China und Russland führen regelmäßig Militärübungen durch. Von heute an wollen beide eine Woche lang zusammen proben. China hat nach eigenen Angaben auch eine Rakete im Pazifik abgefeuert – Länder in der Region zeigten sich besorgt.
China und Russland haben eine gemeinsame Militärübung begonnen. Die Marineübung soll in den Gewässern und im Luftraum vor der Hafenstadt Qingdao im Landesteil Shandong stattfinden, gab das Verteidigungsministerium in Peking bekannt.
An der Übung vor Qingdao nehmen demnach mehrere Schiffe beider Länder teil, auch Helikopter sollen zum Einsatz kommen. Anschließend planen beide Seiten noch eine gemeinsame See-Patrouille im Pazifik. Chinas und Russlands Militärs halten regelmäßig gemeinsame Manöver ab. Die derzeitige Marineübung soll laut Russland eine Woche dauern.
China feuert Rakete im Pazifik ab
Nach eigenen Angaben der chinesischen Armee feuerte sie eine Rakete im Pazifik ab. Der Test der strategischen Rakete mit einem Übungssprengkopf sei erfolgreich verlaufen, teilte die Marine mit. Das Geschoss wurde demnach von einem Atom-U-Boot abgefeuert und landete in dem anvisierten Zielgebiet. Nähere Angaben zu einem eher seltenen Test dieser Art machte die Armee bisher nicht.
Laut Chinas Volksbefreiungsarmee waren betroffene Staaten im Vorfeld darüber benachrichtigt worden. Der Test habe sich nicht gegen einzelne Länder gerichtet, betonte die Armee in ihrer Mitteilung. Tests ballistischer Raketen, die womöglich auch atomare Sprengköpfe tragen können, gibt China eher selten bekannt. Im September 2024 hatte die Volksbefreiungsarmee überraschend erstmals seit Jahrzehnten wieder eine Interkontinentalrakete mit einer Sprengkopfattrappe in den Pazifischen Ozean abgefeuert. Inwiefern der Raketenstart Teil der chinesisch-russischen Übungen ist, ist unklar.
Sorge in der Region
Länder in der Region äußerten sich besorgt. „Australien hat gegenüber China unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass wir dies als destabilisierend für die Region betrachten“, sagte Australiens Außenministerin Penny Wong laut Medienberichten über die Übung. Japan brachte Peking gegenüber seine Besorgnis über chinesische Militäraktivitäten zum Ausdruck, wie das Verteidigungsministerium auf der Online-Plattform X mitteilte.
Ein Vertreter der neuseeländischen Regierung bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, von chinesischer Seite über einen bevorstehenden Test einer interkontinentalen ballistischen Rakete informiert worden zu sein. Dabei sei aber nicht präzisiert worden, wo die Rakete genau einschlagen sollte. „Der Pazifik ist ein Ozean des Friedens, und wir sind zutiefst besorgt über Chinas Tests von atomwaffenfähigen Waffen im Südpazifik“, erklärte er.
