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„Planlose Kürzungsmaßnahmen“: Krankenhausgesellschaft erwartet eine massive Klinik-Pleitewelle

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 22, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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„Planlose Kürzungsmaßnahmen“Krankenhausgesellschaft erwartet eine massive Klinik-Pleitewelle

„Es ist damit zu rechnen, dass jede zweite Klinik pleitegeht“, warnt Verbandschef Gerald Gaß. (Foto: picture alliance / Boris Roessler/dpa)

Mit Vorhaltepauschalen statt Fallpauschalen, mehr Spezialisierung und harten Sparvorgaben will der Bund das Gesundheitssystem umbauen. Doch die Deutsche Krankenhausgesellschaft schlägt Alarm: Nach Umsetzung der Reformen drohe vielen Kliniken das wirtschaftliche Aus.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat vor einer Pleitewelle und einem massiven Arbeitsplatzabbau in der Branche gewarnt, sollte das Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken unverändert beschlossen werden. Eine aktuelle Studie komme zu dem Schluss, dass die Kliniken in diesem Fall zehn Prozent des gesamten Personals entlassen müssten, sagte der Verbandschef Gerald Gaß dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). 

Betroffen seien damit rund 140.000 Beschäftigte. Die Experten gingen davon aus, dass 2030 ohne eine Korrektur der Kürzungspläne 49 Prozent aller Krankenhausstandorte eine „hohe Ausfallwahrscheinlichkeit“ bevorstehe, fügte Gaß hinzu und betonte: „Übersetzt heißt das: Es ist damit zu rechnen, dass jede zweite Klinik pleitegeht.“ An diesem Montag ist im Bundestag eine Expertenanhörung zum Sparpaket geplant.

„Kommen die Einsparungen wie geplant, verlieren wir 2027 insgesamt acht Prozent unserer Erlöse. Dann fallen viele Kliniken weit unter die Nulllinie“, rechnete Gaß vor. Das Kürzungsgesetz „zieht den Standorten quasi den Boden unter den Füßen weg“. Viele Kliniken, die im Rahmen der Krankenhausreform eigentlich erhalten, umgewandelt oder ergänzt werden sollten, würden vorher pleitegehen, warnte er.

Gaß forderte, die Koalition müsse die Krankenhausreform nun auch wirken lassen. „Die planlosen Kürzungsmaßnahmen gefährden diesen notwendigen Wandel und die gesetzten Ziele“, sagte er. Gaß zeigte sich zu Kompromissen bereit. Die Kliniken seien willens, über eine Begrenzung der zuletzt stark gestiegenen Pflegeausgaben zu sprechen, betonte er. Hier gebe es Handlungsbedarf, weil eine Obergrenze fehle. Zur Kompensation forderte er die Streichung von Personalvorgaben. „Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, ob nun zum Beispiel eine Intensivpflegekraft immer besser für zwei, zweieinhalb oder drei Patienten zuständig sein sollte. Das sind aus abstrakten Berechnungen abgeleitete Zahlen nach dem Prinzip: viel hilft viel“, beklagte er.

Die geplante Krankenhausreform ersetzt das bisherige System der reinen Fallpauschalen durch feste Vorhaltepauschalen, um den wirtschaftlichen Druck zu hohen Operationszahlen zu senken. Zudem werden medizinische Behandlungen in 65 bundesweit einheitliche Leistungsgruppen unterteilt, die an strenge Qualitätskriterien und Mindestfallzahlen gekoppelt sind. Durch diese Spezialisierung will der Bund medizinische Eingriffe an größeren Zentren bündeln, teure Doppelstrukturen abbauen und die Behandlungsqualität für Patienten steigern.

Quelle: ntv.de, bho

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