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Startseite»Politik»Nach Sanierung weiter Verspätungen auf Bahnstrecke Berlin-Hamburg
Politik

Nach Sanierung weiter Verspätungen auf Bahnstrecke Berlin-Hamburg

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 17, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 17.06.2026 • 12:33 Uhr

Mehr als zehn Monate lang war die Strecke zwischen Berlin und Hamburg gesperrt: Gleise, Bahnhöfe und Technik wurden erneuert. Nun rollt der Verkehr wieder. Doch längst nicht alles funktioniert reibungslos.

Ole Hilgert

Dichtes Gedränge auf dem Bahnhof von Falkensee in Brandenburg. Es ist Montagmorgen kurz nach sieben Uhr. Gleich soll der Regionalexpress nach Berlin kommen. Die Fahrt bis zum Hauptbahnhof dauert nur rund 20 Minuten. Doch monatelang war das nicht möglich. Seit vergangenem Sommer war Falkensee vom Netz abgekoppelt. Tausende Pendler mussten auf Schienenersatzbusse oder das Auto umsteigen.

Zur Wiedereröffnung ist nun auch Heiko Richter gekommen, parteiloser Bürgermeister von Falkensee. Gemeinsam mit Mitarbeitenden der Stadtverwaltung verteilt er Süßigkeiten und Kaffee, als Dankeschön für die Geduld der Menschen, wie er sagt. Richter ist froh, dass die meisten wieder auf den Zug umgestiegen sind. „Sie haben sich nicht abschrecken lassen. Das zeugt ja trotz allem vom Vertrauen in die Bahn“, so der Bürgermeister.

Verspätungen wohl noch bis Ende Juni

Während sich wie in Falkensee der Regionalverkehr entlang der Strecke wieder einpendelt, sind die Nachwirkungen der Bauarbeiten im Fernverkehr wohl noch länger spürbar. Laut DB-Fahrplanauskunft hatten am Montag, Dienstag und Mittwoch fast alle ICEs zwischen Berlin und Hamburg in beiden Richtungen eine Verspätung von meist zehn bis 15 Minuten.

Hinzu kommt eine Viertelstunde Verspätung für alle Fernzüge, die bereits vorsorglich bis 30. Juni im Fahrplan hinterlegt worden war. Statt planmäßig eine Stunde 45 Minuten beträgt die Reisezeit somit vorübergehend etwa 30 Minuten länger.

„Anlaufschwierigkeiten“ sollen bald behoben sein

Als Grund nennt die Deutsche Bahn „Anlaufschwierigkeiten“. Zum einen seien noch sogenannte Belastungsfahrten nötig gewesen. Dabei sind schwere Güterzüge auf den Gleisen unterwegs. Damit sollen die Schottersteine im Gleisbett gefestigt werden. Auf einem Teil des Korridors durften Züge deshalb zunächst nur langsamer fahren. Die Belastungsfahrten seien am frühen Montagmorgen beendet worden, heißt es von der Bahn.

Zum anderen ist laut Konzern das neue Zugsicherungssystem noch nicht voll funktionsfähig. Prüfer müssten die neue Signal- und Stellwerkstechnik zwischen Hagenow Land und Berlin-Spandau noch final abnehmen. Bis dahin ist für Fernverkehrszüge auf dem betroffenen Abschnitt ebenfalls die Höchstgeschwindigkeit reduziert. Bis Ende Juni sollen die Prüfarbeiten abgeschlossen sein, heißt es.

Sperrung sollte eigentlich bis Ende April gehen

Man bitte um Verständnis für die Verzögerungen, hatte ein Bahnsprecher bereits am Sonntag zur Eröffnung der Strecke gesagt. Bei der Inbetriebnahme dieses Ausmaßes sei nachvollziehbar, dass es noch Restarbeiten gebe.

Ursprünglich sollte die Streckensperrung zwischen Berlin und Hamburg nur bis Ende April dauern. Wegen des harten Winters mit gefrorenen Böden musste die Sanierung jedoch bereits um mehr als sechs Wochen verlängert werden.

Größtes Bauprojekt der Generalsanierung bis 2036

Laut DB ist die Korridorsanierung zwischen den beiden größten deutschen Städten das bisher größte Bauprojekt dieser Art im Rahmen der Generalsanierung von 40 wichtigen Bahnstrecken bis 2036. Unter anderem seien 165 Kilometer neue Gleise verlegt, 249 Weichen eingebaut und 28 Bahnhöfe saniert worden.

Doch auch hier ist noch nicht alles wie geplant. An einigen Bahnhöfen des Nahverkehrs finden Restarbeiten statt, etwa an Aufzügen. Deshalb seien die Bahnsteige an den Stationen Müssen, Nauen, Falkensee und Albrechtshof noch nicht barrierefrei erreichbar. Für betroffene Reisende gebe es Ersatzkonzepte.

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Dr. Heinrich Krämer
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