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Startseite»Politik»Offshore-Netzanbindung: Milliardenauftrag bleibt in Deutschland
Politik

Offshore-Netzanbindung: Milliardenauftrag bleibt in Deutschland

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 17, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 17.06.2026 • 12:35 Uhr

Jahrelang steckten die deutschen Werften in der Krise, nun weckt ein Milliardenauftrag Hoffnungen. Neptun Smulders und Siemens Energy bauen eine Offshore-Plattform, um Windstrom an Land zu bringen. Bis zu 500 Jobs könnten entstehen.

Der Stromnetzbetreiber 50Hertz hat einen Milliardenauftrag für die Anbindung von Nordsee-Windparks vergeben. Ein Konsortium aus Siemens Energy und Neptun Smulders Offshore Renewables soll Konverterplattformen des neuen Zwei-Gigawatt-Standards errichten.

Die wesentlichen Komponenten sollen erstmals überwiegend in Deutschland gefertigt werden – vor allem in Rostock-Warnemünde.

Konverter machen Offshore-Strom transportfähig

Konverterplattformen wandeln den auf See erzeugten Wechselstrom in Gleichstrom um, damit er über große Entfernungen mit geringeren Verlusten an Land transportiert werden kann. An Land wird er anschließend wieder in Wechselstrom umgewandelt und in das Übertragungsnetz eingespeist.

Der Auftrag umfasst zunächst eine Plattform auf See und eine Konverterstation an Land. Das System gehört zum Offshore-Netzanbindungsprojekt North Sea Connector 2 und soll Windstrom aus der Nordsee in das deutsche Stromnetz einspeisen.

Mehr als 500 neue Arbeitsplätze möglich

Bei der Fertigung werden die Aufgaben geteilt: Die Neptun Werft in Rostock baut das Hauptgebäude der Plattform, in dem die Technik untergebracht wird. Das belgische Unternehmen Smulders fertigt die stählerne Unterkonstruktion in den Niederlanden. Der DAX-Konzern Siemens Energy verantwortet die Hochspannungstechnik.

Der Großteil der Konstruktion und Fertigung soll in Rostock erfolgen. Dadurch könnten nach Angaben von 50Hertz langfristig mehr als 500 neue Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern entstehen – bei den beteiligten Unternehmen und ihren Zulieferern.

Offshore-Anlage rund 200 Kilometer vor Sylt

Über ein zweites Konvertersystem gleicher Größe wird noch verhandelt. Kommt auch dieser Auftrag zustande, summiert sich das Volumen allein für Neptun Smulders auf rund 2,5 Milliarden Euro. Das Geld soll überwiegend in Produktion und Dienstleistungen in Mecklenburg-Vorpommern fließen. 50Hertz zeigte sich zuversichtlich, die Gespräche über das zweite Projekt bald abschließen zu können.

Die neue Offshore-Anlage soll rund 200 Kilometer westlich von Sylt in der Nordsee installiert werden. Die Station an Land ist in einem neuen Umspannwerk bei Mühlenbeck nahe Schwerin geplant. Dort soll künftig auch die Gleichstromverbindung NordOstLink enden. Das Projekt North Sea Connector 2 soll bis Ende 2034 in Betrieb genommen werden.

Reiche sieht Standort Deutschland gestärkt

Der neue Zwei-Gigawatt-Standard gilt als wichtiger Baustein für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sprach von einem ermutigenden Signal für den Standort Deutschland. Weltweit gebe es nur wenige Anbieter, die solche Zwei-Gigawatt-Konverterplattformen bauen könnten.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) wertete den Auftrag als Stärkung des Werften- und Industriestandorts. 50Hertz-Chef Stefan Kapferer erklärte, der Zuschlag beweise, „dass heimische Werften mittlerweile wettbewerbsfähige Angebote abgeben können“.

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