Star verzichtet, Portugal trifft
Unfassbare Turnierstatistik von Cristiano Ronaldo aufgetaucht
24.06.2026 | 10:18 Uhr
Es ist eine unglaubliche Statistik: Erstmals seit 20 Jahren soll ein anderer Spieler als Cristiano Ronaldo einen direkten Freistoß für Portugal geschossen haben. Bittere Erkenntnis für den Superstar: Der Schuss saß.
Cristiano Ronaldo steht bereit. Wie immer, wenn es einen Freistoß aus aussichtsreicher Position für Portugal gibt. Usbekistans Torwart Abduvokhid Nematov baut seine Mauer so, dass alles auf den Schuss des zuletzt kritisierten Superstars ausgerichtet ist. Ronaldo stellt sich in der gewohnten Revolverhelden-Pose auf, tippelt an, aber dann nimmt sich Nuno Mendes ein Herz und pfeffert den Ball ins Torwarteck. Nematov und Usbekistan sind überrascht. Die Fußballwelt auch. Erstmals seit 2006 schoss nicht Ronaldo einen direkten Freistoß auf der großen Bühne für Portugal. Diese Statistik hat die ARD aufgebracht.
Simao hatte 2006 im Spiel um Platz 3 gegen Deutschland in der 51. Minute letztmals anstelle von CR7 abgezogen und drüber gehauen. Jetzt also schoss Mendes. Und dann war dieser Nicht-Ronaldo-Freistoß auch noch drin. Verrückt. Bei der EM 2008 erzielte er dann für die Selecao einen legendären Freistoßtreffer in der Gruppenphase beim 3:1-Sieg gegen Tschechien. Er verwandelte den Ball in der 63. Minute mit seiner charakteristischen Technik unhaltbar ins lange Eck und bereitete zudem das erste Tor vor.
Als Messis Name fällt, dreht Ronaldo sofort ab
Ronaldo stand nach dem Spiel, nach dem 5:0-Sieg gegen den chancenlosen Außenseiter, aber natürlich wieder im Mittelpunkt. Weil er zweimal getroffen hatte, weil er 808 torlose Minuten auf der größten Bühne überwunden hatte, weil er Rekorde knackte. Und weil er zuletzt wieder einmal ins Fußball-Nirwana verabschiedet worden war. Zu schwach war er im Auftaktspiel gegen gegen DR Kongo gewesen (1:1). Sogar der Gegner hatte erkannt und verkündet, dass der Außerirdische nur noch ein Fußball-Jemand ist. Eine besondere Bewachung sei nicht nötig.
„Ich bin zurück“
Nun meldete er sich höchstselbst im Kreis der Superstars zurück. „Ich bin zurück“, raunzte er nach dem Spiel in eine auf ihn gerichtete Kamera. Auch wenn er später behauptete, dass ihm der Erfolg des Teams wichtiger sei als seine Rekorde. So richtig passend zu seiner Selbstinszenierung war’s nicht. Nach seinem großen Schweigen nach dem Kongo-Spiel, war er nun wieder mehr in Redelaune. Seine Kritiker maßregelte er: „So bin ich seit 23 Jahren drauf. Damit das niemand vergisst. Es war hart, aber ich habe durchgehalten, wie ich es immer tue.“
Wie sehr der gedemütigte Gigant gelitten hatte, bekamen die 68.777 Zuschauer im Houston Stadium bereits nach sechs Minuten zu spüren, als der Superstar nach seinem Führungstreffer vor Freude explodierte und sich von der Mannschaft feiern ließ, als habe er gerade den WM-Pokal gewonnen. Das ekstatische Stadion feierte die Auferstehung mit und donnerte ein lautes „Siuuuuu!“ über die Tribünen. Ronaldo bewegt die Leute noch immer.
„Wer hart arbeitet, dem hilft Gott“
Durchhalten, weitermachen, triumphieren. Ronaldo denkt trotz Egoismusvorwürfen und Rücktrittsforderungen nach dem ersten Spiel aber weiter gar nicht daran, aufzuhören oder gar aufzugeben. „Ich weiß: Wer hart arbeitet, dem hilft Gott. Ich komme immer an, früher oder später bin ich da.“
Mit seinen WM-Treffern neun und zehn (6./39.) schoss sich Ronaldo einmal mehr in die Geschichtsbücher: ältester WM-Doppelpacker, WM-Rekordtorschütze seines Landes vor der Legende Eusebio und erster Spieler, der bei sechs Turnieren getroffen hat. Dazu kommt er mit 975 Karrieretreffern auch der magischen 1000er-Marke immer näher. Es sei „immer toll, Rekorde zu brechen“, behauptete Ronaldo, aber das Wichtigste für den Erfolg sei das Team. „Wir haben auch die schwierigen Zeiten überstanden und haben uns das verdient. Wir wissen, dass es schwierig ist, uns zu stoppen, wenn wir so spielen“, sagte der Unersättliche, der unbedingt noch den WM-Pokal gewinnen will.
Verwendete Quellen: ntv.de, tno
