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Männliche Risikogruppe: 26 Männer und Jungen beim Baden gestorben

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 29, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Männliche Risikogruppe26 Männer und Jungen beim Baden gestorben

Die Risikobereitschaft männlicher Kinder und Jugendlicher ist besonders groß, das kann an Hitzetagen tödlich enden. (Foto: picture alliance/dpa)

Am Hitze-Wochenende sterben mindestens 26 Menschen beim Baden – fast alle jung, alle männlich. Leichtsinn, Selbstüberschätzung und fehlende Schwimmkenntnisse werden zur fatalen Mischung.

Am zurückliegenden heißen Wochenende sind nach Angaben der Lebensretter von der DLRG mindestens 26 Menschen beim Baden ums Leben gekommen – alles Männer und Jungen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft zählte dabei auch Vermisste mit, deren Identität bekannt ist, die aber noch nicht gefunden wurden.

Die vorläufige Bilanz bezieht sich auf die Zeit von Freitag bis Sonntag. Bereits am Donnerstag hatte es den Angaben zufolge mindestens sieben weitere tödliche Unglücke gegeben.

Hinzu kommen laut DLRG mindestens acht Menschen, die unter Reanimation ins Krankenhaus gebracht wurden. Zudem habe sich ein 15-Jähriger bei einem Sprung in einen Baggersee im baden-württembergischen Meißenheim mindestens schwer verletzt. Die DLRG erfasst auch Fälle, bei denen sie nicht selbst im Einsatz war.

Tödliche Mutproben

Schon vor der Hitzewelle hatte die DLRG dazu aufgerufen, die Gefahren beim Baden und Schwimmen in der Hitze nicht zu unterschätzen. „Wir sehen immer wieder, dass gerade Männer ihre Fähigkeiten überschätzen und Risiken eingehen, die vermeidbar wären“, hatte DLRG-Präsidentin Ute Vogt gesagt. DLRG-Statistiken zeigen seit Jahren, dass rund 80 Prozent der Badetoten männlich sind, 2025 waren es etwa 82 Prozent. 

Vor allem junge Männer ertrinken, weil sie überdurchschnittlich häufig riskant baden: Sie überschätzen ihre Fähigkeiten, ignorieren Gefahren, sind häufiger alkoholisiert und gehen öfter in unbewachte Gewässer. Fachleute sehen immer wieder die gleichen Muster: unbedachte Sprünge ins unbekannte Wasser, Schwimmen bei Strömung oder starker Temperaturdifferenz, „Mutproben“ oder der Wunsch, vor Freunden oder in sozialen Medien etwas zu demonstrieren. Dadurch geraten sie eher in Situationen, in denen schon kleine Fehleinschätzungen lebensbedrohlich werden können.

Dazu kommt, dass vielen Kindern und Jugendlichen heute grundlegende Schwimmkompetenz fehlt, was das Risiko zusätzlich erhöht. In Deutschland können nach aktuellen Schätzungen bis zu 60 Prozent der Zehnjährigen nicht sicher schwimmen, rund 20 Prozent gar nicht. 

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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