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Startseite»Nachrichten»Im Vorfeld der G7: Bei Protesten in Genf fliegen Steine und bersten Fenster
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Im Vorfeld der G7: Bei Protesten in Genf fliegen Steine und bersten Fenster

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 14, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Im Vorfeld der G7Bei Protesten in Genf fliegen Steine und bersten Fenster

In Genf eskaliert der Protest gegen den G7-Gipfel. Ein Block aus einigen Hundert schwarz gekleideten Mitläufern stört die lange Zeit friedliche Atmosphäre der Demonstranten gestört. Der größte Teil der Demonstranten bleibt aber friedlich.

Ein zunächst friedlicher Protest gegen den bevorstehenden G7-Gipfel in Frankreich ist in Genf zunehmend eskaliert. Am Spätnachmittag und Abend schmissen Vermummte zahlreiche Scheiben ein, die Polizei setzte mehrfach Tränengas ein.

Ein Block aus einigen Hundert schwarz gekleideten Mitläufern störte die lange Zeit friedliche Atmosphäre der Demonstranten. Die Vermummten rissen Pflastersteine aus dem Boden und Sperrholzverkleidungen von Schaufenstern, setzte ein Auto und Müllcontainer in Brand und warf zahlreiche Scheiben ein, sowohl von Geschäften als auch an Bushaltestellen, Reklametafeln sowie den Eingängen von UN-Organisationen.

Die Polizei sprach von mindestens 20.000 Teilnehmenden, die Organisatoren von Zehntausenden. Die Polizei war mit rund 7.000 Sicherheitskräften im Einsatz. Sie hielt sich lange im Hintergrund. Abseits der genehmigten Marschroute riegelte sie aber mit großem Aufgebot etwa die wichtigste Brücke über die Rhone zu den Haupteinkaufsstraßen und an anderer Stelle den Hauptsitz der Vereinten Nationen ab. Die Polizei berichtete auf Facebook, dass sie mehrere Gegenstände konfiszierte, die offenbar für Konfrontationen mit der Polizei vorgesehen gewesen seien.

Die „No G7“-Koalition aus 60 Organisationen protestierte laut einem Manifest gegen US-Militärbasen in Europa, für höhere Mindestlöhne, kostenlose Verhütungsmittel, grenzenlose Freizügigkeit für Arbeitende aus aller Welt und die Streichung der Angabe des Geschlechts aus allen Ausweisdokumenten. 

Die G7 bezeichneten sie als „illegitime und überholte Institution, ein privater Klub, der nicht mehr der heutigen Welt entspricht“. Dort fällten „Großmächte Entscheidungen zugunsten der privilegiertesten Minderheit der Welt und zum Nachteil von mehr als 90 Prozent der Bevölkerung.“

Das Treffen der G7-Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und den USA beginnt an diesem Montag in Évian auf der französischen Uferseite des Genfersees. Genf liegt rund 50 Kilometer entfernt, aber Frankreich wollte nach Angaben der Genfer Stadtregierung keine Proteste dulden. Deshalb meldeten die Organisatoren die Demonstration in Genf an.

Der größte Teil der Demonstranten blieb friedlich. Aus Riesenlautsprechern dröhnte bei dem Marsch Musik, und abgesehen von dem offenbar gewaltbereiten schwarzen Block tanzten die Demo-Teilnehmerinnen und – Teilnehmer bei strahlendem Sonnenwetter und guter Laune.

Genf hatte sich für Ausschreitungen gewappnet, in Erinnerung an verheerende Schäden und Geschäftsplünderungen bei einer Demonstration im Jahr 2003 gegen die damalige G8 noch mit Russland. Hunderte Geschäftsleute und Hoteliers hatten ihre Schaufenster und Eingänge deshalb mit Sperrholzplatten verriegelt.

Die Ereignisse von 2003 seien ein Trauma für die Genfer Polizei, sagte die Polizeichefin des Kantons, Monica Bonfanti. Damals waren nur wenige Dutzend Beamte im Einsatz, die von der Gewalt völlig überrumpelt wurden. Dieses Mal hatte sie Verstärkung aus dem ganzen Land aufgeboten. Mehrere Tausend Polizistinnen und Polizisten kontrollieren seit zwei Tagen überall in der Stadt Autos und Personalien von Passanten.

Die Aufgabe der Schweizer Sicherheitskräfte war nicht nur die Bewältigung der Demonstration. Sie müssen auch die Sicherheit der anreisenden Staats- und Regierungschefs garantieren. In Genf liegt der nächstgelegene Flughafen zu Évian, die meisten Delegationen sollen dort am Montag eintreffen.

Genf ist wie eine Enklave auf französischem Gebiet. Die Schweizer haben die rund 30 Grenzübergänge bis auf sieben geschlossen und führten schon am Freitag Personenkontrollen in der Stadt durch.

Quelle: ntv.de, Christiane Oelrich, Anna Ringle und Michael Kappeler, dpa

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