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Startseite»Politik»Infineon eröffnet neue Chipfabrik in Dresden
Politik

Infineon eröffnet neue Chipfabrik in Dresden

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 2, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 02.07.2026 • 10:39 Uhr

Die Nachfrage nach Mikrochips steigt weltweit – und Infineon eröffnet ein neues Werk in Dresden. Die Fabrik gilt als eine der modernsten Produktionsstätten für Halbleiter und festigt die internationale Bedeutung Sachsens als Technologie-Standort.

Der Chiphersteller Infineon will seine Produktionskapazität in Dresden verdoppeln und nimmt heute ein neues Werk in Betrieb. Die „Smart Power Fab“ ist ein Bau der Superlative und kostete rund fünf Milliarden Euro – so viel investierte Infineon noch nie in seiner Firmengeschichte. Nach eigenen Angaben ist die Fabrik „eine der modernsten Halbleiterproduktionsstätten weltweit“.

Das Projekt wird im Rahmen des European Chips Act mit Fördergeldern in Höhe von 920 Millionen Euro unterstützt. Im Februar 2025 hatte die EU-Kommission hierfür grünes Licht gegeben. Denn die EU will sich unabhängiger machen von Importen und den Anteil europäischer Chips bis 2030 auf 20 Prozent erhöhen. Auch die Bundesregierung und der Freistaat Sachsen sind an der Subvention beteiligt.

Chips für Rechenzentren, Solaranlagen oder E-Autos

Seit dem Spatenstich Anfang Mai 2023 vergingen gerade einmal drei Jahre bis zur Fertigstellung. Die Fabrik wird drei Monate früher als ursprünglich geplant in Betrieb genommen. „Aus dem neuen Werk kommen künftig Chips zur Energiesteuerung, insbesondere für KI-Rechenzentren, aber auch für Windräder oder Solaranlagen“, sagte Gesamtstandortleiter Thomas Richter dem MDR. Die Leistungshalbleiter, die auf 300-Millimeter-Wafern entstehen, werden zudem für Elektroautos und Industrieanlagen gebraucht.

Das Portfolio am Standort sei das, was aktuell am stärksten nachgefragt werde, so Richter. Deswegen komme die Erweiterung genau zum richtigen Moment.

Doch es gibt auch Zweifel, dass das Geld des Staates gut angelegt ist. „Der Chipmarkt ist ein Wachstumsmarkt, die Unternehmen wollen Gewinne machen“, sagte Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter am Dresdner ifo-Institut. „Und sie machen die Gewinne auch dann, wenn sie nicht so stark subventioniert werden.“ Deshalb müsse man schauen, ob die Höhe der Förderung wirklich angemessen sei. „Ich habe da gewisse Zweifel“, sagte der Experte dem MDR. Die Industrie selbst verteidigt ihre Subventionen damit, dass auch China und die USA Milliarden für neue Fabriken ausgeben.

Weitere Fabrik in Dresden im Bau

Zuletzt hatte Infineon angesichts des globalen Booms rund um Künstliche Intelligenz bereits Rückenwind bei der Chipnachfrage verspürt und im Februar seine Investitionen für das laufende Geschäftsjahr deutlich aufgestockt – sie sollen großteils für einen schnelleren Hochlauf der „Smart Power Fab“ verwendet werden. Das Unternehmen richtet seine Kapazitäten also auf eine weiter steigende Nachfrage aus.

Das neue Werksgebäude ragt über 40 Meter in die Höhe und 22 Meter tief in den Boden. Der Reinraum hat auf zwei Etagen eine Fläche von etwa drei Fußballfeldern. Die fehlerfreie Herstellung der mikroskopisch kleinen Chip-Strukturen verlangt eine staubfreie Umgebung. Die Chipfabrik wird zu 100 Prozent mit Öko-Strom betrieben und nutzt Industriewasser anstelle von Trinkwasser.

Mit der Erweiterung von Infineon baut Dresden seinen Ruf als größter Chip-Standort Europas aus. Die Region zieht als „Silicon Saxony“ mittlerweile Fachleute aus aller Welt an, im neuen Werk entstehen 1.000 neue Jobs. Und es geht noch weiter: Kommendes Jahr soll in Dresden die nächste Chipfabrik eines Joint-Ventures um den taiwanischen Produzenten TSMC eröffnet werden. Das Milliardenprojekt gilt als Meilenstein für die europäische Halbleiterindustrie.

Mit Informationen von Ralf Geißler, MDR.

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