Marktbericht
Die Ölpreise geben deutlich nach, in Asien erreicht der Nikkei ein Rekordhoch – auch der DAX dürfte nach dem Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA zum Wochenstart kräftig zulegen.
Nachdem ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran vereinbart wurde, feiern die Börsen. Der DAX wurde vom Broker IG vor dem Xetra-Start rund 1,6 Prozent fester auf 25.043 Punkte taxiert. Damit rückt das Rekordhoch bei 25.507 Punkten wieder in den Fokus. Am Freitag war der DAX mit einem Plus von 1,8 Prozent bei 24.635,30 Punkten ins Wochenende gegangen.
Der iranische oberste Nationale Sicherheitsrat hat nach eigenen Angaben das Rahmenabkommen mit den USA unter der Führung von Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei finalisiert. Das Rahmenabkommen umfasse ein sofortiges Kriegsende an allen Fronten, eingeschlossen dem Libanon. Dies gelte sofort und dauerhaft. Zudem werde die US-Seeblockade sofort und vollständig aufgehoben, hieß es weiter.
Die Anleger hoffen jetzt, dass eine Öffnung die globalen Energiepreise senken wird. Eine wichtige Frage ist nun: Wie schnell können die Produzenten im Nahen Osten die Ölförderung nach den Kriegsschäden wieder aufnehmen.
Der Ölpreis gab daraufhin um rund vier Prozent nach. Der Preis für die Nordseesorte Brent fiel auf 83,75 Dollar je Barrel und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang März. Das US-Leichtöl WTI verbilligte sich auf ein Tagestief von 80,87 Dollar.
In Asien reagieren die Investoren euphorisch: Der japanische Leitindex Nikkei sprang um 3,4 Prozent auf 68.261 Punkte und überwand im Handelsverlauf zeitweise sogar erstmals die Marke von 69.000 Zählern. Der breiter gefasste Topix kletterte um 2,4 Prozent auf 3.976 Punkte. Auch in Südkorea legte der Leitindex um 4,3 Prozent zu, während der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans um 1,5 Prozent stieg.
Analysten mahnen trotz der Rekordstände zur Vorsicht. „Dies ist schlichtweg die Reaktion des Marktes auf das Abkommen – nicht mehr und nicht weniger“, sagte Shingo Ide, Chef-Aktienstratege beim NLI Research Institute. Die entscheidende Frage sei nun, ob die Vereinbarung tatsächlich umgesetzt werde.
Sinken die Energiepreise jetzt dauerhaft? Sie sind der Hauptgrund für die weltweit anziehenden Verbraucherpreise. Die Europäische Zentralbank hatte deshalb in der vergangenen Woche erstmals seit fast drei Jahren die Leitzinsen erhöht. Mit höheren Zinsen versuchen die Notenbanken den Inflationsdruck zu dämpfen. Am kommenden Donnerstag wird die US-Notenbank Federal Reserve ihren Zinsentscheid verkünden. Aktuell liegt der Zins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent.
Die Sitzung wird vom neuen Vorsitzenden Kevin Warsh geleitet. Analyst Patrick Franke von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnet nicht damit, dass die Fed eine Zinserhöhung beschließt. Kevin Warsh habe sich wiederholt gegen Vorfestlegungen ausgesprochen. Insofern dürfte er auch kaum auf ein klares Signal für die kommenden Sitzungen hinwirken.
