohnkosmetikerin wie Conni Köpp zum Beispiel.

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Man muss ihn wirklich wollen, diesen Beruf: „Ich arbeite mit Räumen, mit Erinnerungen, mit Chaos und mit Neuanfängen“, sagt Conni Köpp.

Wenn Conni Köpp dann klingelt, mit ihrem wunderschönen und aufgeräumten Äußeren, einem aufmunternden Zwinkern in den Augen und den Gummihandschuhen bereits in der Hand, dann wissen Sie, es ist „Time to say Goodbye“. Denn die 57-jährige Bestseller-Autorin ist Profi in Sachen Aufräumen: „Grundsätzlich arbeite ich nur mit dem, was da ist“, sagt sie ihren Kunden immer wieder, wenn sie befürchten, dass sie nun alles neu kaufen müssen oder die Helferin mit Herz einen Vertrag mit einem Einrichtungshaus hat. Dem ist nicht so. Was ist das Schlimmste beim Aufräumen? „In kaum einem Raum leide ich so mit, wie im Schlafzimmer“, sagt Köpp und lacht. „Es ist mir wirklich wichtig, dass meine Kunden diesen Raum komplett neu betrachten, egal, ob Paare oder Singles.“ Und sie fragt sich oft: „In diesem Schlafzimmer kann man noch Liebe machen?“

Die Expertin spült nichts weich, sie ist ehrlich, aber nicht hart oder unerbittlich, sie weiß zu gut, dass hinter allen Dingen Geschichten stecken – aber kann man die Geschichten nicht auch mal loslassen? Und befreit durchstarten? Die Gedanken kann ja ein jeder behalten, aber der Krempel muss weg. Köpp rüttelt den Lesenden bereits bei der Lektüre wach. Denn wer Freiheit möchte, sich aber nicht von seinem Sammelsurium trennen kann, der gehört für sie in den „Club der Chaos-Romantiker“: Mit guten Vorsätzen vielleicht, aber zu vollen Schubladen! Und damit ist jetzt Schluss. Köpp nimmt die LeserInnen ihres Ratgebers mit auf eine Reise – das Ziel ist die Insel „Sein“, und nicht „Haben“.  

Tritt in den Hintern

20 Jahre Erfahrung – es gibt wohl nichts, was Köpp noch nicht gesehen hat. „Die Menschen ersaufen in äußerer Fülle und verdursten an innerer Leere“ hat sie vor langer Zeit bereits festgestellt. Mit „Platz da!“ hat Köpp keinen sanften Ratgeber geschrieben. Es ist eher ein schriller Weckruf. Ein Alarm, ein ehrlicher, satter Tritt in den Hintern, um endlich anzufangen. Schluss mit Ausreden und Aufschieberitis! Schluss mit „Ich müsste mal …“, hin zu „Ich mach‘ jetzt!“

Conni Köpps Stärke sind ihre alltagstauglichen Impulse und ihre Kreativität, quasi aus Schei*e Gold machen zu können, neue Perspektiven zu liefern und tonnenweise Unterstützung im Schnelldurchlauf anzubieten. „Die meisten Menschen stehen sich ja selbst im Weg“, sagt Köpp zu ntv.de, „denn jedes Teil, das du festhältst, hält auch dich fest.“ Haben Sie das schon mal so betrachtet? Sicher, es gibt die Jäger und die Sammler, die Cleanen und die fast schon Herzlosen, denen kaum etwas wichtig zu sein scheint, die „Zu-schnell-Wegschmeißer“. Aber machen wir uns nichts vor: Es handelt sich in den meisten Fällen um unwichtige Dinge. Sachen. Krempel. Manchmal sogar Müll. Wenn Sie jetzt also das Gefühl habe, Sie befinden sich zwischen: „Das brauch‘ ich vielleicht noch“ und: „Eigentlich nervt mich das nur“ – dann lesen Sie und spüren Sie die Erleichterung.

Das Beste, was Sie nach der Lektüre, oder vielleicht bereits mittendrin feststellen werden, ist, dass eine Trennung manchmal wirklich befreiend sein kann. Auch in ihrer Profession als Trau- und Trauerrednerin begleitet Conni Köpp übrigens Menschen – sowohl in fröhlichen als auch in schmerzvollen Übergängen, und bringt Ordnung: in Gedanken, in Wohnungen, und auch ein bisschen ins Leben.

Quelle: ntv.de

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