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Startseite»Politik»Zugeständnis an Taliban – Mehr Diplomaten für mehr Abschiebungen
Politik

Zugeständnis an Taliban – Mehr Diplomaten für mehr Abschiebungen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 21, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 21.06.2026 • 17:31 Uhr

Die Bundesregierung plant mehr Abschiebeflüge nach Afghanistan. Nach NDR-Recherchen musste sie dafür offenbar eine Bedingung der Taliban erfüllen

Peter Hornung, NDR

Die Bundesregierung hat nach NDR-Recherchen offenbar mit Zugeständnissen an die Taliban erreicht, dass mehr Abschiebeflüge nach Afghanistan stattfinden können. Demnach sollen sechs weitere Taliban-Diplomaten nach Deutschland entsandt werden, was eine zentrale Forderung der Radikalislamisten war.

Nach Angaben aus Diplomatenkreisen ist dies Ergebnis eines mehrtägigen vertraulichen Treffens der Taliban-Regierung mit hochrangigen Vertretern des Bundesinnenministeriums und Diplomaten, das vergangene Woche in einem Hotel in Istanbul stattgefunden hatte.

Das Bundesinnenministerium bestätige auf NDR-Anfrage, dass es Gespräche “auf technischer Ebene” zwischen “Vertretern des Bundesinnenministeriums und Vertretern der afghanischen de-facto Regierung” gegeben habe, sagte aber nichts zu Ort und Dauer.

Künftig drei Abschiebeflüge im Monat

Nach Angaben einer Sprecherin werden “die Charterflüge nach Kabul ausgebaut”. Künftig seien drei solcher Flüge pro Monat möglich. Zudem sei die Abschiebung Einzelner in Linienflügen möglich. Das Auswärtige Amt bestätigte dem NDR den Ort des Treffens.

Zuvor hatte Bild am Sonntag berichtet. Der Zeitung zufolge befinden sich derzeit noch mindestens einhundert abschiebebereite afghanische Straftäter in Straf- oder Abschiebehaft.

Innenminister Dobrindt kündigt konsequente Umsetzung an

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte der Bild am Sonntag, solche Abschiebungen würden “regelmäßig und verlässlich durchgeführt”: “Wer unseren Schutz missbraucht und hier schwere Straftaten begeht, muss seine Perspektive in seinem Heimatland suchen. Unsere Gesellschaft hat ein legitimes Interesse daran, dass Straftäter unser Land verlassen.” Das werde konsequent durchgesetzt.

Die Taliban hatten nach NDR-Recherchen ihre Kooperation bei Abschiebeflügen schon seit längerem mit der Forderung verknüpft, mehr eigene Diplomaten nach Deutschland schicken zu dürfen. Diese seien unter anderem notwendig, um Straftäter vor einer Abschiebung zweifelsfrei als afghanische Staatsbürger zu identifizieren und ihnen Reisedokumente auszustellen.

Bisher nur zwei Taliban-Konsularbeamte in Deutschland

Bislang gibt es lediglich zwei Taliban-Konsularbeamte in Deutschland, die im Sommer 2025 ins Land gekommen waren. Diese haben den Recherchen zufolge inzwischen faktisch die Leitung der afghanischen Botschaft in Berlin und des Generalkonsulats in Bonn übernommen.

Ein ursprünglich für Ende Mai vorgesehener Abschiebeflug nach Kabul hatte auf Druck der Radikalislamisten verschoben werden müssen, weil die Bundesregierung der Forderung nach weiteren Diplomaten zunächst nicht nachgekommen war.

Regierungssprecher wollten sich zu einem entsprechenden Bericht von tagesschau.de nicht äußern. Der Flug konnte erst vergangenen Montag nachgeholt werden. 32 afghanische Straftäter wurden dabei mit dem Flugzeug einer türkischen Fluglinie von Leipzig nach Kabul ausgeflogen.

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