Marktbericht
Vor dem Wochenende erreichen neue Negativ-Schlagzeilen aus dem Tech-Sektor die Kapitalmärkte. Der DAX dürfte deshalb schwächer in den Handel starten. Die Marke von 25.000 Punkten bleibt umkämpft.
Der Tech-Konzern Apple erhöht die Preise, der KI-Entwickler OpenAI will seinen Börsengang verschieben – neue Sorgen vor dem Wochenende in der Hightech-Welt. Das drückt die Kurse. Am Donnerstag verloren bereits Technologie-Werte in New York mehrheitlich an Wert, heute setzt sich die Entwicklung in Asien fort.
Und so sieht es auch für den deutschen Aktienmarkt nach einem schwachen Handelsstart aus. Am Donnerstag war der DAX mit einem Plus von gut einem Prozent bei 24.994 Punkten aus dem Handel gegangen.
Marktexperten sagen: An den Preiserhöhungen von Apple zeigt sich, dass der Boom in der Chip-Nachfrage eine Schattenseite hat mit erheblichen Auswirkungen. Das rückt nun ins Bewusstsein und drückt weltweit auf die Stimmung im Tech-Sektor. Dass der ChatGPT-Entwickler OpenAI nach einem Medienbericht womöglich seinen Börsengang verschiebt, kam ebenfalls nicht gut an.
Die Folgen: Der US-Standardwerteindex Dow Jones in New York hatte sich am Donnerstag kaum verändert bei 51.920,62 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 war ebenfalls kaum verändert bei 7.357,49 Zählern, aber der technologielastige Nasdaq hatte 0,5 Prozent auf 25.358,60 Stellen nachgegeben.
Auch an den asiatischen Aktienmärkten hinterließen die Meldungen aus der KI- und Technologie-Branche Spuren: Die Aktien des Technologieinvestors SoftBank, der stark auf das KI-Unternehmen setzt, brachen um mehr als zwölf Prozent ein. Auch andere KI-Schwergewichte wie Advantest und Tokyo Electron gehörten zu den Verlierern.
„Die Nachricht war negativ für die SoftBank-Gruppe und die Anleger insgesamt, da KI im Zentrum des Marktes steht“, sagte Analyst Shuutarou Yasuda von Tokai Tokyo Intelligence Laboratory.
Die japanische Börse in Tokio tendierte am Freitag schwächer, wobei der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 4,8 Prozent auf 68.881 Punkte sank. In Shanghai fielen die Kurse im Schnitt um 2,1 Prozent auf 4.032 Zähler.
Die Ölpreise fielen auf den niedrigsten Stand seit rund vier Monaten. Die Nordsee-Sorte Brent kostete zuletzt 73,72 US-Dollar – ein Minus von 1,5 Prozent. Der Öl-Konzern Saudi Aramco hatte angekündigt, dass er nach vier Monaten Unterbrechung wieder Öl aus seiner Anlage Ras Tanura verlädt. Durch die Blockade der Straße von Hormus waren die Lieferungen für den Weltmarkt nicht möglich. Nun steigt das Angebot sukzessive, zumal auch immer mehr Schiffe die Wasserstraße passieren.
Unternehmensseitig macht der Online-Modehändler Zalando Schlagzeilen – allerdings keine positiven: Die Finanzaufsicht Bafin schaut sich den Konzernabschluss des vergangenen Jahres an: Die Bafin hat nach Angaben von Zalando Anhaltspunkte, dass das Unternehmen gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen hat. Laut BaFin wurden im Anhang des Konzernabschlusses Angaben zu einer Transaktion mit einem nahestehenden Unternehmen im Rahmen des Erwerbs der About You Holding SE möglicherweise fehlerhaft unterlassen. Vorbörslich verlieren Zalando-Aktien bereits auf der Handelsplattform Tradegate fünfzehn Prozent.
