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Startseite»Politik»Hardliner de la Espriella liegt bei Präsidentschaftswahl in Kolumbien vorn
Politik

Hardliner de la Espriella liegt bei Präsidentschaftswahl in Kolumbien vorn

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 22, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Stand: 22.06.2026 • 03:17 Uhr

Er will hart gegen Kriminalität vorgehen – und kündigte ein Ende von Friedensgesprächen an: Nun dürfte de la Espriella der neue Präsident Kolumbiens werden. In der Stichwahl liegt er nach Auszählung fast aller Stimmen vorn.

Abelardo de la Espriella liegt bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien vorn. Er führt bei der Stichwahl gegen seinen Rivalen Ivan Cepeda. Nach der Auszählung von fast 95 Prozent der Stimmen kommt de la Espriella auf knapp 50 Prozent der Stimmen, wie die nationale Wahlbehörde mitteilte. Cepeda liegt mit 48,4 Prozent rund 368.000 Stimmen zurück. Nach Bekanntwerden der Zahlen erklärte Cepeda, sein Team werde die Ergebnisse aus mehr als 30.000 Wahllokalen anfechten.

In der ersten Wahlrunde Anfang Juni hatte keiner der beiden Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht. Rund 400.000 Wähler gaben bei der Stichwahl leere Stimmzettel ab, was in der Regel als Protestwahl gewertet wird.

Hart gegen Kriminalität

Der 47-jährige Anwalt und Geschäftsmann de la Espriella präsentiert sich als politischer Außenseiter, der noch nie ein politisches Amt bekleidete. Er hat im Wahlkampf ein hartes Vorgehen gegen Kriminalität, den Bau von zehn Großgefängnissen sowie ein Ende der Friedensgespräche mit bewaffneten Gruppen angekündigt.

Sein Stil wird oft mit dem des Präsidenten von El Salvador, Nayib Bukele, verglichen. Wirtschaftspolitisch will er den kolumbianischen Öl- und Gassektor fördern, Steuern senken und den Staatsapparat um bis zu 40 Prozent verkleinern. Er kündigte jedoch an, die vom amtierenden linken Präsidenten Gustavo Petro eingeführte Erhöhung des Mindestlohns um 23 Prozent sowie andere beliebte Sozialmaßnahmen beizubehalten.

Cepeda will Sozialreformen umsetzen

Der 63-jährige Senator Cepeda hatte dagegen versprochen, die Politik Petros fortzusetzen und weitreichende Sozialreformen umzusetzen. Dazu gehörten staatliche Rentenzahlungen für Arme, höhere Steuern für Besserverdienende, Landzuweisungen an Konfliktopfer sowie ein Stopp neuer Ölprojekte. Auf den künftigen Präsidenten warten nun große Herausforderungen: Er muss eine hohe Staatsverschuldung bewältigen und trifft auf einen gespaltenen Kongress, der Reformvorhaben blockieren könnte.

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